Nach der 0:24-Niederlage gegen die Baltimore Ravens stand weniger das Ergebnis als die Deutung von Joe Burrows jüngsten Aussagen im Mittelpunkt. Der Quarterback der Cincinnati Bengals stellte nach dem Spiel klar, dass seine Worte über "Spaß am Football" nicht als Hinweis auf einen Abschied oder Zweifel an der Franchise zu verstehen seien - sondern als Selbstreflexion in einer sportlich enttäuschenden Phase.
"Meine Aussagen hatten nichts mit den Bengals zu tun"
Burrow reagierte deutlich auf die Diskussionen der vergangenen Tage. "Meine Kommentare hatten nichts mit Cincinnati zu tun", sagte er nach der Niederlage. "Sie hatten alles mit mir, meiner Einstellung und Football zu tun."
Der Quarterback hatte zuvor betont, dass er nur weiterspielen wolle, wenn er dabei auch Freude empfinde - ein Satz, der schnell als Grundsatzfrage zu seiner Zukunft interpretiert worden war.
Selbstkritik nach schwächster Saisonleistung
Sportlich lieferte Burrow gegen die Ravens kaum Argumente für Entlastung. Zwei Interceptions, kein Touchdown und ein Pick-Six prägten eine Offense, die über weite Strecken harmlos blieb.
Der 29-Jährige ging hart mit sich ins Gericht: "Das war eines der schlechtesten Spiele, die ich gespielt habe." Gerade in einer Phase, in der Cincinnati um Stabilität ringt, übernahm Burrow die volle Verantwortung: "Wenn du um Titel spielen willst, muss dein Quarterback besser sein als das."
Team stellt sich hinter seinen Anführer
Im Locker Room sahen das viele seiner Mitspieler differenzierter. Left Tackle Orlando Brown Jr. lobte Burrows Führungsqualitäten und widersprach der Alleinschuld: "Er ist unser Motor, das Gesicht dieser Organisation. Es liegt nicht alles an ihm."
Auch Ja’Marr Chase betonte, dass Burrows Anspruch an sich selbst Ausdruck seines Ehrgeizes sei - nicht ein Zeichen von Resignation. "Er liebt das Spiel einfach", sagte Chase. "Am Ende will er einfach großartig sein. Das kann ich nur respektieren. Aber wie er mir gesagt hat: Ich werde nicht zulassen, dass er sich mental wegen eines einzigen schlechten Spiels fertig macht."
Frühes Aus, alte Erinnerungen
Die Niederlage besiegelte das früheste Playoff-Aus der Bengals seit Burrows Rookie-Saison 2020. Damals folgte auf eine enttäuschende Spielzeit ein radikaler Turnaround mit Super-Bowl-Teilnahme und AFC-Championship-Runs. Dass Burrow trotz wiederkehrender Rückschläge und Verletzungen weiterhin an diesen Maßstäben gemessen wird, zeigt, wie hoch sein Anspruch und der der Franchise - geblieben ist.
Für Burrow selbst steht fest: Die Diskussionen um seine Aussagen sollen nicht von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Der Quarterback sieht die aktuelle Phase als sportlichen Tiefpunkt, nicht als Abkehr vom Spiel oder vom Team.
NFL Week 15 kompakt Diese Teams haben das härteste Restprogramm Diese Teams haben das leichteste Restprogramm Alle Schlagzeilen der NFL