Von Beginn an entwickelte sich kein klassischer Playoff-Schlagabtausch, sondern ein zähes Ringen um Feldposition. Die Chargers fanden offensiv nie in einen Rhythmus, während New England geduldig auf Fehler wartete. Erst spät im vierten Viertel fiel der einzige Touchdown der Partie - zu spät, um noch eine Wende einzuleiten. Das Ergebnis spiegelte eine Begegnung wider, in der jede verpasste Chance doppelt wog.
Herbert: "Ich war nicht gut genug"
Justin Herbert machte nach dem Spiel keinen Versuch, Verantwortung abzuschieben. "Ich habe nicht gut genug gespielt und keine Plays gemacht", sagte der Quarterback offen. "Und wenn es darauf ankam, haben wir keine Punkte erzielt."
Herbert beendete die Partie mit 19 von 31 Pässen für 159 Yards, ohne Touchdown, dafür mit mehreren verpassten Gelegenheiten. Auffällig war: Anders als in der Regular Season, in der er häufig unter massivem Druck improvisieren musste, bekam er diesmal Zeit - nutzte sie aber nicht. Mehrfach übersah er offene Receiver oder setzte Würfe unpräzise, darunter zwei tiefe Chancen auf Ladd McConkey. "Quarterback Play war nicht gut genug", fasste Herbert selbst zusammen.
Offense als Grund der Niederlage - Oweh mit Rekordabend
Die Zahlen machen das Narrativ schwer zu ignorieren: Herbert ist nun 0-3 in Playoff-Spielen, alle Niederlagen waren deutlich geprägt von offensiven Problemen. Dabei hatte er 2025 eine seiner besten Spielzeiten absolviert, die Chargers trotz verletzungsgeplagter Offensive Line zu elf Siegen geführt und sich seinen zweiten Pro-Bowl verdient. Doch die Postseason bleibt seine offene Rechnung. Auf die Frage, woher er Zuversicht für einen künftigen Durchbruch nehme, blieb Herbert ehrlich: "Ich weiß es nicht. Es ist noch nicht passiert. Also müssen wir das neu bewerten."
Dass das Spiel bis ins Schlussviertel offen blieb, lag an der Defense der Chargers. Sie setzte Drake Maye konstant unter Druck, sackte ihn fünfmal und forcierte zwei Turnover. Besonders Odafe Oweh ragte heraus: drei Sacks und ein Forced Fumble - ein neuer Franchise-Rekord in einem Playoff-Spiel. Herbert wusste das einzuordnen: "Wir haben die Defense heute im Stich gelassen."
Nach dem Spiel richtete sich der Blick auch auf die Seitenlinie. Jim Harbaugh wurde mehrfach gefragt, ob Offensive Coordinator Greg Roman der richtige Mann für diesen Angriff sei. Harbaugh wich aus: Man werde "alles evaluieren". Gleichzeitig stellte er sich demonstrativ vor Herbert und bezeichnete ihn als "Kämpfer". Auch die Kabine folgte dieser Linie. Guard Mekhi Becton sagte: "Ich glaube nicht, dass er etwas falsch gemacht hat. Wenn wir Nummer zehn hinten haben, können wir alles schaffen."
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