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Comeback ohne Happy End: Rivers verliert mit den Colts trotz starker Rückkehr

kicker

Die Rückkehr von Philip Rivers sollte ein NFL-Märchen werden, endete aber in einem bittersüßen Kapitel. Fünf Jahre nach seinem Karriereende stand der 44-Jährige wieder als Starting Quarterback auf dem Feld und musste nach der Niederlage der Indianapolis Colts bei den Seattle Seahawks vor allem Enttäuschung verarbeiten.

Sportlich bleibt Indianapolis im Playoff-Rennen unter Druck, emotional aber dominierte nach der Partie vor allem der Respekt vor einer außergewöhnlichen Leistung. Schon kurz nach Abpfiff machte Rivers klar, worum es ihm ging - und worum nicht. "Ich bin dankbar, dass ich da draußen sein durfte, es hat unglaublich viel Spaß gemacht", sagte er. "Aber natürlich überwiegt jetzt die Enttäuschung. Es geht hier nicht um mich. Wir haben ein Team, das alles reingeworfen hat, um im Playoff-Rennen zu bleiben."

Ein Comeback, das fast perfekt war

Dabei hatte vieles nach einem filmreifen Ende ausgesehen. Rivers führte die Colts im ersten Durchgang zu einer 10-Punkte-Führung, krönte seinen Auftritt mit einem Touchdown-Pass auf Josh Downs und brachte Indianapolis im Schlussviertel noch einmal in Position für ein mögliches Game-Winning-Field-Goal aus 60 Yards. Als Blake Grupe traf, explodierte die Seitenlinie - Lumen Field verstummte.

Doch Seattle konterte. Sam Darnold führte die Seahawks noch einmal über das Feld, Jason Myers verwandelte 18 Sekunden vor Schluss aus 56 Yards. Das Happy End war dahin.

"Es fühlte sich verrückt normal an"

Rivers selbst zeigte sich trotz der Niederlage erstaunlich gefasst und zugleich ungebrochen ehrgeizig. "Wenn ich gesund bleibe, wird es besser", sagte er. "Aber das Problem ist: Wir müssen gewinnen. Es bringt nichts, besser zu werden, wenn die Saison in drei Wochen vorbei ist."

Angesichts der Umstände war sein Auftritt bemerkenswert: Rivers war erst am Montag nach der Achillessehnenverletzung von Daniel Jones nach Indianapolis gekommen, hatte am Mittwoch erstmals trainiert und absolvierte gegen Seattle sein erstes Spiel seit 1800 Tagen. 18 von 27 Pässen für 120 Yards, ein Touchdown, eine Interception - nüchtern betrachtet solide, im Kontext fast spektakulär.

Auch körperlich wirkte der Routinier unbeeindruckt. "Es war verrückt, wie normal es sich angefühlt hat", sagte Rivers. "Sogar die Hits haben mich irgendwie ins Spiel gebracht."

Respekt aus dem Locker Room

Die Anerkennung im Team war deutlich spürbar. Linebacker Zaire Franklin brachte es auf den Punkt: "Er kam für uns zurück, hat geliefert und uns eine echte Chance gegeben. Jetzt müssen wir einfach insgesamt besser spielen."

Head Coach Shane Steichen bestätigte, dass genau dieses Spielbild der Plan gewesen sei - Kontrolle, wenig Risiko, ein enges Ergebnis. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht genug Punkte gemacht", so der Head Coach nüchtern.

Mut statt Nostalgie

Ob Rivers die Colts in den verbleibenden Spielen noch einmal tragen kann, bleibt offen - zumal Indianapolis das schwerste Restprogramm der gesamten Liga vor sich hat. Mit drei Duellen gegen mögliche Contender warten auf den 44-Jährigen und sein Team Aufgaben von maximaler Schwierigkeit, bei denen jeder Fehler das endgültige Aus bedeuten kann.

Klar ist aber: Sein Comeback war mehr als ein PR-Moment oder ein nostalgischer Rückblick. Es war der Versuch, einer Saison in Schieflage noch einmal Richtung zu geben. Und genau darin liegt die besondere Note dieses Abends in Seattle: Kein Märchen, kein Sieg - aber ein Quarterback, der selbst nach fünf Jahren Pause nichts von seinem Wettbewerbsgeist verloren hat.

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