"Kann man sagen, dass ich falsch lag? Danke an euch 'Streifen' (Streifen/Gestreifte als Synonym für Schiedsrichter; Anm. d. Red.) für euren Beitrag. lol", schrieb Nacua sinngemäß in einem inzwischen gelöschten Post und spielte damit offensichtlich auf die Schiedsrichter-Leistung und die entscheidenden Szenen im Thriller von Seattle an, insbesondere die umstrittene Two-Point-Conversion der Seahawks zum 30:30-Ausgleich.
Vorgeschichte: "Die Refs sind die Schlimmsten"
Brisant wird der Tweet vor allem durch den Kontext der vergangenen Tage. In einem Social-Media-Livestream hatte Nacua die NFL-Schiedsrichter bereits deutlich kritisiert und sie mit den Worten "Die Refs sind die Schlimmsten" belegt. Er unterstellte ihnen, teils selbst die Bühne zu suchen und zweifelhafte Calls im Freundeskreis zu feiern, betonte aber gleichzeitig lachend, dass ihm für diese Aussagen ziemlich sicher eine Geldstrafe drohe.
Diese Äußerungen hatten bereits vor dem Spiel für reichlich Diskussion gesorgt - und laut US-Berichten steht Nacua wegen der Stream-Aussagen ohnehin schon im Fokus der NFL-Disziplinarabteilung. Der nun gelöschte Tweet - "Kann man sagen, dass ich falsch lag?" - unmittelbar nach der Niederlage wiegt vor diesem Hintergrund besonders schwer, weil er die Kritik an den Unparteiischen faktisch bekräftigt, statt zurückzurudern.
Fokus auf strittiger Two-Point-Conversion
Inhaltlich richtete sich Nacuas Frust erkennbar gegen die wohl strittigste Szene des Spiels. Eine zunächst verunglückte Two-Point-Conversion der Seahawks wurde nach Review in einen Rückpass und Fumble umgewertet, den Zach Charbonnet in der Endzone aufnahm - aus dem vermeintlich gestoppten Versuch wurde so doch noch eine erfolgreiche Two-Point-Conversion und der 30:30-Ausgleich, der die Overtime überhaupt erst möglich machte.
Auch Head Coach Sean McVay zeigte sich über den gesamten Ablauf der Überprüfung sichtlich irritiert und sprach davon, so etwas in seiner Zeit im Football noch nie erlebt zu haben. Auf Nacuas Tweet angesprochen, erklärte er jedoch, dass er darüber nicht informiert sei und ohne genaue Kenntnis des Posts keine Stellung beziehen könne.
Doppelte Strafe möglich
Klar ist: Die Liga reagiert traditionell empfindlich auf öffentliche Kritik an ihren Offiziellen. Nacua dürfte schon für seine Aussagen im Livestream mit einer Geldstrafe rechnen. Durch den - wenn auch wieder gelöschten - Tweet nach dem Seahawks-Krimi könnte nun eine zweite Strafe hinzukommen.
Für die Rams bedeutet das, dass ihr Top-Receiver wenige Tage nach einem sportlichen Ausrufezeichen nicht nur wegen seiner Rekordzahlen Schlagzeilen schreibt, sondern auch als Gesicht einer neuen Officiating-Debatte. Ob Nacua seine Kritik künftig zurückfährt oder die Beziehung zwischen ihm und den Referees dauerhaft belastet bleibt, dürfte sich in den nächsten Wochen zeigen - spätestens, wenn die Liga offiziell reagiert.
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