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Der Hebel für Harbaugh? Ryan im Gespräch für Falcons-Führungsrolle

kicker

Mit der Einführung eines "President of Football" verändern die Atlanta Falcons ihre Entscheidungsstruktur grundlegend. Noch bevor ein neuer Head Coach oder General Manager verpflichtet wird, soll diese Position besetzt werden und damit die Richtung vorgeben, in die sich das Franchise sportlich entwickeln will. Dass ausgerechnet Franchise-Legende Matt Ryan zu den Interviewkandidaten zählt, verleiht dem Prozess zusätzliche Brisanz. Gleichzeitig signalisiert Owner Arthur Blank Offenheit für Gespräche mit John Harbaugh - ein Zusammenhang, der den Neustart in Atlanta strategisch auflädt.

Präsident vor Trainer und GM

Ungewöhnlich klar formulierte Arthur Blank die neue Hierarchie. Nach der Trennung von Head Coach Raheem Morris und General Manager Terry Fontenot richtet sich der Fokus der Franchise auf eine neu geschaffene Schlüsselposition, die künftig die gesamte sportliche Ausrichtung prägen soll. Der President of Football wird als erste Personalie verpflichtet und soll anschließend die Suchen nach Head Coach und General Manager leiten. Diese Struktur markiert einen bewussten Bruch mit der bisherigen Praxis der Falcons. Der Präsident soll künftig die übergeordnete sportliche Vision definieren, Coach und GM führen und kontrollieren und direkt an Blank berichten. Gleichzeitig betonte der Owner, dass Head Coach und General Manager in ihren jeweiligen Bereichen die Entscheidungsgewalt behalten sollen. Der neue Posten ist damit weniger operativ als strategisch angelegt.

Besonders aufmerksam verfolgt wird die Tatsache, dass Matt Ryan zu den Kandidaten zählt. Der ehemalige Franchise-Quarterback besitzt keinerlei Front-Office-Erfahrung, wird intern jedoch als Persönlichkeit mit außergewöhnlichem Führungsprofil wahrgenommen. Blank verwies explizit auf Ryans "außergewöhnlich hohes EQ und IQ", seine jahrzehntelange Nähe zur Organisation und seine Fähigkeit, Menschen zu führen.

Ob die Position eigens für Ryan geschaffen wurde, wollte Blank nicht bestätigen - dementierte es jedoch auch nicht. Klar ist: Mit Ryan würde Atlanta bewusst auf Identifikation, Kultur und interne Glaubwürdigkeit setzen, weniger auf klassische Management-Vita.

Harbaugh als Option für die Seitenlinie

Parallel zur strukturellen Neuaufstellung hält sich Atlanta auch sportlich alle Optionen offen. John Harbaugh, der nach 18 Jahren bei den Baltimore Ravens entlassen wurde, gilt als möglicher Head-Coach-Kandidat. Blank bezeichnete ihn als einen der erfolgreichsten Trainer der letzten zwei Jahrzehnte und machte deutlich, dass Atlanta an einem Austausch interessiert sei - sofern Harbaugh selbst Offenheit signalisiere.

Bemerkenswert ist dabei der Kontext: Der künftige President of Football wird maßgeblich darüber entscheiden, ob und wie Gespräche mit Harbaugh oder anderen Kandidaten geführt werden. Die Trainerfrage ist damit bewusst nachgelagert.

Penix bleibt der Plan

Deutlich positionierte sich Blank auch zur Quarterback-Zukunft. Weder die Verpflichtung von Kirk Cousins noch die Wahl von Michael Penix Jr. im Draft hätten eine Rolle bei den Entlassungen gespielt. Trotz der erneuten schweren Knieverletzung bekräftigte Blank sein Vertrauen in Penix als Franchise-Quarterback. "Der Chirurg fühlte sich tausendprozentig sicher mit dem Eingriff", sagte Blank und betonte, Penix sei mental wie körperlich voll committed. Atlanta sieht die QB-Position damit weiterhin als Investition, nicht als Problemfall.

Der Kern der Neuausrichtung liegt tiefer. Eine interne Analyse durch Sportsology offenbarte laut Blank vor allem eines: fehlende Klarheit darüber, wie die Falcons Football spielen wollen. Diese mangelnde Vision habe zu Ineffizienz, Inkonsistenz und widersprüchlichen Entscheidungen geführt. Der President of Football soll genau hier ansetzen - als Hüter einer klaren Spielidee, die Personalentscheidungen, Coaching-Stil und langfristige Planung miteinander verbindet. Für Blank ist das kein kosmetischer Eingriff, sondern eine strukturelle Notwendigkeit.

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