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Green Bay Packers: Saison-Aus für Parsons - und jetzt?

kicker

12,5 Sacks, 64 Quarterback-Pressures (die meisten in der Liga) und eine transformative Wirkung auf die gesamte Defense in Green Bay, Wisconsin. Das ist das kurzzeitige Vermächtnis von Parsons, dessen Saison nach dem vergangenen Spieltag offiziell beendet ist.

Eine Tragödie für den Pass Rusher, der erst vor Saisonbeginn einen hochdotierten Vertrag unterzeichnet hat, und eine mindestens ebenso große für seinen Arbeitgeber, die Packers, die sich mit Parsons berechtigte Hoffnungen auf den ganz großen Wurf machen durften. Und obwohl die Saison noch nicht verloren ist, die Playoff-Chancen in Green Bay mehr als lebhaft sind, scheint die Betrachtungsweise doch eine andere.

So sagte Ex-Profi Damien Woody bei der ESPN-Talkshow 'GET UP!': "Die Packers sind noch immer ein sehr gutes Footballteam, daran besteht kein Zweifel. […] Sie sind allerdings kein Super-Bowl-Anwärter mehr." Denn Parsons war und ist für die Packers mehr als nur ein Schlüsselspieler. Er war das Horn, mit welchem man offensiv auf Angriff geblasen hatte.

Mit Parsons ins mediale Rampenlicht

Springen wir zurück vor den Trade. Bei Buchmachern und diversen Experten galten die Packers als potenzielles Überraschungsteam für die Saison: Die Kombination aus Head Coach und Quarterback schien ebenso stimmig wie der Rest des Rosters. Einzig der Mangel an Star-Spielern, an Strahlkraft versetzte das Team ins Hintertreffen gegen die großen Namen der Liga, den inneren Kreis der Favoriten.

Die Packers, sie galten zweifelsohne als "gut" und "talentiert", nur eben nicht als "komplett". Und dann kam Parsons - und mit ihm die offen kommunizierte Kampfansage an den Rest der Liga. Von den Rivalen in der Division, über die Konkurrenz aus Philadelphia und Los Angeles, bis hin zu den Powerhouses in der AFC, in Green Bay war man zuversichtlich, niemandem mehr in etwas nachzustehen.

Und genau so schien die Saison auch zu verlaufen. Die Packers waren zwar noch immer nicht im Epizentrum des medialen Interesses, hatten sich aber im Kreis der Favoriten platziert. Zurecht. Die Leistungen stimmten, Parsons war der erhoffte Impact-Spieler und die Brust unverändert breit genug, um überzeugend in jedes Playoff-Duell gehen zu können.

Packers müssen nun auf Love hoffen

Ohne Parsons verliert die Kampfansage an Überzeugungsstärke, denn man ist zurück auf der Stufe, auf welcher man vor dem Trade war: Respektiert, ernst genommen, und doch bestenfalls ein Darkhorse.

"Parsons sollte der Spieler sein, der die Packers vom Rest abhebt", erklärt Adam Shefter bei ESPN. "Und er war es bis zu seiner Verletzung, was den Ausfall umso schwerer macht." Und ohne den besten Verteidiger, vielleicht besten Spieler im Team, bleibt die Frage: Können andere mehr leisten als bisher, um den Verlust aufzufangen?

Dass die NFL eine Quarterback-Liga ist, ist kein Geheimnis. Zwar räumten die Eagles in der vergangenen Saison mit dem Grundsatz auf, dass man nur mit einem Top-5-Quarterback ans Ziel kommt, doch für Teams, welche nicht gerade einen der besten Kader aller Zeiten zusammenstellen konnten, gilt unverändert: Es geht so weit, wie der Quarterback das Team trägt.

In Green Bay ruhen daher - mehr denn je - die Hoffnungen auf Jordan Love. Nicht immer frei von Fehlern zählt Love zu den besseren Spielmachern der Liga, immer in der Lage, die Packers mit seiner Offense zum Sieg zu führen. Dass die Verteidigung, welche ihm bislang mehr Raum für Fehler eingeräumt hatte, das künftig weniger leisten kann, baut allerdings Druck auf. Zumal die Verletztenliste in Green Bay seit letztem Wochenende noch mal länger geworden ist.

Neben den Langzeitausfällen von Tight End Tucker Kraft, Offensive Lineman Elgton Jenkins und Defensive Lineman Devonte Wyatt gesellten sich - inklusive Parsons - nun vier weitere angeschlagene Akteure, darunter Wide Receiver Christian Watson. In Summe heißt das, die Packers kämpfen sich mehr zur Ziellinie "Playoffs", als dass sie sich personell auf das wirklich wichtige Rennen vorbereiten können, welches im Januar beginnt.

Willkommen zurück in der "Außenseiterchancen-Rolle"

Für Love sind die kommenden Wochen die Chance zu zeigen, dass er derjenige sein kann, der dieses Team, diese Franchise schultert, welcher den Ausfall eines Schlüsselspielers zwar nicht gänzlich nichtigen, aber zumindest kaschieren kann.

Für die Packers bedeutet es derweil nicht unbedingt eine verlorene Saison, sondern eine Rückkehr zur Rolle des "Mitspielenden", zur Rolle eines Teams, von dem man erwartet, dass es spätestens gegen die Rams oder Eagles den Kürzeren zieht. Und vielleicht, ganz vielleicht liegt genau darin die Stärke und Chance. Denn während sich medial vieles darauf konzentriert, was den Packers ohne Micah Parsons fehlt, gerät fast schon in Vergessenheit, was es auch schon ohne den Star-Verteidiger war.

Vom bereits angesprochenen Talent auf Quarterback, über einen der besten Running Backs der Liga, den vielleicht tiefsten Wide-Receiver-Kern der Liga, bis zu einer unverändert stark besetzten Defense um Safety Xavier McKinney, Defensive Lineman Rashan Gary oder auch Quarterback-Jäger Lukas Van Ness. Sind die Packers besser als noch vor einer Woche? Nein. Doch sie sind möglicherweise gefährlicher, weil sie in den Augen der Konkurrenz deutlich geschwächter in die entscheidende Saisonphase gehen, als es tatsächlich der Fall ist.

Und wenn uns die NFL in den vergangenen Jahren eine Sache gelehrt hat, dann ist es: Kaum etwas hat so viel Bedeutung, wie der Zeitpunkt, an dem man heiß läuft. Also, Green Bay, ein paar Wochen verbleiben. Zeit, um heißzulaufen.

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