Ein Playoff-Aus beendet nicht nur eine Saison, sondern öffnet immer auch den Raum für unbequeme Fragen. Nach der Wild-Card-Niederlage in Chicago standen bei den Green Bay Packers weniger Spielzüge im Mittelpunkt als Verantwortung, Perspektive und die Zukunft an der Seitenlinie.
"Jetzt ist nicht der richtige Moment"
Kurz nach dem Abpfiff machte Matt LaFleur eines unmissverständlich klar: Über seine Zukunft wollte er nicht sprechen. Dreimal wurde er auf seine Job-Sicherheit angesprochen - dreimal wich er aus. "Mit allem Respekt vor Ihrer Frage: Jetzt ist nicht der richtige Moment dafür", sagte LaFleur. "Ich leide mit diesen Jungs. Ich kann gerade nur an das denken, was passiert ist."
Dass diese Frage überhaupt gestellt wurde, lag nicht nur am erneuten Playoff-Aus, sondern an der Konstellation dahinter. LaFleur und General Manager Brian Gutekunst gehen in das letzte Vertragsjahr, während Teampräsident Ed Policy bereits vor der Saison erklärte, eine sogenannte Lame-Duck-Situation vermeiden zu wollen. Entsprechend hoch war der Druck auf eine Spielzeit, die mit einer 9-3-1-Bilanz begann und mit fünf Niederlagen in Serie endete.
Auch wenn LaFleur die strukturelle Debatte vertagte, sprach er offen über seine emotionale Bindung. "Dieser Job bedeutet mir alles", sagte er. "Das ist die großartigste Organisation der Welt, meiner Meinung nach. Es ist demütigend." Seine Enttäuschung richtete sich dabei nicht auf einzelne Spieler oder Situationen. "Ich bin enttäuscht für unsere Kabine. Für unsere Fans. Für unsere Führung. Für alle Mitarbeiter. Für jeden, der mit den Green Bay Packers verbunden ist." Worte, die weniger nach Rechtfertigung als nach Selbstanklage klangen.
Rückendeckung aus der Kabine
Während LaFleur auswich, bezogen seine Spieler klar Stellung. Quarterback Jordan Love wollte keine Spekulationen anheizen, machte aber seine Haltung deutlich. "Ich denke definitiv, dass Matt der Head Coach sein sollte", sagte Love. "Ich habe viel Liebe für Matt. Ich finde, er macht einen guten Job. Punkt."
Auch Safety Evan Williams stellte sich hinter seinen Coach. "Er ist unser Leader", sagte er. "Wir haben volles Vertrauen in ihn und seine Entscheidungen. Ich weiß, dass Business Business ist, aber er ist mein einziger Head Coach - und der einzige, den ich mir auch künftig vorstellen kann."
Fehler, die zurückkommen
Sportlich war das Aus kaum zu beschönigen. Nach drei Touchdowns in den ersten drei Drives erzielte die Packers-Offense nur noch sechs Punkte. LaFleur nahm seinen Quarterback dennoch in Schutz. Love habe "alles gegeben", sagte der Coach - "aber wir haben offensichtlich nicht genug um ihn herum gemacht". Linebacker Isaiah McDuffie brachte es nüchterner auf den Punkt: "Wenn du ein Team am Boden hast, musst du es beenden. So einfach ist das."
Dass die Partie endgültig kippte, lag auch an den Special Teams. Kicker Brandon McManus vergab im vierten Viertel einen Extrapunkt und ein Field Goal. "Das ist die größte Enttäuschung meiner Karriere", sagte McManus. "Eine peinliche Leistung."
Hinzu kam ein struktureller Einbruch, der sich bereits zum Saisonende abgezeichnet hatte. Nach der Knieverletzung von Micah Parsons gewann Green Bay kein Spiel mehr. Die Defense, die in den ersten 13 Spielen nur 19,0 Punkte pro Partie zuließ, brach in den letzten Wochen sichtbar ein - gegen Chicago kassierten die Packers 25 Punkte allein im vierten Viertel. Ein historischer Negativwert in den Playoffs.
LaFleur verwies am Ende auf die kollektive Verantwortung. "Wir sind nicht da, wo wir sein wollen", sagte er. "Es wird viel Arbeit brauchen. Sehr viel Arbeit. Wir müssen besser werden. Dafür gibt es keine Ausreden."
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