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Revanche statt Titelverteidigung: Eagles empfangen 49ers am Wild-Card-Sonntag

kicker

Hinter den nüchternen Eckdaten verbirgt sich jedoch ein Duell mit Tiefe. Dieses Spiel verbindet jüngere Playoff-Geschichte, offene Rechnungen und zwei Mannschaften, die sich trotz ähnlicher Ambitionen in sehr unterschiedlichen Rollen wiederfinden. Für die Eagles geht es darum, ihre Favoritenstellung endlich mit Konstanz zu unterfüttern. Für die 49ers darum, zu beweisen, dass ihre offensive Durchschlagskraft auch unter widrigen Umständen trägt und das dieses Aufeinandertreffen nicht mehr von Verletzungen, sondern von Qualität entschieden wird.

Einordnung: Titelverteidiger ohne Autopilot

In Philadelphia wird seit Monaten ein Narrativ gepflegt, das bewusst gegen den Begriff "Titelverteidiger" arbeitet. "Wir verteidigen hier gar nichts.", sagte Offensive Lineman Jordan Mailata bereits im Trainingscamp - ein Satz, der sinnbildlich für eine Saison steht, in der die Eagles zwar erneut die NFC East gewannen, sich aber selten wie ein Team im Wiederholungsmodus anfühlten.

Unzufriedenheit über das Playcalling, eine nicht mehr dominante Offensive Line, Schwankungen im Kicking Game und eine bewusste Schonung von Startern im Saisonfinale prägten den Weg in diese Postseason. Dass Philadelphia dadurch den zweiten Seed und ein mögliches zusätzliches Heimspiel aus der Hand gab, wurde öffentlich diskutiert. Intern verkauft man es als Investment. Mailata sprach von "verzögerte Belohnung" - weniger Belastung, mehr Frische, mehr "juice" für die Playoffs.

Rückblick mit Nachhall: Das NFC Championship Game 2022

Dieses Spiel ist auch ein Rematch. Im Januar 2023 marschierten die Eagles im NFC Championship Game mit 31:7 an San Francisco vorbei - begünstigt durch die frühe UCL-Verletzung von Brock Purdy im ersten Drive.

Damals gingen Purdy und Backup Josh Johnson früh verletzt raus, San Francisco spielte ohne Quarterback zu Ende. Trotz der neuen Emergency-QB-Regel plant Shanahan keinen dritten Quarterback aktiv ein. Sein Kalkül: In einem Playoff-Spiel auf einen zusätzlichen inaktiven Skill-Player zu verzichten, sei statistisch ein schlechtes Geschäft.

Drei Jahre später ist die Ausgangslage komplexer. Beide Teams kommen mit Fragezeichen, aber auch mit klarer Identität. Die Eagles spielen diesmal in der Wild Card zu Hause - erstmals in dieser Saison überhaupt in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen. Die 49ers reisen erneut nach Philadelphia, diesmal mit einem gesunden Purdy, aber einer stark dezimierten Defense.

Eagles-Offense vs. verletzte 49ers-Defense

Trotz Jalen Hurts, Saquon Barkley, A.J. Brown und DeVonta Smith blieb Philadelphias Offense 2025 hinter den Erwartungen. 22,3 Punkte und 311,2 Yards pro Spiel spiegeln nicht das individuelle Talent wider. Besonders auffällig: Ineffizienz auf Early Downs und eine ligaweit hohe Three-and-Out-Quote nahmen dem Angriff die Leichtigkeit früherer Jahre.

Der Schlüssel liegt in der Kontrolle. Hurts verlor in dieser Saison alle drei Spiele mit mindestens einer Interception - gewann aber elf von 13 Partien ohne Pick. Gegen eine 49ers-Defense, die kaum Druck erzeugt (nur 20 Sacks) und wenig Takeaways generiert, unter anderem wegen den Verletzungen von Nick Bosa, Mykel Williams und Fred Warner, könnten saubere Drives und Geduld entscheidend sein. Voraussetzung bleibt, dass die Offensive Line - angeführt von Lane Johnson - körperlich wieder den Ton angibt.

49ers-Offense vs. Phillys Championship-Defense

Für San Francisco führt vieles über Christian McCaffrey. 413 Touches, alle 17 Spiele absolviert, ligaweit der Belastungstest schlechthin. Zudem bringen sie offensiv das höhere Ceiling mit. Nach Purdys Rückkehr in Week 11 erzielten die 49ers bis Week 17 im Schnitt 35,7 Punkte pro Spiel. Kyle Shanahans Scheme fand seinen Rhythmus: Play-Action, Tempo, Stress für Linebacker und Safeties.

Der Warnschuss kam jedoch im falschen Moment. Im Week-18-Spiel um den Top Seed unterlagen die 49ers Seattle mit 3:13 - Purdys schwächste Leistung der Saison, Christian McCaffrey mit nur 57 Yards from scrimmage. Dem gegenüber steht eine Eagles-Defense, die seit dem Trade für Jaelan Phillips auf Championship-Niveau spielt: 15,6 zugelassene Punkte pro Spiel ab Week 10, konstante Pass-Rush-Präsenz und neun Spiele in Serie mit mindestens einem Takeaway.

Mehr als eine Wild Card

Philadelphia versucht, den Titel nicht zu verteidigen, sondern neu zu verdienen. Sirianni spricht vom Hunger auf den nächsten Lauf, nicht von Besitzstandswahrung. Die Eagles starten als Nummer drei der NFC, 11-6, mit dem Ziel, zum dritten Mal in vier Jahren den Super Bowl zu erreichen. Hurts bringt dabei Erfahrung mit: Er ist einer von nur drei Quarterbacks im Feld mit Super-Bowl-Sieg (Hurts, Rodgers und Stafford). Purdy dagegen trägt die offene Rechnung aus dem verlorenen Super Bowl und dem abgebrochenen Playoff-Spiel 2022.

Was auf dem Papier eine Wild Card ist, fühlt sich wie eine frühe Konferenz-Vorentscheidung an. Die Eagles brauchen den offensiven Durchbruch, um Heimvorteil und Defense in einen tiefen Run zu übersetzen. Die 49ers benötigen trotz Verletzungen ihre Offense in Bestform - und einen Purdy, der diesmal länger als eine Serie gesund bleibt.

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