Der 38-jährige GM, der seit 2020 in Cleveland arbeitet und zuvor bereits von 2016 bis 2018 als VP of Player Personnel für die Browns tätig war, hat einen klaren Plan. In seinem Statement kündigte Berry "schwere Investitionen über die nächsten sechs Monate" an, um die junge Offense auf das Niveau der bereits "auf Elite-Level spielenden jungen Defense" zu bringen. Die entscheidende Frage ist nur, welcher Coach diese Transformation anführen soll - und ob dieser tatsächlich ein Upgrade zu Stefanski sein kann.
So funktioniert die Suche nach einem neuen Head Coach
Offensive Mind oder Defense-Guru?
Nach sechs Jahren mit dem offensiv orientierten Stefanski stehen die Browns also vor einem klassischen Dilemma: Erneut einen Offensive Coordinator verpflichten, der die junge Offense entwickelt? Oder einen Defense-Spezialisten, der die bereits starke Verteidigung rund um Myles Garrett weiter ausbaut?
Als naheliegender Kandidat gilt aktuell definitiv Klint Kubiak, Offensive Coordinator der Seattle Seahawks. Der Sohn von Super-Bowl-Champion Gary Kubiak stand bereits in der vergangenen Offseason auf Clevelands Wunschliste und ist eng mit der Stefanski-Ära verbunden. Sein großer Vorteil: Er kann ab sofort Interviews führen, da Seattle sich den Top Seed der NFC gesichert hat. Kubiak hat in dieser Saison bewiesen, dass er eine Offense modernisieren kann - genau die Fähigkeit, die Cleveland dringend benötigt.
Saleh? Flores? Oder doch Mike McCarthy?
Robert Saleh ist ein weiterer Name, der in Cleveland längst bekannt ist. Der ehemalige Jets-Head-Coach stand bereits 2020 auf der Interview-Liste der Browns, als diese Stefanski einstellten. J.W. Johnson, der damals die Suche leitete und noch immer zu den ranghöchsten Mitgliedern der Organisation gehört, kennt Saleh gut. Seine Fähigkeit, frischen Wind in festgefahrene Situationen zu bringen, könnte genau das sein, was die Browns nach zwei enttäuschenden Saisons brauchen.
Auch Brian Flores, Defensive Coordinator der Minnesota Vikings, wird häufig genannt. Der ehemalige Dolphins-Head-Coach hat in Minnesota eine dominante Defense aufgebaut und könnte die bereits starke Browns-Verteidigung auf ein noch höheres Niveau heben. Weitere Optionen sind Jeff Hafley, der als Defense-Spezialist der Packers mit College-Erfahrung eine interessante Mischung mitbringt, und der erfahrene Mike McCarthy. Der ehemalige Cowboys- und Packers-Head-Coach bringt eine Super-Bowl-Ring-Erfahrung mit und könnte die nötige Stabilität in eine Organisation bringen, die in den vergangenen Jahren zu oft den Reset-Knopf gedrückt hat.
Auch Joe Brady, Offensive Coordinator der Buffalo Bills, könnte eine spannende Option sein. Brady hat in Buffalo bewiesen, dass er eine explosive Offense kreieren kann, und bringt frische Ideen mit. Ebenso wird Aaron Udinski, Quarterbacks Coach der Seattle Seahawks, als aufstrebender Kandidat genannt, der eng mit Geno Smiths Karriere-Revival verbunden ist.
Interne Option nicht auszuschließen
Eine interessante Wendung könnte auch eine interne Beförderung sein. Offensive Coordinator Tommy Rees, der 2025 sein erstes Jahr als Play-Caller absolvierte, ist in der Organisation hoch angesehen. Der 33-Jährige war zuvor schon Kandidat für den North-Carolina-Job und wurde auch für die Penn-State-Position interviewt. Die Browns wollen Rees unbedingt halten - und das könnte bedeuten, ihm die Head-Coach-Position anzubieten.
Auch Defensive Coordinator Jim Schwartz genießt hohes Ansehen, sodass eine interne Lösung nicht ausgeschlossen ist - auch wenn das Erinnerungen an die gescheiterte Freddie-Kitchens-Ära von 2019 wecken würde.
Die Quarterback-Frage
Die größte Herausforderung für den neuen Head Coach wird wohl die Quarterback-Situation. Deshaun Watson steht noch bis 2027 mit seinem vollständig garantierten 230-Millionen-Dollar-Vertrag auf der Gehaltsliste - ein finanzieller Albtraum, von dem Cleveland nicht loskommt. Der 30-Jährige hat die gesamte Saison 2025 wegen seiner Achillessehnen-Verletzung verpasst und wird 2026 Teil des Rosters sein.
Gleichzeitig hat Rookie Shedeur Sanders, der überraschend erst in Runde 5 jüngsten Drafts ausgewählt wurde, eine historisch schlechte Debütsaison hinter sich. Als Starter im Schlusspurt der Saison kam er auf eine Bilanz von 3-4, warf aber nur sieben Touchdowns bei elf Interceptions und beendete die Saison mit einem QBR von 18.8 - dem schlechtesten Wert in der Browns-Geschichte (mindestens sechs Starts). Seine Completion-Percentage lag bei nur 56,6 Prozent.
Der neue Head Coach muss also entscheiden: Gibt er Watson eine Chance nach dessen Comeback, setzt er weiter auf den entwicklungsbedürftigen Sanders oder holt er sich einen erfahrenen Bridge-Quarterback? General Manager Andrew Berry hat bereits angekündigt, dass der neue Coach bei der QB-Entscheidung für 2026 ein Mitspracherecht haben wird. Deshalb ist eine weitere Frage, wie viel Lust der neue Mann auf diesen massiven Druck und die mediale Aufmerksamkeit hat, die mit dieser chaotischen QB-Situation einhergeht.
Owner versprechen Investitionen
Die Haslams (Owner-Familie der Cleveland Browns) haben jedenfalls versprochen, "alle notwendigen Ressourcen zu investieren, um ein erfolgreiches Football-Programm aufzubauen". Berry hat nun die Aufgabe, den richtigen Coach zu finden, der die Vision einer jungen, explosiven Offense verwirklichen kann. Egal wer am Ende das Steuer übernimmt - es bleibt spannend, ob Cleveland durch diesen Restart endlich die Stabilität findet, nach der das Franchise seit Jahren sucht.
Black Monday: Warum der Montag nach Week 18 so gefürchtet ist Der aktuelle Playoff-Stand in der NFL NFL Draft Order 2026: Die aktuelle Top-10-Reihenfolge im Überblick Das Saisonfinale kompakt: Week 18 im Überblick Schlagzeilen aus der NFL