Elf Punkte zurück, eigene 11-Yard-Linie, nur noch fünf Minuten auf der Uhr - der Sieg schien für die Patriots in weite Ferne gerückt. Doch Quarterback Drake Maye zeigte genau in diesem Moment einmal mehr seine Klasse: Mit einer Serie spektakulärer Pässe führte er sein Team unaufhaltsam Richtung gegnerischer Endzone.
Beim entscheidenden 4th-and-2 fand er die richtige Anspieloption, wenig später durchbrach Rhamondre Stevenson mit einem explosiven 21-Yard-Touchdown-Lauf die Ravens-Defense - zwei Minuten vor Schluss die erstmalige Führung. Die letzte Spannung nahm K'Lavon Chaisson, als er Zay Flowers den Ball entriss und damit Baltimores verzweifelte Aufholjagd im Keim erstickte.
Maye mit historischer Leistung
Maye zeigte mit 380 Passing Yards eine Career-Best-Performance und schrieb dabei sogar NFL-Geschichte: Er ist der erste Starting-Quarterback seit 1950, der sein Team zu sieben aufeinanderfolgenden Auswärtssiegen in seiner ersten oder zweiten Saison geführt hat. Trotz dieser beeindruckenden Statistik blieb der 23-Jährige nach dem Spiel bemerkenswert fokussiert: "[Ich bin] so stolz auf diese Mannschaft. Jeder Einzelne hat seinen Teil beigetragen. Mit diesem Vertrauen und Glauben gefallen mir unsere Chancen in solchen Situationen"
Doch Maye machte gleichzeitig unmittelbar deutlich, dass der Playoff-Einzug nur ein Zwischenschritt ist: "Es ist toll, in die Playoffs zu kommen, aber wir wollen die Division gewinnen". Mit dieser Aussage bringt er die Mentalität eines Franchise auf den Punkt, das nach Jahren des Umbruchs zurück an die Spitze will.
Vrabel lobt Kampfgeist
Head Coach Mike Vrabel zeigte sich nach der Partie beeindruckt von der mentalen Stärke seines Quarterbacks: "Einfach kämpferisch. Er wurde hart getroffen, sie brachten massiven Druck - doch er stand jedes Mal wieder auf und hat weitergemacht. Er hat mit keiner Wimper gezuckt". Der erfahrene Coach sah in dem hart umkämpften Auswärtsspiel einen wichtigen Entwicklungsschritt: "Es war gut für uns, in so einem Spiel zu bestehen".
Vrabel betonte auch den kollektiven Charakter des Erfolgs: "Es war ein riesiger Team-Sieg (...) - einige Spieler fielen aus, und viele sind kurzfristig eingesprungen". Diese Worte unterstreichen, wie die Patriots trotz Verletzungen und einem 11-Punkte-Rückstand im vierten Viertel zusammenhielten und den Sieg erzwangen.
Diggs als perfekter Partner
Die entscheidende Szene gehörte Stefon Diggs, der beim alles entscheidenden 4th&2 einen 21-Yard-Pass fing und damit den Weg zum Sieg ebnete. Mit 138 Receiving Yards war der routinierte Wide Receiver der überragende Anspielpartner des Abends - und auch er kam nicht um ein ausdrückliches Lob an seinen Quarterback herum: "Das war ein großartiger Ball. Ich bin meine Route gelaufen, habe versucht Tempo aufzunehmen, und Drake platzierte ihn so, dass nur ich ihn bekommen konnte".
Der Blick geht nach vorn
Mit einer beeindruckenden 12-3-Bilanz haben die Patriots erstmals seit ihrer 12-4-Saison 2019 wieder zwölf Siege erreicht. Auswärts sind sie sogar makellos (7-0). Die kommenden beiden Spiele gegen die New York Jets (3-12) und die Miami Dolphins (6-9) bieten nun die Chance, sich erstmals seit 2019 wieder die AFC-East-Krone zu sichern.
Für Vrabel und seine Mannschaft ist damit klar: Der Playoff-Einzug war nur der erste Schritt. Mit einem gesunden Team und der momentanen Form wollen die Patriots nun an alte Erfolge anknüpfen und den Heimvorteil im Gillette Stadium für die Postseason sichern. Die Botschaft aus Baltimore ist unmissverständlich angekommen - diese Patriots sind zurück und haben sogar noch viel mehr vor.
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