Ewers steht vor dem größten Moment seiner jungen Karriere: Der Rookie-Quarterback wird für den Rest der Saison die Miami Dolphins anführen, nachdem Tua offiziell gebencht wurde. Am Sonntag feiert er seinen ersten NFL-Start im Heimspiel gegen die Cincinnati Bengals - und viele Fans fragen sich: Wer ist dieser Quarterback, dem Mike McDaniel jetzt das Steuer übergibt?
Vom Top-Recruit zum Texas-Leader
Ewers galt schon in der Highschool als eines der größten Quarterback-Talente des Landes und war zeitweise der Nummer-1-Recruit seines Jahrgangs. Nach einem kurzen Abstecher zu Ohio State kehrte er mit seinem Wechsel nach Texas in die Heimat zurück und wurde dort unter Steve Sarkisian zum Gesicht des Longhorns-Turnarounds.
In Austin führte er die Offense stabil durch große Spiele, hielt den Gameplan auf Kurs und brachte Texas zurück in die nationale Spitze. Seine Stärke: Ruhe in der Pocket, gutes Verständnis für Coverages und die Fähigkeit, auch in lauten Stadien den Rhythmus aufrechtzuerhalten.
Seine letzte College-Saison
In 37 College-Einsätzen (36 Starts) kam Ewers insgesamt auf knapp 65 Prozent angekommene Pässe, über 9000 Yards und 68 Touchdowns bei 24 Interceptions. Auffällig war insbesondere seine letzte Saison, in der er ganze 31 Touchdowns warf und damit statistisch klar zur oberen FBS-Schicht gehörte. Die Zahlen zeigen dabei keinen spektakulären, aber einen sehr stabilen Quarterback-Typ: Er lebt von Timing, Antizipation und Systemverständnis, weniger von wilden Scrambles oder einem extremen Raketenarm.
Wie Scouts ihn eingeschätzt haben
Vor dem Draft wurde der 22-Jährige überwiegend als Day-2/Day-3-Prospect gesehen - ein Quarterback mit solidem, aber nicht überragendem physischem Ceiling. Scouts lobten seine Spielintelligenz, seine Selbstreflexion und wie sauber er eine Offense führt.
Kritikpunkte waren allerdings die eher durchschnittliche Armstärke, ein nicht prototypisch großer bzw. kräftiger Körperbau und eine gewisse Verletzungsanfälligkeit. Viele beschrieben ihn als "Distributor": Also jemanden, der den Ball zwar effizient verteilt, aber, wie bereits erwähnt, selten allein durch Athletik oder Armkraft das Spiel sprengt. Auch aus diesen Gründen wurde sein Name schließlich erst in der siebten Runde ausgerufen.
Was das für die Dolphins bedeutet
Mit Ewers unter Center dürfte Miami nun stärker auf eine Timing-betonte Offense, die stark auf Rhythmus im Passspiel setzt, zurückgreifen. Der Rookie ist am besten, wenn Route-Design, erstes und zweites Read sitzen und er den Ball schnell zu seinen Playmakern bringen kann.
Für die Dolphins ist dieser Schritt zugleich Risiko und Chance: Die Fehlertoleranz sinkt, weil die ganz großen "Wow-Plays" aus dem Nichts mit großer Wahrscheinlichkeit seltener sein werden - aber wenn System, Protection und Playcalling passen, kann Ewers genau der richtige Operator sein, um dieses Team mit der dringend benötigten Ruhe durch das Saisonfinale zu manövrieren.
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