Bei einigen Teams ist dieser Schritt schon länger absehbar, bei anderen entscheidet er sich am Black Monday oder in den kommenden Tagen. Mehrere Franchises ziehen nach der Saison die Reißleine und wollen mit einem veränderten Coaching Staff in die Offseason gehen. Erwischt hat es dieses Mal bislang Jonathan Gannon (Arizona Cardinals), Raheem Morris (Atlanta Falcons), Pete Carroll (Las Vegas Raiders) und Kevin Stefanski (Cleveland Browns).
Entsprechend sondieren Owner und General Manager bereits jetzt den Markt nach potenziellen Kandidaten. Der Bewerbungs- und Auswahlprozess startet direkt nach dem Ende der Regular Season - und wie bei allem in der NFL gibt es auch für die Suche nach einem neuen Head Coach klare Regeln, an die sich alle Teams halten müssen.
Black Monday: Warum der Montag nach Week 18 so gefürchtet ist
Free Agents
Die einfachsten Regelungen gelten für Coaches, die aktuell bei keinem NFL-Team unter Vertrag stehen. Sie gelten - ähnlich wie Spieler nach Vertragsende - als Free Agents und können jederzeit von einem Franchise zu Interviews eingeladen werden, unabhängig davon, ob es sich um ein virtuelles oder persönliches Gespräch handelt.
Coaches von Nicht-Playoff-Teams
Für Coaches mit laufendem Vertrag in der NFL gelten deutlich konkretere Vorgaben. Kandidaten von Teams, die die Playoffs verpasst haben, dürfen früher kontaktiert werden als Coaches von Playoff-Teams. Erste virtuelle Interviews mit Kandidaten von Nicht-Playoff-Teams sind frühestens am dritten Tag nach dem letzten Saisonspiel des jeweiligen Teams erlaubt.
Das bedeutet: Kandidaten der Buccaneers dürfen bereits am morgigen Dienstag zu virtuellen Interviews eingeladen werden, während Kandidaten aller anderen Teams, die erst am Sonntag gespielt haben, sich bis Mittwoch gedulden müssen. Coaches, die unmittelbar nach der Saison entlassen wurden, dürfen ebenfalls erst ab Mittwoch interviewt werden.
Coaches von Playoff-Teams
Besonders begehrt sind Kandidaten von Teams, die es in die Playoffs geschafft haben und dort erfolgreich waren. Allerdings gelten auch hier nicht für alle Teams identische Regeln. Kandidaten der Broncos und der Seahawks dürfen trotz ihrer Playoff-Teilnahme ebenfalls bereits am dritten Tag nach ihrem letzten Spiel zu virtuellen Interviews eingeladen werden.
Der Grund: Beide Teams haben sich in ihrer Conference den First Seed gesichert und somit eine Bye Week in der ersten Playoff-Runde. Coaches der Seahawks dürfen daher bereits am Dienstag, Coaches der Broncos am Mittwoch interviewt werden. Allerdings ist der Zeitraum begrenzt: Ab dem Ende der Wild Card Round sind Interviews mit Kandidaten dieser beiden Teams nicht mehr erlaubt.
Kandidaten von Teams, die in der Wild Card Round antreten, müssen sich länger gedulden. Sie dürfen erst dann interviewt werden, wenn ihr Team aus den Playoffs ausgeschieden ist. In diesem Fall sind virtuelle Interviews ab Dienstag, dem 13. Januar, möglich. Für Coaches der Texans und Steelers beginnt diese Phase sogar erst einen Tag später, da beide Teams erst im Monday Night Game der Wild Card Round aufeinandertreffen.
Grundsätzlich gilt: Alle Coaches, deren Team noch in den Playoffs vertreten ist, dürfen erst interviewt werden, wenn ihre Saison beendet ist. Eine Ausnahme bilden - neben Seahawks und Broncos in Runde eins - die Kandidaten der beiden Super-Bowl-Teilnehmer. Diese dürfen in der Bye Week vor dem Super Bowl, in der auch der Pro Bowl stattfindet, interviewt werden.
Persönliche Interviews
Unabhängig vom Teamstatus gilt für alle Coaches mit laufendem NFL-Vertrag: Persönliche Interviews vor Ort dürfen frühestens ab dem 19. Januar stattfinden. Ein zweites persönliches Gespräch ist frühestens ab dem 26. Januar erlaubt. Zudem dürfen keine Verträge abgeschlossen oder Einigungen erzielt werden, solange die Saison des Coaches mit seinem aktuellen Team noch nicht beendet ist - selbst dann nicht, wenn sich beide Seiten bereits einig sind.
Die Rooney Rule
Seit 2003 existiert in der NFL die sogenannte Rooney Rule, die den Bewerbungsprozess bei Führungspositionen regelt. In ihrer heutigen Form wird sie seit 2022 angewandt. Die Regel schreibt vor, dass für eine Head-Coach-Position mindestens zwei Personen zu einem persönlichen Interview eingeladen werden müssen, die entweder einer Minderheit angehören oder weiblich sind.
Ziel der Rooney Rule ist es, mehr Diversität und Chancengleichheit im Bewerbungsprozess zu schaffen. Sie gilt nicht nur für Head Coaches, sondern auch für die Suche nach General Managern, Koordinatoren und - in leicht angepasster Form - auch für Quarterback-Coaches.
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