Nach seiner Entlassung in Baltimore entwickelte sich der Markt für John Harbaugh genau so, wie es viele erwartet hatten. Er war der größte Name auf dem Coaching-Markt dieser Offseason - und die Giants positionierten sich früh als Favorit. Nach intensiven Gesprächen und einem persönlichen Treffen am Mittwoch wurde der Deal am Samstag schließlich finalisiert. Zuvor war bereits berichtet worden, dass nur noch Detailfragen im Vertrag zu klären seien. Die Klärung dieser Punkte zog sich jedoch über mehrere Tage. Nun ist es offiziell: John Harbaugh ist der neue Head Coach der New York Giants.
Es ging nicht um Geld - sondern um Einfluss
Der finanzielle Rahmen war bereits Tage zuvor weitgehend abgesteckt. Harbaugh unterschreibt einen Fünfjahresvertrag, der ihn zu einem der bestbezahlten Head Coaches der NFL macht. Doch das Geld war nicht der Verzögerungsgrund. Entscheidend waren die Details - also die genaue Struktur der Zusammenarbeit innerhalb der Organisation.
Konkret ging es laut Berichten darum, wie Harbaugh künftig mit General Manager Joe Schoen zusammenarbeiten wird, wie die Hierarchie aussehen soll und welche Prozesse im Front Office angepasst werden müssen - unter anderem in den Bereichen Analytics, Spielerbetreuung und Sports Science. Harbaugh wollte mehr Einfluss, als die Giants traditionell einem Head Coach einräumen, und zudem Strukturen und Prozesse aus seiner Zeit in Baltimore übernehmen. Das Franchise war jedoch bereit, diesen Schritt zu gehen. Schoen selbst war Teil des Recruiting-Prozesses und machte deutlich, dass er auf ein kollaboratives Modell setzt - eine Arbeitsweise, die auch Harbaugh aus Baltimore kennt.
Zusammenarbeit statt Alleingang
Harbaugh gilt nicht als Coach, der Entscheidungen im Alleingang erzwingt. Auch bei den Ravens hatte er regelmäßig Einfluss auf Draft- und Personalentscheidungen, bekam jedoch nicht jeden Wunsch erfüllt. Genau dieses Modell soll nun auch in New York greifen: enge Abstimmung zwischen Head Coach und Front Office, klare Rollenverteilung, aber mehr sportliches Mitspracherecht für Harbaugh, als es für Head Coaches in New York bislang üblich war.
Diese strukturellen Fragen mussten detailliert ausformuliert und vertraglich fixiert werden - ein Prozess, der Zeit kostete, letztlich aber den Weg für eine langfristige Zusammenarbeit ebnen soll.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Zuge der Verhandlungen war der zukünftige Coaching Staff. Besonders im Fokus steht die Position des Offensive Coordinators. Todd Monken, der in den vergangenen Jahren mit Harbaugh in Baltimore gearbeitet hat, gilt als einer der Top-Kandidaten, um ihm nach New York zu folgen. Die Hoffnung ist, dass Monken dabei helfen kann, Quarterback Jaxson Dart optimal zu entwickeln und der Offense der Giants schnell Struktur zu geben.
Eine Entscheidung mit Ansage
Harbaugh ist nun der 21. Head Coach in der Geschichte der Giants. Gegenüber ESPN erklärte er nach der offiziellen Bekanntgabe: "Ich bin stolz und fühle mich geehrt, Head Coach dieses traditionsreichen Franchises zu sein. Ich freue mich besonders auf die Zusammenarbeit mit den Familien Mara und Tisch. Vor allem aber kann ich es kaum erwarten, mit den großartigen Spielern dieses Teams zu arbeiten und zu sehen, was wir gemeinsam erreichen können."
Die Verzögerung beim Harbaugh-Deal war kein Zeichen von Unsicherheit, sondern Ausdruck der Tragweite dieser Entscheidung. Die Giants wollten nicht einfach nur einen neuen Head Coach, sondern eine neue Struktur. Harbaugh wiederum wollte nicht nur einen neuen Job, sondern die Sicherheit, Dinge so umsetzen zu können, wie er es für richtig hält.
Beide Seiten haben diesen Kompromiss gefunden. Und genau deshalb hat es am Ende etwas länger gedauert.
Warum Harbaugh zu den Giants ein perfektes Match ist
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