Ein Spielzug in letzter Sekunde ließ Amon-Ra St. Brown und die Anhänger der Detroit Lions noch einmal jubeln. St. Brown hatte einen Pass von Jared Goff gefangen und nach einem geschickten "Rückpass" von ihm lief sein Quarterback in die Endzone. Die Referees nahmen den Touchdown nach einer mehrminütigen Beratung zurück - sie wollten ein Offensiv-Foul von St. Brown gesehen haben.
Es war das deprimierende Ende eines Spiels, das die Lions hätten gewinnen müssen. So aber stehen sie nach dem 24:29 mit dem Rücken zur Wand. Die Chance, zum dritten Mal nacheinander in die Playoffs der NFL einzuziehen, ist minimal.
Der Playoff-Weg ist auf ein Szenario geschrumpft
Genau genommen muss Detroit (8-7) seine beiden letzten Saisonspiele gewinnen und darauf hoffen, dass die Green Bay Packers (9-5-1) noch zweimal verlieren. Die Lions bekämen dann die letzte Wild Card in der NFC.
Detroit tritt in Week 17 auswärts bei den Minnesota Vikings an und schließt die Regular Season mit einem schweren Division-Duell bei den Chicago Bears ab. Green Bay empfängt zunächst die Baltimore Ravens und reist in Week 18 ebenfalls zu den Vikings. Nur wenn die Packers gegen beide Gegner verlieren und die Lions ihrerseits makellos bleiben, würde Detroit noch an ihnen vorbeiziehen.
St. Brown wirkte nach dem Spiel erstaunlich gefasst, auch mit Blick auf den annullierten Touchdown. Er habe die Entscheidung erst nicht verstanden, "aber so ist es nun mal. Unglücklich." Davon abgesehen, ergänzte er, "kommt es auch nie auf einen Spielzug an".
Wobei: Bereits 22 Sekunden vor dem Ende war den Lions ein Touchdown versagt worden: Bei einem Pass von Goff auf St. Brown wollten die Schiedsrichter ein Offensiv-Foul von Isaac TeSlaa gesehen haben.
Kaum Spielraum, minimale Wahrscheinlichkeit
St. Brown wollte auch diese Szene nicht weiter kommentieren, vielmehr betonte er mit ernster Miene: "Wir müssen als Offensive besser sein, wir müssen alle besser sein." Dafür könnte es zu spät sein in dieser Saison. Goff, der zwei seiner drei Touchdown-Pässe im letzten Viertel warf, mag die Hoffnung aber nicht aufgeben. "Wir kennen die Prozentsätze. Wir wissen, dass wir nicht ausgeschieden sind. Wir wissen, dass einige Dinge zu unseren Gunsten laufen müssen."
Wie unrealistisch diese Konstellation ist, zeigen auch die Zahlen. Next Gen Stats geben den Lions aktuell lediglich eine Chance von sieben Prozent, doch noch die Playoffs zu erreichen. Selbst zusätzliche Faktoren wie die Verletzung von Packers-Quarterback Jordan Love, der nach einer Gehirnerschütterung auf der ohnehin langen Verletztenliste steht, ändern nichts daran, dass Detroit nun vollständig von fremden Ergebnissen abhängig ist.
Head Coach Dan Campbell nannte die Niederlage "frustrierend", wollte die Entscheidungen der Referees aber ebenfalls keineswegs als Ausrede gelten lassen. "Wir haben niemandem außer uns selbst die Schuld zu geben. Es liegt an uns. Und es liegt auch an uns, das zu Ende zu bringen."
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