Beide arbeiteten sechs Jahre lang gemeinsam bei den Tennessee Titans, bei denen Henry 8268 Rushing-Yards und 80 Touchdowns erzielte und zur zentralen Figur der Offense aufstieg. Inzwischen führt er das Backfield der Ravens an, während Vrabel in New England seine erste Saison an der Seitenlinie erlebt und mit seinem Team um eine starke Ausgangsposition im AFC-Playoffbild kämpft.
Vrabel kennt Henrys Stärken
Vor der Partie sprach Vrabel offen über die Herausforderung, die sein ehemaliger Schützling darstellt. Henry sei "eine riesige Herausforderung" und ein "sehr einzigartiger Spieler" mit einer seltenen Mischung aus Geschwindigkeit, Power und Stärke, die ihn von den meisten anderen Running Backs der Liga abhebe.
Der Coach hob dabei hervor, dass die Ravens Henry in verschiedenen Personel-Gruppen und mit variierenden Run-Concepts einsetzen, was seine Stärken noch besser zur Geltung bringe: Der frühere Titans-Star baue Tempo auf, attackiere Lücken mit "Build-up-Speed" und setze seinen gefürchteten Stiff Arm, um Tackles zu brechen und Big Plays zu kreieren.
Gleichzeitig blickte Vrabel mit sichtbarer Wertschätzung auf die gemeinsame Zeit in Tennessee zurück. Henry sei "jemand, den ich wirklich geschätzt habe", sagte der 50-Jährige und verwies darauf, welch großen Anteil der Running Back am Erfolg der Titans mit mehreren Playoff-Teilnahmen und Division-Titeln hatte. Sentimentalität will er im Prime-Time-Spiel aber nicht zulassen: Für die Patriots gehe es darum, einen Gameplan zu finden, der Henrys Einfluss begrenzt und eine Run-Defense stabilisiert, die in dieser Saison nicht immer sattelfest wirkte.
Playoff-Rennen bleibt im Fokus
Auch Henry selbst sprach vor dem Spiel über das Wiedersehen mit seinem früheren Head Coach. Der Ravens-Star nannte Vrabel "einen großartigen Coach" und betonte, wie sehr er die gemeinsame Zeit in Nashville schätze und wie sehr ihn Vrabel geprägt habe. Gleichzeitig machte jedoch auch Henry deutlich, dass persönliche Gefühle am Sonntagabend in den Hintergrund treten: Im Fokus stehen für ihn allein der nächste Sieg und der nächste Schritt im Playoff-Rennen mit den Ravens.
Denn sportlich hat das Duell ohnehin genug Brisanz. Die Ravens brauchen jeden Erfolg, um sich im engen AFC-Rennen zu behaupten, während die Patriots ihre Rolle als ernstzunehmender Contender festigen wollen. Eines ist klar: Gelingt es New England nicht, Henrys Läufe zu kontrollieren, könnte das Prime-Time-Spiel in Baltimore zum eindrucksvollen Statement-Auftritt des ehemaligen Vrabel-Schützlings werden - und zur nächsten Kostprobe jener "riesigen Herausforderung", von der der Patriots-Head-Coach die ganze Woche über gesprochen hat.
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