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Würze und Nickligkeiten: Bears und Packers vor besonderem NFL-Showdown

kicker

Obwohl es die Rivalität zwischen den Bears und Packers schon seit 1921 (!) gibt und in der ewigen Duell-Liste Green Bay knapp mit einer Bilanz von 108-96-6 führt, haben sich die beiden Mannschaften überraschend selten in den Playoffs gesehen. Genauer gesagt nur zweimal bis dato - 1941 in den Divisionals (33:14 für Chicago) und 2010/11 im NFC Championship Game.

An dieses, als damals "The Pack" unter anderem durch einen "Pick Six" des über 150 Kilogramm schweren Defensive Tackle B. J. Raji mit 21:14 in den Super Bowl eingezogen war, verknüpfen beide Seiten große Erinnerungen und Hoffnungen. Schließlich hatten die Packers damals im Anschluss mit Aaron Rodgers auch das große Finale und damit bis dato den letzten von insgesamt vier Super-Bowl-Triumphen gefeiert (31:25 gegen die Pittsburgh Steelers). Die Bears dagegen haben seit ihrem damaligen Lauf bis ins NFC-Endspiel kein Playoff-Spiel mehr gewonnen.

Das soll sich nun als #2 Seed der NFC beim Heimspiel gegen den ewigen NFC-North-Rivalen, der sich selbst zum dritten Mal in Folge als #7 Seed für die Endrunde qualifiziert hat, ändern.

Johnson neckt die Packers gern

Durchaus interessant: Das jeweils letzte Erfolgserlebnis in der jüngst abgelaufenen Regular Season haben beide Teams gegen das jeweils andere erreicht. Green Bay mit einem am Ende dramatischen 28:21 in Week 14 vor heimischer Kulisse im Lambeau Field (im Anschluss vier Partien am Stück verloren), Chicago in Week 16 mit einem schier unglaublichen und nicht mehr für möglich gehaltenen 22:16-Comeback in der Overtime.

Damals hat sich etwa Bears-Quarterback Caleb Williams mit einer Käsereibe am Kopf in der Öffentlichkeit gezeigt, außerdem existiert ein kleines Spannungsverhältnis zwischen den beiden Head Coaches Matt LaFleur und Ben Johnson. Letzterer ließ sich nun, nachdem er schon bei seiner Ankunft in der "Windy City" als vormaliger Offensive Coordinator der Lions Richtung LaFleur gestichelt hatte, nach dem abschließenden Spiel der Regular Season zu einem neuen Kommentar verleiten.

"Andere Teams lassen ihre Stammkräfte ausruhen, wir nicht. Wir spielen Football", sagte Johnson in Richtung Green Bay, das beim finalen 3:16 in Minneapolis um nichts mehr gespielt und deswegen gefühlt alle Starter geschont hatte.

Für LaFleur war das eine sinnvolle Maßnahme trotz anhaltender Niederlagenserie (vier am Stück). "Ich denke, wir haben die richtige Entscheidung getroffen - die Zeit (und der Ausgang der Playoff-Partie in Chicago; Anm. d. Red.) wird es zeigen -, aber ich bin definitiv zuversichtlicher als vor einem Jahr", sagte LaFleur nach dem Spiel und erinnerte sich dabei an die Niederlage gegen die Bears in Week 18 der letzten Saison, bei sich Wide Receiver Christian Watson einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Top-Quarterback Jordan Love hatte sich zudem erst vor zweieinhalb Wochen eine Gehirnerschütterung zugezogen - auch ihm tat die Pause sicher gut, genauso wie dem wichtigen Running Back Josh Jacobs oder den verletzungsanfälligen Receivern Romeo Doubs und Jayden Reed.

Turnover-Stärke hier, Verteidigungsschwächen da

Am Ende wird das Sportliche auf dem Rasen des altehrwürdigen Soldier Fields, wo es laut Wetterprognose durchaus auch zu Schneefall kommen kann, über all das entscheiden. Klar ist: Neben den kleinen Nickligkeiten zwischen beiden Parteien steht sportlich viel auf dem Spiel - und beide Teams werfen einiges in die Waagschale.

Da wäre zum Beispiel die Turnover-Stärke der Bears, die mit 33 Ballgewinnen ligaweit die meisten mit ihrer Defense erzielt haben - darunter 23 Interceptions. Zugleich erlaubt sich die eigene Offense sehr selten fatale Ballverluste. Zur Wahrheit gehört hier aber auch, dass die Defense abseits der massigen Turnover Angriffsfläche bietet - allein 1313 zugelassene Yards stehen seit Week 16 zu Buche, nur vier erreichte Sacks in den finalen drei Wochen runden das Bild ab. Das könnten die Packers mit starken Attacken etwa über akkurate tiefe Pässe von Love ausnutzen.

Auf der anderen Seite müssen die Käsestädter selbst dafür sorgen, dass sie sich keine Schnitzer erlauben. Zur Erinnerung: Zwischen Week 15 und Week 18 hatte die LaFleur-Mannschaft nur einen Punt vollziehen müssen. Dennoch wurden alle drei Partien verloren.durch teils katastrophale Spielzüge wie einem nicht gesicherten Onside Kick bei der Overtime-Niederlage gegen Chicago.

Auch sollte sich die Run-Defensive schleunigst und deutlich verbessern, um sich nicht von D'André Swift oder Rookie Kyle Monangai überlaufen zu lassen. Allein im letzten Heimspiel im Lambeau Field beim 24:41 gegen Baltimore wurden 307 (!) Rushing Yards zugelassen - 216 allein von Derrick Henry. Auch muss natürlich weiterhin der schwerwiegende Ausfall von Star-Rusher Micah Parsons (Kreuzbandriss) aufgefangen werden - hier soll etwa der zuletzt formschwache Rashan Gary endlich liefern.

Kurzum: In diesem Match steckt einiges - und zugleich die Chance für die Packers, eigene Geschichte zu wiederholen. Denn das letzte Mal, als ein #2 Seed einen #7 Seed der NFL besiegt hat, war Green Bay - Anfang 2024 beim bärenstarken 48:32 bei den Dallas Cowboys.