ASVEL Lyon-Villeurbanne, einer der traditionsreichsten Klubs im französischen Basketball, hat den drohenden Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit abgewendet. Möglich machte das ein 3-Millionen-Euro-Investment des Cholet-Mitgesellschafters Gilles Morihain, das kurzfristig Lücken im Etat schloss. Die französische Finanzkontrollbehörde DNCCG bestätigte die Teilnahme des Klubs an der kommenden Saison in der französischen Liga.
Nach einem wirtschaftlich turbulenten Jahr stand ASVEL vor einem Fehlbetrag von rund 12 Millionen Euro. Hauptursache: Nicht eingehaltene Sponsoring-Zusagen seitens des Streamingdienstes Skweek, einem Unternehmen der FEDCOM-Gruppe. Der ursprünglich über drei Jahre laufende Vertrag mit einem Gesamtvolumen von 21 Millionen Euro wurde nachträglich gekürzt und auch die reduzierte Summe wurde nicht vollständig gezahlt.
ASVEL unter Druck: Sponsorenpanne mit Folgen
DNCCG-Präsident Patrick Hianasy äußerte Verständnis, übte aber auch indirekt Kritik am ASVEL-Management: "Der Klub war in dieser Angelegenheit ein Opfer, aber man muss sich fragen, ob es nicht eine gewisse Naivität beim Abschluss des Deals gab." Die Liga reagierte mit Auflagen: Für die Saison 2025/26 darf ASVEL nur ein Spielergehaltsbudget von 5,1 Millionen Euro ausschöpfen, weniger als im Vorjahr.
Hoffnung NBA Europe: Vision oder Wagnis?
Trotz der schwierigen Lage verfolgt Tony Parker eine große Vision: NBA Europe. Der frühere NBA-Star ist eine treibende Kraft hinter der Idee, ein europäisches Pendant zur NBA zu schaffen, in Kooperation mit EuroLeague und FIBA. Dieses Projekt könnte nicht nur dem europäischen Basketball eine neue Struktur geben, sondern ASVEL langfristig wirtschaftliche Stabilität sichern.
Doch Experten mahnen zur Vorsicht. "Europa ist ein Flickenteppich aus Regularien und Kulturen", so Hianasy. "Das NBA-Modell lässt sich nicht einfach übertragen." Parker bleibt dennoch zuversichtlich: "Wir alle investieren mit Blick auf NBA Europe."
Auch sportlich geht der Umbruch bei ASVEL weiter: Mit Zac Seljaas wurde ein neuer Forward aus Würzburg verpflichtet. Bereits zuvor hatten die Franzosen die Abgänge von Theo Maledon, Nael Sako, Paris Lee und Joffrey Lauvergne verkündet.
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