Nach Franz und Moritz Wagner ordnete auch Tristan da Silva das Berlin-Game aus seiner Perspektive ein. Der gebürtige Münchner sprach dabei mit einem Augenzwinkern über das Deutschland-Bild seiner Teamkollegen. "Brezeln, Bier und Lederhosen", zählte er auf. Da Silva verwies darauf, dass im Ausland oft Bayern als Referenz für Deutschland diene. "Bayern ist da ein bisschen anders als der Rest von Deutschland", sagte er - und machte damit deutlich, warum er bei Berlin-Fragen nicht automatisch als "kultureller Erklärer" fürs Team herhalten kann.
Neben den kulturellen Eindrücken ging es für da Silva auch um die Vorbereitung der Mannschaft auf die Reise. Der Münchner erzählte, dass es im Vorfeld sogar ein kleines Team-Meeting gegeben habe, bei dem man ein wenig Deutsch lernen konnte. "Ein bisschen Vokabeln sind wir schon durchgegangen", sagte er - schob aber schmunzelnd hinterher: "Ich weiß nicht, ob da wirklich was hängen geblieben ist."
"Funktioniert auch in der NBA": Da Silva über EM-Schwung
Sportlich zog da Silva zudem eine Verbindung zwischen dem vergangenen Sommer und seiner bisherigen NBA-Saison. Die Europameisterschaft habe ihm geholfen, Selbstvertrauen und Spielrhythmus mitzunehmen. "Es war gut zu sehen, dass der Basketball, den ich während der EM gespielt habe, auch in der NBA funktioniert", sagte er. Während des Turniers hatte da Silva phasenweise viel Verantwortung übernommen und sich als konstanter Faktor im deutschen Team gezeigt - Erfahrungen, die ihm den Übergang in die NBA erleichtert hätten.
Dabei betonte der Forward, wie wichtig ihm vor allem Spielpraxis und klare Abläufe sind. Entscheidend sei, "dass man Reps bekommt, dass man weiß, wo die Würfe herkommen" und wie die gegnerische Defensive reagiere. Dazu gehöre auch, das eigene Spiel besser zu verstehen - etwa, "wie man die Defense zu lesen hat" und wie Rotationen funktionieren.
Mit Blick auf das Berlin-Game selbst sprach der Münchner schließlich von einer besonderen Erfahrung. Ein reguläres NBA-Spiel in Deutschland zu bestreiten, sei etwas, das er "für die kommenden Jahre wertschätzen" werde und "nicht vergessen" wolle. Vor allem die Atmosphäre könne einen Unterschied machen: Da Silva hoffe auf eine volle Halle und darauf, dass "viele Leute schreien und einfach gute Stimmung mitbringen". Das sei es, "was Europa ausmacht" - Basketball-Fans seien hier "mit Herzblut dabei".
"Freue mich auf einen richtigen Döner": Da Silva heiß auf NBA-Spiel in Berlin
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