Für Zach Edey ist Berlin kein Neuland - und dennoch besonders. "Ich war schon einmal mit Kanada hier, aber es ist immer wieder cool, zurückzukommen", sagte der Center. Vor allem die internationale Dimension des Spiels hebt er hervor: "Es zeigt, wie relevant Basketball weltweit geworden ist - nicht nur in den USA."
Edey nutzte die Tage in der Hauptstadt auch abseits des Courts. Currywurst, Mall-Besuch, Mode - für ihn Teil des Gesamtpakets. "Die verschiedenen Kulturen zu sehen, finde ich faszinierend. Essen und Fashion sind hier einfach anders", erklärte der 2,21-Meter-Mann.
Sportlich bleibt der Ansatz der Grizzlies dabei klar - unabhängig vom Gegner. Dass Orlando mit Franz Wagner, Moritz Wagner und Tristan Da Silva drei deutsche Spieler in ihrem Heimatland aufbietet, ändert für Edey nichts. "Mir ist egal, wer spielt. Unser Mindset ist, gegen jeden mit 100 Prozent zu spielen."
"Ich weiß es nicht": Grizzlies suchen nach Antworten
Auch mit Blick auf die Saison bleibt Edey bewusst nüchtern. Memphis steht aktuell bei 17 Siegen und 22 Niederlagen auf Rang zehn im Westen - trotz zahlreicher Ausfälle. "Ich weiß nicht, wo unser Ceiling liegt. Das müssen wir noch herausfinden", sagte Edey. In dieser Saison absolvierte Star-Point-Guard Ja Morant erst 18 Spiele, Edey selbst kam aufgrund einer Knöchelverletzung bislang nur auf elf Einsätze. Zudem haben Scottie Pippen Jr. (Zehenverletzung) und Free-Agent-Neuzugang Ty Jerome (Wadenverletzung) noch kein Spiel bestritten. Entsprechend verschieben sich Rollen und Aufgaben bei den Grizzlies immer wieder - viele Dinge sind noch in der Abstimmung. Trotzdem bleibt der ehemalige Purdue-Boilermaker zuversichtlich: "Wir müssen an vielen Dingen arbeiten, aber wir sind auf dem richtigen Weg."
Ein zentraler Bestandteil dieses Weges ist die neue Offensive unter Tuomas Iisalo. "Wir wollen schnell spielen", erklärte Edey. "Wir haben viele schnelle Spieler und viele Pass-first-Spieler, die den Ball bewegen." Viel Pick-and-Roll und Guards, die das Tempo bestimmen können, seien dabei entscheidend. Auf den ersten Blick wirkt eine fast-paced Offense vielleicht nicht wie der perfekte Fit für einen klassischen Low-Post-Big, der viel mit dem Rücken zum Korb arbeitet. Doch der Kanadier zeigte in dieser Saison, wenn er gesund war, dass beides zusammengehen kann.
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