Aus Berlin berichtet Julius Ostendorf.
Knapp 13 Monate fehlte Moritz Wagner den Orlando Magic aufgrund eines Kreuzbandrisses. Den Wiedereinstieg hätte er sich freilich kaum besser vorstellen können. Auf das emotionale Comeback folgte schließlich die Heimatrückkehr inklusive einiger freier Tage, wie es sie im vollgespickten NBA-Kalender nur selten gibt.
"Es ist fast so, als wäre es kalkuliert gewesen", sagte der große Wagner-Bruder mit einem Augenzwinkern und gab zu, dass dieser Zufall gar nicht so zufällig zustande gekommen ist: "Natürlich hat man sich dabei auch etwas gedacht, um zu schauen, wie der Körper nach so einer langen Pause reagiert."
Wagner über Ablenkung: "Sind zum Basketballspielen da"
Emotional wiederum dürfte das gestreckte Programm eine Herausforderung darstellen: Erst die lang ersehnte Rückkehr am vergangenen Sonntag, dann die Heimreise in seine Geburtsstadt Berlin mit diversen Terminen. "Es ist ein bisschen schade, weil man sich gar nicht so richtig auf die Emotion einlassen kann - was wahrscheinlich auch ganz gut ist."
Bei all dem Rahmenprogramm dürfe der Reisegrund schließlich nicht in den Hintergrund rücken: "Man sagt ja immer: 'keep the main thing, the main thing' [zu deutsch: Die Hauptsache soll die Hauptsache bleiben, Anm.]. Wir sind zum Basketballspielen da", stellte er nochmal klar.
"Ich habe so viele Emotionen in mir drin, die kommen wahrscheinlich sowieso erst nach der Karriere raus. Da ist jetzt die Rückkehr nach dem Kreuzbandriss nicht das Einzige", so Wagner - und schob etwas sarkastisch hinterher: "Deswegen freue ich mich schon auf mein Karriereende."
Wagner-Brüder haben über 200 Tickets für besorgt
Neben dem angesprochenen Comeback nach Verletzung spielt Wagner natürlich auch darauf an, dass Berlin nicht nur ein zufälliger deutscher Spielort ist, sondern eben auch seine Heimat. Neben der Familie werden auch zahlreiche Freunde erscheinen. Dafür haben Moritz und Bruder Franz auch ganz persönlich gesorgt.
Wie viele Tickets für das Spiel die beiden besorgt haben? "Viel zu viele", erklärt Moritz. "Nördlich von 200. Man kann sich ja ausrechnen, dass wir bei dieser Reise nicht im Plus rausgehen", spielt er auf die teils horrenden Kartenpreise an. "Aber das ist eben auch eine Reise, bei der es sich lohnt. Franz und ich waren ziemlich kompromisslos und haben gesagt: 'Das ist eine einmalige Gelegenheit, da müssen wir es allen recht machen.'"
Das Spiel seiner Orlando Magic gegen die Memphis Grizzlies erfolgt am Donnerstagabend in der Berliner Uber Arena (20 Uhr).
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