Ist dies das endgültige Ende der ohnehin schon taumelnden Dynastie der Warriors? Mitte des dritten Viertel fing Jimmy Butler in Korbnähe den Ball, bei der Landung verlor der Forward wegen eines leichten Schubsers von Davion Mitchell etwas die Balance, das Knie gab nach. Gut vier Stunden später sickerte durch, dass sich Butler einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen habe.
Für den 36-Jährigen ist es die dritte schwerere Knieverletzung nach einem Meniskusriss 2018 sowie eines Innenbandanrisses vor knapp zwei Jahren. Vermutlich wird Butler auch Teile der kommenden Spielzeit verpassen, was das ohnehin knappe Fenster für die Warriors noch einmal kleiner macht.
Denn klar ist auch: Ohne Butler hat Golden State nicht die Qualität, um ernsthaft ins Titelrennen einzugreifen. Das zeigte bereits die Vorsaison, als man vor dem Trade für den ehemaligen Heat-Star im unteren Mittelfeld herumdümpelte und selbst in dieser Saison reißen die Dubs auch mit ihm keine Bäume aus, auch wenn Stephen Curry mit 37 Jahren eine weitere starke Saison spielt.
Warriors: Der Spielplan half zuletzt mit
Natürlich haben die Warriors zwölf der vergangenen 16 Spiele gewonnen und sich so auf Rang acht im Westen (25-19) mit Tuchfühlung nach oben geschoben, doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Warriors hier vom Spielplan profitierten. In diesem Zeitraum trat Golden State nur viermal auswärts an, darunter unter anderem in Brooklyn und Charlotte.
Echte Statement-Siege fehlten, gegen den amtierenden Champion aus OKC setzte es Anfang Januar dagegen daheim eine heftige 94:131-Schlappe. Überhaupt wurden von 25 Spielen gegen Teams mit positiver Bilanz nur elf gewonnen, das spricht nicht unbedingt für das Team, selbst mit Butler.
Die Verletzung sorgt in dem Sinne für Klarheit, dass ein Trade, um sich zu verbessern, zur Deadline wenig Sinn ergibt (es sei denn, es ist Butler selbst). Der Forward kassiert in dieser Saison insgesamt 54,1 Millionen Dollar, im Jahr darauf sind es noch 56,8 Millionen, bevor der Vertrag ausläuft. Das gilt im Sommer 2027 übrigens auch für die alte Garde um Curry und Draymond Green (sowie Al Horford).
Warriors: Das Ende einer Ära?
Die Warriors haben wirklich viel versucht, um die letzten Jahre von Curry irgendwie zu maximieren, viel Glück hatten sie dabei nicht. Im Vorjahr war es Curry selbst, der sich in den Playoffs gegen die Minnesota Timberwolves verletzte, das war womöglich die letzte Chance für das Team, welches nun seit 2014 (und der Ankunft von Steve Kerr) die Ambition hat, um die Krone mitzuspielen.
Warriors: Alle Spieler und Verträge im Überblick
Zumindest ein Titel sprang nach dem Abgang von Kevin Durant heraus, die Meisterschaft 2022 wird als Currys letztes Meisterstück für die Warriors in Erinnerung bleiben. Es war die Ausnahme, in den anderen Jahren war spätestens in der zweiten Playoff-Runde Schluss. Womöglich wäre dies auch das Limit für diese Ausgabe gewesen, die Butler-Verletzung sollte diese Gedankenspiele komplett eliminieren.
Warriors: Wende bei Kuminga?
Das ist schade, weil Curry auf diesem Niveau weiter glänzen kann, letztlich fehlt aber ein geeigneter Supporting Cast. Spannend ist dagegen noch eine andere Frage: Was passiert jetzt mit Jonathan Kuminga?
Der Forward will einen Trade und steht bei Kerr auf dem Abstellgleis, doch nun ist eine Planstelle frei. Und was haben die Warriors in dieser Situation auch groß zu verlieren? Sollte man sich irgendwie zusammenraufen, könnte dies die letzte Chance sein, dass der einst so hoch gelobte Youngster doch noch den Durchbruch bei den Warriors schaffen könnte.
So recht glauben mag man es nicht, doch in dieser Situation helfen den Warriors nur noch Schwinger und Kuminga wäre ein solcher.