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"Es war mental eine Menge": Die Wagners gefangen zwischen den Welten

kicker

Eine anstrengende Woche liegt hinter dem deutschen Trio der Orlando Magic. Noch am Sonntagabend deutscher Zeit, direkt nach dem Sieg gegen die New Orleans Pelicans, ging es mit dem Flugzeug auf nach Übersee. Anpassung an die Zeitverschiebung? Fehlanzeige. Als Gastgeber in ihrer Heimatstadt hatten besonders Franz und Moritz Wagner in Berlin ein volles Programm. Den Teamkollegen die Stadt zeigen, Meet-and-Greets, Trainingscamps und jede Menge Medientermine.

Beim großen Spiel am Donnerstagabend wirkte dann besonders Franz so, als steckten ihm die vergangenen Tage noch in den Knochen. Gerade einmal zwei Punkte standen bis zur Pause auf dem Konto des deutschen Nationalspielers. "Ich glaube, das war ein Teil davon", gestand der 24-Jährige ein. "Es war mental einfach eine Menge. Einerseits von der Verletzung zurückzukommen. Andererseits natürlich genau dieses Spiel. Es war eine sehr emotionale Woche."

'Genau dieses Spiel' war für die Wagners ja nicht nur aufgrund der Austragung in ihrer Geburtsstadt besonders. Damit verbunden war schließlich auch die Anwesenheit dutzender Freunde sowie der Familie. Über 200 Tickets hatten Franz und Bruder Moritz im Vorfeld organisiert - und das auf eigene Kosten.

Banchero über Wagner: "Wäre auch nervös gewesen"

"Wir hatten verschiedene Gruppen", erklärte Franz im Nachgang die Aufteilung in der Arena. "Eine habe ich gesehen, aber definitiv nicht alle. Ich habe aber die Info bekommen, dass alle mit Tickets versorgt waren. Ich bin happy, dass wir das hinbekommen haben."

Ein gewisses Maß an Nervosität war Franz zunächst durchaus anzumerken. Orlando Co-Star Paolo Banchero konnte ihm das allerdings nicht verdenken: "Wäre ich in seiner Situation, wäre ich wahrscheinlich auch nervös gewesen. In seiner Heimatstadt zu spielen - das ist ein verrücktes Gefühl."

Bruder Moritz durchlebte indes eine sehr ähnliche Gefühlswelt. Auch er kehrte erst kürzlich nach langer Verletzung - der 27-Jährige war sogar 13 Monate außen vor - zurück, auch er war umgeben von seinen engsten Vertrauten. Dabei fühlte sich der große Wagner-Bruder oft hin und hergerissen: "Du bekommst diese Möglichkeit ja nicht oft. Auf der einen Seite willst du es ja auch irgendwo genießen. Aber auf der anderen Seite musst du auch Jaren Jackson Jr. verteidigen."

Wagner erinnert sich an Alba-Duell mit den San Antonio Spurs

Erinnert fühlte sich Moritz auch an eine Erfahrung, die inzwischen mehr als zehn Jahre zurückliegt. Im Jahr 2015 traf der damals 16-Jährige mit Alba Berlin auf den zu diesem Zeitpunkt amtierenden NBA-Champion der San Antonio Spurs. Auch da sei der Rummel "sehr, sehr groß" gewesen. Der Unterschied: "Wir waren auf der anderen Seite und wussten irgendwie gar nicht, wo links und rechts ist. Und jetzt sind wir mittendrin."

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Doch selbst für einen Spieler wie ihn, der im Umgang mit den Medien jede Menge Erfahrung gesammelt hat, war der Auflauf in Berlin nochmal von einer anderen Hausnummer. "Ich weiß gar nicht, ob all diese Aufmerksamkeit überhaupt gesund ist", machte er deutlich und fügte an: "Ich freue mich dann auch, wenn das jetzt ein bisschen wieder runtergeht."

Ein paar Tage haben die Wagners allerdings noch durchzuhalten. Freitagmorgen ging es für sie und die Orlando Magic nach London, wo das zweite Global Game ansteht - erneut gegen die Memphis Grizzlies. Das Spiel erfolgt am Sonntag.

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