Als LeBron James im Jahr 2003 die Bühne der NBA betrat, waren die Erwartungen gewaltig - so hoch, wie wahrscheinlich nie zuvor für einen 18-Jährigen. Dafür hatte der "Chosen One" schließlich auch einige Argumente gesammelt. Seine Explosivität gepaart mit Spielwitz und Intelligenz waren eine seltene Kombination. Dazu verfügte James bereits in seinem jungen Alter über jede Menge Selbstbewusstsein und Charisma - die Medien liebten ihn.
Diese Eigenschaften halfen sicherlich dabei, sich schnell in der schillernden NBA-Welt zurechtzufinden. 20,9 Punkte, 5,9 Vorlagen und 5,5 Rebounds legte der Forward in seiner Rookie-Saison auf und wurde damit nicht nur klar zum Rookie of the Year gewählt, sondern erhielt sogar einige MVP-Stimmen und wurde Neunter.
LeBron sollte seine Karriere als Vorzeigestar fortsetzen. Manchmal als der Gute im Drehbuch der NBA - wie bei seiner Rückkehr nach Cleveland -, manchmal aber auch als der Bösewicht - wie bei seinem Duell mit Nowitzki im Trikot der Miami Heat. In jedem Fall lieferte er ab - sowohl aus sportlicher, als auch aus geschäftlicher Perspektive.
LeBron James wird 41: Diese Rekorde könnte der Lakers-Star noch brechen
LeBrons Vertragssituation für 2026/27 ist noch ungeklärt
23 Jahre nach seinem Eintritt in die größte Basketballliga der Welt ist James immer noch hier anzufinden - kein Spieler vor ihm absolvierte so viele Spielzeiten in der NBA. In den vergangenen Jahren änderte sich allerdings etwas. Das Narrativ des unsterblichen James', der Gevatter Zeit aus Widerwillen trotzt - es bröckelt.
Den ersten Saisonmonat verpasste LeBron komplett verletzt. Seither steht er im Schnitt 32,9 Minuten pro Spiel auf dem Feld - nie waren es in seiner Karriere weniger. Dazu häufen sich die Aussagen des dienstältesten Spielers der Liga, die einen gewissen Verschleiß anmuten lassen. Erst vor gut einer Woche machte er klar, den Weihnachtstag lieber auf der Couch bei seiner Familie verbringen zu wollen, anstatt auf dem Parkett zu stehen.
Dass James nach 23 Jahren die Nase voll hat, ist im anstrengenden NBA-Geschäft mit häufig um die 100 Saisonspielen und unzähligen Flugstunden nur nachvollziehbar. Aber es gibt durchaus noch mehr Gründe, die darauf schließen lassen, dass die aktuelle LeBrons letzte Saison als Aktiver ist.
Da wäre einerseits die Vertragssituation. James befindet sich im finalen Jahr bei den Los Angeles Lakers, nachdem er im Sommer seine Spieleroption gezogen hatte. Bereits diese Entscheidung ließ tief blicken. So hätte LeBron gleichwohl auf jene Option zugunsten eines neuen mehrjährigen Vertrages verzichten können. Doch so kam es nicht und - dem Vernehmen nach - machten die Lakers auch kaum Anstalten, ihrem Starspieler ein neues Arbeitspapier anzubieten.
James befeuert Karriereende-Spekulationen auch immer wieder selbst
Mit dem Trade von Luka Doncic war die Ära James in Los Angeles bereits inoffiziell beendet. Nach der laufenden Saison kommt sie somit wohl auch zu ihrem ganz offiziellen Ende. Schließt sich LeBron im Sommer 2026 also nochmal für mehrere Jahre oder - und das wirkt noch unrealistischer - für nur ein Jahr einem ganz anderen Team an? Während seine Familie in Los Angeles ein Zuhause gefunden hat und Bronny bei den Lakers so langsam Fuß fasst?
Dagegen sprechen auch die fortwährenden Aussagen des Punkte-Rekordhalters, die einen mittelfristigen Verbleib zumindest in Zweifel ziehen. Bereits nach dem Playoff-Aus in der vergangenen Saison ließ er offen, ob er seinem Team erhalten bleiben würde: "Darauf kann ich gerade keine Antwort geben", sagte er damals.
Bekanntermaßen entschied er sich letztlich doch weiterzumachen. Noch am Media Day - also weit vor Saisonbeginn - dämpfte er die Erwartungen dann erneut: "Ich weiß nicht, wann es so weit ist", stellte James klar. "Aber es passiert eher früher als später."
Karriereende ohne Ankündigung? Wo bleibt die Farewell-Tour?
Auch auf den cleveren Trick eines Journalisten, der ihn gefragt hatte, ob er auf Sohn Bryce warten werde, wollte LeBron nicht hereinfallen. Dieser dürfte sich laut Regularien im kommenden Sommer für den Draft anmelden. Zusammen mit seinem ältesten Sohn Bronny könnten damit theoretisch drei James' in der NBA zeitgleich spielen.
"Wir werden sehen, was passiert", ließ sich der Medienprofi gewohnt nichts entlocken. "Er hat seine eigene Timeline und ich meine. Ich weiß noch nicht genau, ob diese zusammenpassen. Wir werden es sehen."
Letztlich lässt diese Aussage den Türspalt weiterhin offen. James sieht sich selbst als besten Spieler der NBA-Geschichte. Würde er nun seine letzten Saisonspiele jemals absolvieren, ohne das Karriereende vorher zu kommunizieren, würde ihm die wohlverdiente Abschiedstournee entgehen.
James war immer für seine berechnende Art bekannt, für klare Strategien und Moves, die seiner Karriere und - vor allem - seinem Vermächtnis am dienlichsten sind. Ein abruptes Ende ohne monatelanger Farewell-Tour in allen 30 Arenen ist da kaum vorstellbar.
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