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"Nichts Neues, oder?": Bayern atmen nach Obst-Gala durch

kicker

Die Bayern sind in der EuroLeague in der Spur. Gegen Baskonia sammelte der FCBB den zweiten Sieg der Königsklasse in Folge ein und konnte dabei auf einen überragenden Andreas Obst vertrauen. Im Schlussviertel hatte er mit 15 Zählern das Zwölf-Punkte-Comeback der Münchner maßgeblich angeführt. Doch bereits zuvor war er immer wieder mit gut getimeten Treffern zur Stelle.

"Andi hat uns getragen, das ganze Spiel eigentlich", sagte Justinian Jessup im Nachgang anerkennend und hatte dabei wohl auch den Buzzerbeater zur Halbzeit im Kopf. Wenige Sekunden vor der Pausensirene hatte Kobi Simmons Baskonia auf elf Punkte distanziert.

Im direkten Gegenzug landete Obst einen schwierigen Buzzerbeater, der auch moralisch von großer Bedeutung gewesen sein dürfte. Den Schwung nahm der 29-Jährige auch gleich mit in die zweite Halbzeit, wo er 25 seiner insgesamt 37 Punkte erzielte.

Obst lenkt von sich ab und lobt Mitspieler

Lob gab es dafür auch von Bayerns Neuzugang Neno Dimitrijevic: "Wenn man einen Werfer wie Andi hat, ist man schwer zu schlagen als Team. Es ist ja nichts Neues, wie Andi spielt, oder?", fragte er am MagentaSport-Mikrofon lachend. "Mit Andi bekomme ich diese Saison bestimmt noch ein paar Assists."

Obst selbst zollte nach seiner Performance zunächst dem Gegner Respekt. Trotz der vielen Verletzungen hätte dieser "hart gespielt", so der Scharfschütze. "Letztlich war es ein hart erkämpfter Sieg gegen ein gutes Team aus Baskonia", resümierte er. Seinem EuroLeague-Rekord zum Trotz (die meisten Punkte, die je ein Deutscher erzielt hatte) präsentierte sich Obst wiederholt bescheiden und schob die Leistung seiner Mitspieler vor - nach Art eines echten Leaders.

Diese Fähigkeit wusste später auch Trainer Svetislav Pesic zu respektieren: "Er ist ein Spieler, der die Verantwortung will (...), der nicht nur mit Selbstvertrauen spielt, sondern es sich auch in der Defense holt." Große lobende Worte bekam Pesic trotz der Gala-Vorstellung allerdings nicht heraus. Erst ganz am Ende der Pressekonferenz mühte er sich zu den Worten: "Wenn mein Spieler mit seiner Leistung zufrieden ist, dann freue ich mich."

Pesic hofft auf gesteigertes Selbstvertrauen für die ganze Mannschaft

Die augenscheinliche Angst Pesics: Nur der Matchwinner selbst würde aus diesem Abend Energie und Selbstvertrauen ziehen, hat genau das aber die gesamte Mannschaft nötig. Kritik gab es an der Vorstellung an diesem Abend schließlich durchaus. Mit Ausnahme Obsts wirkte die Offensive erneut teils ideenlos. Dazu fehlte gegen eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft aus dem Baskenland - besonders in der ersten Hälfte - der defensive Fokus.

Dennoch: Der geschundenen Münchner Basketballseele tut dieser zweite Sieg in Folge gut. Das entfesselte Aufspielen in der Schlussphase erinnerte zuweilen an die Erfolge der vergangenen Saison, als es ein Carsen Edwards war, der das Team in den entscheidenden Momenten regelmäßig wachküsste. Mit einer Bilanz von nun sieben Siegen zu 13 Niederlagen rücken die Bayern zudem zwei Plätze aufwärts - die Play-Ins sind noch vier Erfolge entfernt. Begründete Zweifel an einer Teilnahme darf man auch weiterhin haben. Doch zumindest ist die Hoffnung an die Isar zurückgekehrt.

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