Die Wizards fristen seit fast drei Jahren ein Dasein im Keller der Eastern Conference. Nach vielen Spielzeiten im Mittelmaß tradete das neue Regime um GM Michael Winger Franchise-Star Bradley Beal und nahm damit einen langen Rebuild in Kauf. Auch Anfang 2026 ist dieser noch immer nicht abgeschlossen, stattdessen war man in D.C. lange sehr geduldig.
Junge Spieler wurden durch den Draft hinzugefügt, es wurde ein Kern um Bilal Coulibaly, Alex Sarr und Kyshawn George aufgebaut. Sie alle sind noch immer unter 22 Jahre alt, mit Marcus Smart, Khris Middleton oder zuletzt C.J. McCollum wurden zudem ein paar Veteranen geholt, um die jungen Spieler anzuleiten.
Gefühlt erinnerte es ein wenig an die Houston Rockets, die nach dem Trade von James Harden auch über den Draft jede Menge Youngster an Land zogen und dann Stück für Stück routinierte Spieler und später auch einen Superstar in Kevin Durant an Land zogen. Ob Young dies nun für die Wizards ist? Das darf bezweifelt werden.
Passt Young zum jungen Wizards-Kern?
Einerseits haben die Wizards noch keinen klaren, kommenden Star in ihren Reihen, andererseits zählt Young auch nicht zu den absoluten Superstars der Liga. Gleichzeitig füllt der 27-Jährige aber eine Lücke - und zwar die des offensiven Anführers und Creators. Die aufgezählten Youngster haben dagegen ihre Stärken weniger mit dem Ball, gleichzeitig ist Young ein Spieler, der den Ball dominiert. So war es stets in Atlanta, was gemischte Resultate brachte.
Eine Teilnahme in den Conference Finals sprang dabei heraus, ansonsten waren die Hawks stets ein Team, welches im Mittelmaß feststeckte. Inwieweit dies Young anzulasten ist, ist schwer zu beurteilen, weil seine Stats stets für sich sprachen. Gleichzeitig lässt sich aber sagen, dass Young vermutlich die erste Option in einem Spitzenteam sein kann.
Davon sind die Wizards aber noch weit entfernt, gleichzeitig bringt Young durchaus einen Wert für sein neues Team mit. Der Point Guard ist ein viermaliger All-Star, der eine Offense im Alleingang schmeißen kann, dafür war der Preis mit dem auslaufenden Vertrag von McCollum sowie Ergänzungsspieler Corey Kispert vergleichsweise niedrig.
Young und die Wizards: Wie geht es im Sommer weiter?
Das lag natürlich auch daran, dass Young in der Theorie die Wizards im Sommer ohne Gegenwert schon wieder verlassen könnte, dafür müsste der Guard aber ein Team finden, welches ihm einen hochdotierten neuen Vertrag gibt. Mögliche Kandidaten wären die beiden L.A.-Teams, Utah und Brooklyn - und eben Washington, die jede Menge finanziellen Spielraum haben. Die Wizards können sich nun erst einmal anschauen, was sie in Young haben und ob er zu dem jungen Team auch wirklich passt.
Und das muss auch noch nicht das Ende sein. Die Wizards könnten Young im Sommer bezahlen und aufgrund der zahlreichen Rookie-Verträge noch immer die Möglichkeit, einen weiteren Maximalvertrag auszuhändigen oder aber in einem Trade einen schlechten Vertrag aufzunehmen und dafür weitere Draft-Picks anzuhäufen.
In diesem Deal ging es also vermutlich weniger darum, so schnell wie möglich wieder in Richtung Playoffs zu schielen. Vielmehr ist es ein weiterer Schritt in einem langsamen Prozess, der Washington gemächlich wieder zu einem relevanten NBA-Team machen soll.
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