Sachsen wird aufgrund der Vielzahl an Burgen, Schlössern und Festungen auch als "Land der Schlösser" bezeichnet. Nicht mit in der Liste, aber definitiv erwähnenswert, ist die "Festung GGZ-Arena" des FSV Zwickau. Die Schwäne sind durch den 1:0-Heimsieg über den Greifswalder FC seit mittlerweile 20 Heimspielen ungeschlagen.
"So eine Serie gibt es selten. Weiß nicht, wer anders auf der Welt gerade so eine Heimserie hat", zeigt sich Daniel Haubner beeindruckt. Er sorgte mit seinem Tor gegen die Hansestädter mit dafür, dass die Serie hält.
"Wahnsinn, mit den eigenen Fans, die uns sehr pushen", sagt der Neuzugang vom ZFC Meuselwitz. Der Angstgegner Greifswald, gegen den die Westsachsen zuvor nur einen Punkt aus vier direkten Duellen holten, war einmal. Weil diese unfassbare Heimserie auch etwas mit einem macht? "Ich glaube, das ist auch ein Thema bei uns in der Kabine. Jeder Spieler weiß, wenn wir hier zu Hause spielen, muss erstmal eine Mannschaft kommen, die uns schlagen kann. Dazu mit unseren Fans im Rücken, kommt hier kein Gegner gerne her", meint der 26-Jährige.
„Unglaublich, diese Serie. Unser 'zwölfter Mann', die Fans tun auch viel dafür. Aber: So muss es auch weitergehen!“ (Andrey Startsev)
In der Zuschauertabelle rangiert Zwickau mit im Schnitt 5.774 Besuchern auf Platz 4 hinter Erfurt, Jena und Halle. Andrey Startsev sieht es daher ähnlich wie sein Teamkollege: "Unglaublich, diese Serie. Unser 'zwölfter Mann', die Fans tun auch viel dafür. Aber: So muss es auch weitergehen!"
Startsev träumt vom Aufstieg und DFB-Pokal
Weiter geht es auch mit ihm über die Saison hinaus, denn der Kapitän verlängerte vor anderthalb Wochen seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag vorzeitig um zwei Jahre plus Option für eine weitere Spielzeit. Dass das neue Arbeitspapier Gültigkeit für die Regionalliga und die 3. Liga besitzt, ist ein Fingerzeig. "Ich habe noch Ziele mit dem FSV: Ich möchte den Sachsenpokal holen, damit wir mal DFB-Pokal spielen, und aufsteigen", untermauert Startsev die künftigen Ambitionen.
Cheftrainer Rico Schmitt hatte zu Saisonbeginn ebenfalls zu Protokoll gegeben, dass er innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Titel einfahren will. Zuhause ist man bereits ein Top-Team. Um aber wirklich ganz oben mitspielen zu können, braucht es einerseits noch etwas mehr Erfahrung. Die soll nach Möglichkeit durch die Verpflichtung des Ex-Cottbusers Joshua Putze zugeführt werden. Der 30-Jährige weilt derzeit im Probetraining. Sportdirektor Robin Lenk wollte den defensiven Mittelfeldspieler bereits im Sommer holen, doch da kam eine Rückenverletzung dazwischen.
Unerklärliche Auswärtsschwäche
Ein weiterer Punkt, der die Schwäne noch von der Ligaspitze unterscheidet, ist die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsauftritten. "Woran es auswärts liegt, ist eine gute Frage. Wir haben auch da zahlreiche Fans dabei - Hut ab. Vielleicht liegt es an der Busfahrt am Spieltag, was jetzt aber keine Ausrede sein soll. Wir versuchen auch auswärts immer drei Punkte zu holen", unterstreicht Haubner.
Sieben Zähler auf fremden Plätzen sind nur Mittelmaß. Wird die Bilanz nächsten Sonntag bei Aufsteiger BFC Preußen aufpoliert? "Mit Sicherheit ist das eine sehr unangenehme und erfahrene Mannschaft, was es uns nicht einfach macht. Dennoch wollen wir versuchen die drei Punkte einzufahren und werden alles dafür geben", betont Haubner.