Das für Österreichs Nationalmannschaft möglicherweise historische Länderspieljahr 2026 wirft bereits seinen Schatten voraus. Sollte erstmals seit 28 Jahren das WM-Ticket fixiert werden, stünde die erste Hälfte des kommenden Jahres für das ÖFB-Team ganz im Zeichen der Endrunde in Nordamerika. Dementsprechende Vorbereitungen wie Quartier- und Testspielgegner-Suche sind schon angelaufen. Im Herbst wird dann die nächste Auflage der Nations-League-Gruppenphase ausgespielt.
Zunächst geht es einmal darum, Sparringpartner für die Doubleheader im März und Mai/Juni zu finden. Im Falle eines zweiten Endrangs in der Qualigruppe H wären die März-Termine fürs WM-Play-off reserviert. Das wahrscheinlichere Szenario ist aber, dass der WM-Startplatz schon im November gebucht wird, und deshalb wird schon seit längerem nach Testspiel-Gegnern und -Austragungsorten Ausschau gehalten, wie Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH erläuterte.
"Wir gehen in unseren Planungen derzeit davon aus, dass wir uns als Erster qualifizieren und führen Gespräche mit möglichen Gegnern für März und Mai beziehungsweise Juni", so Neuhold. Dabei gilt: Alles ist möglich. "Es geht darum, spielen wir in Europa oder können wir uns vorstellen, nach Nordamerika zu gehen, spielen wir gegen nominell starke oder eher schwächere Gegner, gegen Europäer oder Teams von anderen Kontinenten", erklärte Neuhold. "Wir sondieren derzeit den Markt, um Alternativen auszuarbeiten."
ÖFB-Team könnte schon im März nach Übersee reisen
Denkbar ist, dass die März-Partien zur Gänze in den USA ausgetragen werden (Neuhold: "Das ist nicht die wahrscheinlichste Variante, aber eine Option"), jeweils ein Spiel außerhalb und eines innerhalb Europas oder beide in Europa stattfinden. Das ÖFB-WM-Quartier müsste zu diesem Zeitpunkt bereits feststehen, allerdings würde man dort bei einem US-Trip im März mit großer Wahrscheinlichkeit nicht residieren, so der Niederösterreicher. Dies sei aufgrund verschiedener organisatorischer Vorgaben nicht realistisch.
Dafür könnte man im WM-Camp schon im Mai und nicht erst wie von der FIFA vorgeschrieben spätestens fünf Tage vor dem ersten WM-Spiel einchecken. Dadurch soll die Akklimatisierung erleichtert werden. Neuhold: "Es kann sein, dass wir deutlich früher nach Nordamerika fliegen." In diesem Fall würden die beiden letzten Länderspiele vor dem Turnier in Übersee über die Bühne gehen.
Getestet werden soll wenn möglich gegen Mannschaften mit bestimmten Profilen. "Der Plan ist, gegen Teams anzutreten, die vergleichbar mit unseren Gruppengegnern sind", sagte Neuhold. Man wolle vor der Fixierung der vier Tests - zu deren Austragung der ÖFB gemäß der UEFA-Zentralvermarkung vertraglich verpflichtet ist - noch die WM-Gruppenauslosung am 5. Dezember in Washington abwarten. "Wir werden aber auch nicht zu lange warten, weil es sonst eingeschränkte Optionen gibt", so der ÖFB-Geschäftsführer. Daher sei es möglich, dass schon jetzt Vorvereinbarungen mit Verbänden getroffen werden.
Alle Planungen noch mit Fragezeichen
All diese Varianten sind mit einem Fragezeichen versehen, weil sie von der Annahme ausgehen, dass sich Österreich im November für die WM qualifiziert. "Aber wir müssen unsere Planungen schon jetzt machen, alles andere wäre unprofessionell", stellte Neuhold klar.
Nach der WM geht es mit der Nations-League-Gruppenphase weiter, die Auslosung erfolgt wohl Anfang 2026, einen Termin dafür gibt es noch nicht. Österreich spielt wie schon bei der vergangenen Auflage in Liga B, in diversen Medien kursieren bereits Topfeinteilungen. Demgemäß würde das ÖFB-Team aus Topf zwei gezogen und könnte nicht auf die Schweiz, Bosnien-Herzegowina und die Ukraine treffen. Mögliche Gegner wären etwa Polen, Schottland, Ungarn, Israel, Irland, Rumänien, Schweden oder Kosovo.
Der Ausgang der Nations League dürfte beträchtliche Auswirkungen auf die Qualifikation für die EURO 2028 haben. Laut Medienberichten landen die Top drei aller Liga-A-Gruppen in der Quali-Auslosung in Topf eins, die Letzten von Liga A sowie die jeweiligen Top zwei von Liga B in Topf zwei und die Gruppendritten und -Vierten aus Liga B sowie die Liga-C-Poolsieger in Topf drei. Demnach kann Österreich in der EURO-2028-Auslosung bestenfalls aus Topf zwei gezogen werden, selbst wenn sich David Alaba und Co. 2026 zum Weltmeister krönen. Neuhold liegen zu solchen Plänen noch keine Informationen vor. Die Modalitäten könnten bei der Sitzung der UEFA-Kommission für Nationalmannschaften am 27. Oktober behandelt werden.