Der Schwerpunkt dieser Trainingswoche stand bereits mit Abpfiff des 3:3-Unentschiedens in Fürth, das sich für Hertha BSC wie eine Niederlage anfühlte, fest. "Die Erkenntnisse waren eindeutig", sagt Trainer Stefan Leitl. "Speziell in der Defensive haben wir nicht das gespielt, was wir uns vorgestellt haben. Wenn du auswärts drei Tore erzielst, muss das normalerweise reichen, um drei Punkte zu holen. Das war der Ansatz in dieser Trainingswoche. Wir sind nochmal in die Arbeit gegen den Ball reingegangen und haben noch mehr eingefordert, dass wir bei uns bleiben, diszipliniert spielen und nicht zu viele Räume geben, speziell in Umschaltsituationen."
„"Fakt ist, dass wir dieses Spiel nicht verlieren dürfen"“ (Stefan Leitl)
Der makellose November ist Geschichte, im Dezember hat der Hauptstadtklub Boden verloren - erst durch die 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Magdeburg, dann durch das 3:3 in Fürth, bei dem die Berliner weder eine 2:0- noch eine 3:2-Führung ins Ziel brachten. Gegen Arminia Bielefeld will Hertha am Freitagabend etwas geraderücken - und muss das auch angesichts der tabellarischen Konstellation. "Fakt ist, dass wir dieses Spiel nicht verlieren dürfen", betont Leitl. "Das Gleiche gilt auch für die Arminia. Sie haben jetzt mal eine Phase, in der sie weniger punkten. Trotzdem ist es ein sehr unangenehmer Gegner, der in meinem Empfinden als Aufsteiger eine wirklich gute Runde spielt mit allem, was dazugehört: sehr diszipliniert, sehr laufstark, sehr, sehr viel Tempo in vorderster Front. Dementsprechend wird es für uns viel um Personal in der Restverteidigung gehen, um die Positionierung in Gegenpressing-Momenten."
"30 Punkte sind eine Marke, die schon etwas bedeutet"
Das Berliner Ziel am Ende einer wechselhaften Hinrunde ist klar: Mit einem Sieg will Leitls Team die 30-Punkte-Marke knacken. "30 Punkte sind eine Marke, die schon etwas bedeutet, wenn du sie erreicht hast", sagt der Coach. "Wenn wir oben dabeibleiben wollen, brauchen wir diese 30 Punkte, um den Abstand nicht größer werden zu lassen. Dementsprechend ist die Kommunikation mit der Mannschaft klar: Dass jeder alles zu tun hat, um am Freitag diese 30 Punkte zu erreichen."
Leitl, vor Jahresfrist zwei Tage vor Silvester bei Hannover 96 geschasst und seit Mitte Februar in Berlin, kennt die 2. Liga sehr genau. Eine frühe Entscheidung im Aufstiegsrennen erwartet er nicht: "Diese Liga ist verrückt und ausgeglichen. Es geht Woche für Woche um Nuancen. Die Leistungsdichte ist extrem. Es wird definitiv spannend bis zum Ende bleiben." Gewinnt sein Team gegen Bielefeld, wird die Spannung noch etwas größer.