Mit dem Aufleuchten der Raketen begann auch für Daniel Meyer der stressige Teil des Winters. Seit dem 1. Januar ist das Transferfenster geöffnet, können Planer wie Sportchef Meyer vom Halleschen FC den Kader optimieren.
Der Regionalligist hat eine ernüchternde erste Saisonhälfte gespielt. Vom eigenen Anspruch, um den Titel mitzuspielen, ist der HFC weit entfernt. 14 Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Lok Leipzig. Platz sechs lautet die Gegenwart zum Start in das neue Jahr, eine weitere Saison in der vierten Liga die Zukunft.
"Es sind viele Kleinigkeiten, die uns dastehen lassen, wo wir stehen", sagte Meyer und nannte etwa die langfristigen Ausfälle wichtiger Spieler wie Pascal Schmedemann oder Fabrice Hartmann, einen noch nicht abgeschlossenen Findungsprozess des Teams, oder fehlendes Matchglück. Immerhin: In der Schlussphase der ersten Saisonhälfte stabilisierte sich der HFC wieder, blieb fünfmal in Folge ungeschlagen.
Im Januar soll es dennoch zu personellen Veränderungen im Kader und ersten Entscheidungen für die Zukunft kommen. 13 Spielerverträge laufen im Sommer aus. "Bei denjenigen, mit denen wir nicht weitermachen wollen, versuchen wir, vielleicht schon eine Lösung zu finden", sagte Meyer. Um finanziellen Spielraum für mögliche Zugänge zu schaffen. "Es ist immer eine Frage von Wirtschaftlichkeit, grundsätzlich ist jedoch schon die Ambition da, den einen oder anderen Transfer vielleicht schon vorzuziehen."
Kurz vor einem Abgang soll Stürmer Cyrill Akono stehen, der unter Trainer Robert Schröder kaum noch gefragt ist. Weitere Kandidaten sind die Talente Kilian Zaruba und Pierre Weber, die nur wenig Einsatzzeiten haben. Vorstellbar ist, dass beide ihre auslaufenden Verträge verlängern und dann ausgeliehen werden.
Nächste Saison Vollattacke?
Gelänge es, Spieler abzugeben, plant der HFC Verpflichtungen, die auch als Vorgriff für die kommende Spielzeit dienen sollen, wenn die Regionalliga Nordost den direkten Aufstiegsplatz hat. "Man könnte die Jungs bereits integrieren, um nächste Saison die Vollattacke zu fahren", begründete Meyer. Bedarf sieht er "in der Breite auf dem offensiven Flügel und auf den Außenverteidigerpositionen. Da sind wir auch aufgrund der Verletzungen zu dünn besetzt".
Ein Kandidat für die Offensive, der sofort helfen könnte, aber auch noch Potenzial hat, ist Theo Ogbidi. Der 24-Jährige ist gebürtiger Hallenser, war Teil des Meisterteams von Lok Leipzig in der vergangenen Saison. Danach wagte er den Sprung in die dritte Liga zu Energie Cottbus. Dort spielt Ogbidi aber keine Rolle, strebt daher einen Wechsel im Winter an. Der HFC beschäftigt sich mit ihm.
Ein weiterer, bereits erfahrenerer Kandidat, ist mit Erich Berko ein in Halle alter Bekannter. Der 31-Jährige hat von Januar 2023 bis Sommer 2024 für die Rot-Weißen in der dritten Liga gespielt. Die vergangene Saison stand Berko in Albanien unter Vertrag, seit Sommer ist er vereinslos. Der flexible Offensivspieler lebt mit seiner Familie nach wie vor in Halle, es soll bereits Kontakt zwischen Spieler und Verein gegeben haben.