Aitana Bonmati muss - oder darf - ihren Trophäenschrank wieder einmal ausbauen. Die 27 Jahre alte Ausnahmespielerin des FC Barcelona wurde am Montagabend in Paris zum dritten Mal hintereinander mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet. Damit setzte sie sich gegen diverse Vereinskolleginnen wie Alexia Putellas (Platz 4) oder Ewa Pajor (Platz 8) durch. Zweite wurde Bonmatis Landsfrau Mariona Caldentey vom FC Arsenal.
Auch die drei Spielerinnen, die in diesem Jahr sowohl den EM-Titel als auch den Champions-League-Titel abgeräumt hatten, gingen leer aus: Leah Williamson (Platz 7), Chloe Kelly (Platz 5) und Alessia Russo (Platz 3), allesamt Engländerinnen in Diensten des FC Arsenal. Vor allem Mittelstürmerin Russo waren Chancen auf den Sieg eingeräumt worden.
Klar war aber auch: Trotz der Titel hatte Russo nicht diesen tiefgreifenden Einfluss aufs Spiel ihrer Teams wie Aitana, die sich 2024/25 "nur" mit dem Double aus Meisterschaft und Pokal in Spanien zufriedengeben musste - und der Supercopa, wenn man sie dazurechnen möchte.
Die Spanierin verkörpert im zentralen Mittelfeld seit Jahren das Optimum an Passgenauigkeit, Dynamik und Spielübersicht. Obwohl sie im EM-Finale gegen England im entscheidenden Elfmeterschießen ihren Versuch vergab, kürte sie die UEFA wenige Minuten später zur besten Spielerin des Turniers. Dabei war sie von einer Meningitis gebeutelt in die EM gegangen und hatte sich erst nach und nach in die Startformation des Top-Favoriten zurückgekämpft.
Mit Aitanas nächster Auszeichnung gewinnt also zum fünften Mal in Serie eine Spanierin den Ballon d'Or. 2021 und 2022 hatte Alexia Putellas gesiegt, seitdem eben dreimal Aitana. Auch als FIFA-Weltfußballerin 2023 und 2024 sowie als beste Spielerin der Champions-League-Saisons 2022/23, 2023/24 und 2024/25 darf sich die zurückhaltende Serien-Preisträgerin bezeichnen.
Unter den 30 Nominierten auf der Shortlist waren vorab auch die beiden Münchnerinnen Klara Bühl (Deutschland) und Pernille Harder (Dänemark) gewesen, die allerdings ob des internationalen Abschneidens ihrer Teams chancenlos waren. Immerhin schafften es beide in die Top 20: Bühl wurde 19., Harder folgt auf Platz 20.