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Wie sich Amorims Konflikt mit den Bossen hochschaukelte

kicker

Am Sonntag hatte Ruben Amorim die Chance, das Feuer zu löschen, das er zuletzt bei Manchester United gelegt hatte. Doch statt für Wasser entschied sich der Trainer für einen Brandbeschleuniger - und musste schon am nächsten Tag gehen. Womöglich hatte er genau darauf spekuliert.

Als seine Pressekonferenz nach dem enttäuschenden 1:1-Remis bei Leeds United am Sonntag schon fast vorbei war, zündelte Amorim plötzlich unverhohlen: "Ich wollte nur sagen, dass ich hierhergekommen bin, um Manager von Manchester United zu sein, nicht Trainer. Ich weiß, dass ich nicht Tuchel, nicht Conte, nicht Mourinho heiße, aber ich bin der Manager von Manchester United."

An Heiligabend hatte Amorim mit kryptischen Aussagen Dissonanzen mit der sportlichen Leitung über die Transferpolitik angedeutet und diese bei seinen Auftritten danach nicht näher erläutern wollen. "Ich habe das Gefühl, dass wir, um ein perfektes 3-4-3 zu spielen, viel Geld ausgeben müssen und Zeit benötigen. Ich fange an zu verstehen, dass das nicht passieren wird", so Amorim am 24. Dezember. Auf Nachfrage verweigerte Amorim am Freitag zwar weitere Kommentare dazu, meinte aber in Richtung des Fragestellers: "Sie sind sehr schlau, also ..."

Ob sein Auftritt damit zu tun hatte, dass ManUnited gerade aus dem Rennen um Bournemouths Überflieger Antoine Semenyo ausgestiegen war, ist unklar. Zuletzt häuften sich aber Berichte, wonach es zwischen Amorim und Sportdirektor Jason Wilcox Spannungen gebe. "Jede Abteilung - das Scouting, der Sportdirektor - muss ihre Arbeit machen", erklärte Amorim am Sonntag. "Ich werde meine noch 18 Monate machen, dann ziehen wir weiter."

Das zogen die Bosse um Sir Jim Ratcliffe nun vor und begründeten die Trennung offiziell mit den sportlichen Ergebnissen. Mit nur einem Sieg aus fünf Spielen und nur drei aus elf stolperten die Red Devils durch die Weihnachtszeit, auch wenn United weiterhin Sechster ist und damit neun Positionen besser dasteht als am Ende der miserablen Vorsaison.

Spielte auch Vivell eine Rolle?

Dass Amorim gleich mehrmals betonte, Manager und nicht Trainer zu sein ("Das war der Deal, das ist mein Job"), sprach erst recht für ein Kompetenzgerangel im Hintergrund - und irritierte: United hatte ihn bei seiner Verpflichtung im November 2024 schließlich explizit als "Head Coach" und nicht wie Vorgänger Erik ten Hag als "Manager" vorgestellt und verabschiedete ihn am Montag auch so.

Amorim war beim 1:0-Sieg gegen Newcastle am Boxing Day überraschend erstmals von seinem 3-4-3-System abgewichen, war danach aber wieder von der Vierer- zur Dreierkette zurückgekehrt. Angeblich hatte ein Deutscher auf die Änderung gedrängt: Christopher Vivell, seit Sommer 2024 Head of Recruitment bei ManUnited. Auch das könnte bei Amorims anhaltender Zündelei eine Rolle gespielt haben.