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Arnautovic als Mittelsmann? ÖFB buhlt um portugiesischen Mittelfeldspieler

kicker

Tomás Romano Pereira dos Santos Händel - ein Name, der wohl den wenigsten Fußballfans in Österreich geläufig ist, der allerdings bald in einem Aufgebot des ÖFB-Team zu lesen sein könnte. Vor 24 Jahren in Portugal zur Welt gekommen, genoss der defensive Mittelfeldspieler seine gesamte Ausbildung bei seinem Heimatverein Vitoria Guimarães, für den er 118 Profispiele bestritt. Den zweiten Nachnamen - und die prinzipielle Möglichkeit, für Österreich spielberechtigt zu sein - verdankt der Kicker seiner Urgroßmutter, die aus der Alpenrepublik stammte und nach Portugal geheiratet hat.

Im Sommer wechselte Händel, dessen Marktwert auf rund 10 Millionen Euro taxiert wird, für 3,1 Millionen Euro von Guimarães zu Roter Stern Belgrad nach Serbien, wo er mit Marko Arnautovic zusammen spielt. Nun berichten portugiesische Medien, dass Österreichs Rekordinternationaler Händel von einem Nationenwechsel überzeugen will. ÖFB-Nachwuchsleiter Sebastian Prödl soll demnach mit dem gebürtigen Portugiesen bereits am Mittwoch dieser Woche Kontakt aufgenommen und ihm das ÖFB-Team schmackhaft gemacht haben.

Meinungsumschwung?

Händel selbst, der bereits drei U-21-Länderspiele für Portugal bestritt, hatte in der Vergangenheit im Podcast DEZANOVE22 alles andere als angetan gewirkt von der Idee, für Rot-Weiß-Rot zu spielen. "Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich für die österreichische Nationalmannschaft spielen kann, aber selbst wenn es möglich wäre, möchte ich nicht, weil ich mich damit nicht identifiziere", sagte er damals. "Ich war zum Beispiel noch nie in Österreich. Es gibt keine Verbindungen. Ich spreche die Sprache nicht. Ich weiß nur, dass mein Name von daher kommt, aber sonst weiß ich nichts."

Was seine Zweifel an einem möglichen Verbandswechsel betrifft, gilt es tatsächlich noch einiges zu klären. In den Bestimmungen dazu heißt es, dass ein Spieler den Nationalverband wechseln kann, wenn das letzte Pflichtspiel für den bisherigen Verband vor seinem 21. Geburtstag war, er die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes besitzt und der Weltverband FIFA dem Wechsel zustimmt.

Was sagen die Regeln?

Tomas Händel feierte am 21. November 2021 seinen 21. Geburtstag, sein letztes Spiel für Portugal absolvierte er am 16. November 2021 (in der EM-Qualifikation gegen Zypern). Dieses Kriterium hätte er also erfüllt. Dass er die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist nach seinen bisherigen Äußerungen eher nicht anzunehmen. Und mit der Zustimmung der FIFA hat es zumindest im Fall Steffen Hofmann vor vielen Jahren nicht geklappt.

Bei Ashley Barnes, dem Burnley-Stürmer mit österreichischer Großmutter, hat sich 2019 sogar das österreichische Innenministerum quergelegt und die Verleihung der Staatsbürgerschaft abgelehnt.

Gegen San Marino dabei oder mischt sich Martinez ein?

Dennoch heißt es in Portugal, dass Händel bereits für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen San Marino und Zypern im Oktober einberufen werden könnte. Sebastian Prödl war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.In portugiesischen Fußballkreisen hält man es aber auch noch für möglich, dass Roberto Martinez den Mittelfeldspieler, der einst eine Ausstiegsklausel von 50 Millionen Euro in seinem Vertrag bei Vitoria Guimarães hatte, nicht so leicht ziehen lassen will und ihm ebenfalls eine Einberufung zukommen lässt. Dann läge es an Tomas Händel, wie er sich entscheidet.