Bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko erwarten deutsche Fußballfans hohe Ticketpreise. Wie der DFB eine Woche nach der Gruppenauslosung mitteilte, starten die günstigsten Eintrittskarten im Fanblock der Nationalmannschaft bei 155 Euro - das gilt aber nur für das erste Spiel in Houston gegen Curacao am Samstag, den 14. Juni (19 Uhr MESZ). Im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (Toronto, Samstag, 22. Juni, 22 Uhr) wird es gleich teurer, da liegt das günstigste Ticket bei 190 Euro. Noch tiefer in die Tasche greifen muss man für das letzte Vorrundenspiel im Endspielstadion in East Rutherford bei New York gegen Ecuador (Donnerstag, 25. Juni, 22 Uhr), wenn mindestens 230 Euro fällig werden.
Die Preise sorgten in der organisierten Fanszene für einen Schock. So zeigte sich die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) angesichts der "horrenden Ticketpreise entsetzt" und forderte die FIFA auf, den Verkauf über die beteiligten Nationalverbände "unverzüglich einzustellen". Besonders sauer aufgestoßen ist, dass die von der FIFA beworbene Kategorie 4, die ab 60 US-Dollar (rund 51 Euro) losgeht, nicht enthalten ist.
Dass ausgerechnet den "treuesten Fans über ihre Nationalverbände" die günstigsten Tickets vorenthalten werden, wertet die Fan-Organisation als "ungeheuren Verrat an der Tradition der Weltmeisterschaft" und als klares Signal, dass die FIFA "den Beitrag der Fans zu diesem Spektakel ignoriert". Gefordert wird eine Überprüfung der Ticketpreise sowie der Kategorienverteilung.
Das billigste Finalticket kostet 3580 Euro
Um die Tickets kann man sich ausschließlich über das Ticketportal der FIFA bewerben, Anhänger aus dem Fanclub Nationalmannschaft und weiteren Fanclubs erhalten jedoch vom DFB sogenannte "Access Codes", um sich für die speziellen Tickets zu bewerben - die Verkaufsphase läuft bis zum 13. Januar. Jedem WM-Teilnehmer stehen acht Prozent der Tickets pro Spiel zur Verfügung.
Deutschlands Kontingente betragen demnach 4307 Tickets gegen Curacao, 2452 gegen die Elfenbeinküste und 4826 für das Duell mit Ecuador - nicht gerade viel. Und es kommt noch hinzu, dass nicht jeder ein "günstiges" Ticket erhalten wird, denn es gibt Preisspannen - und die reichen bis 430 Euro für das Spiel gegen Curacao, bis 515 Euro gegen die Elfenbeinküste und bis zu 600 Euro gegen Ecuador. Immerhin wären Karten für ein etwaiges Sechzehntelfinale etwas günstiger als Tickets für das finale Gruppenspiel, ehe die Preise ab dem Achtelfinale wieder deutlich anziehen. Die Preise für ein mögliches Finale am 19. Juli 2026 liegen im DFB-Kontingent zwischen 3580 und 7430 Euro pro Ticket.
Auf die K.-o.-Spiele muss man sich übrigens bereits in der laufenden Phase bewerben, sofern man diese über das DFB-Kontingent erwerben möchte. Denn nach der Vorrunde wird das nicht mehr möglich sein, bereits gekaufte Tickets sollen bei Bedarf auf einem speziellen Portal der FIFA ab 2. April allerdings wieder verkauft werden können. Dort haben die Kartenpreise von bereits abgesetzten Tickets enorme Preissprünge erfahren, wovon auch die FIFA profitiert. Sie verlangt nämlich jeweils 15 Prozent Gebühr für den Käufer und Verkäufer - und begründet dies damit, dass derartige Gebühren den Trends in der nordamerikanischen Sportbranche entsprechen würden. Auch, so heißt es, würden alle Einnahmen reinvestiert, um das Wachstum des Sports zu fördern.
Mit der Preisgestaltung hat der DFB selbst nichts zu tun, diese ist alleinige Sache des Weltverbandes FIFA.