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Aus 27 Debütanten sind bislang vier Leistungsträger gereift

kicker

Seit August 2021 ist Murat Yakin schon Nationaltrainer der Schweiz. In 51 Spielen liess er bislang 27 Akteure debütieren. Ein Rekordjahr feierte er 2024 mit gleich acht Debütanten im selben Kalenderjahr. Demnächst könnte die Liste gar noch länger werden. Die beiden Innenverteidiger Luca Jaquez vom VfB Stuttgart und Adrian Bajrami vom FC Luzern stehen erstmals im Aufgebot für die beiden Spiele in der WM-Qualifikation gegen Schweden und Slowenien. Ein Blick auf die anderen Debütanten unter Yakin zeigt, ein erster Einsatz alleine ist noch lange keine Garantie für eine grosse Nati-Karriere.

Bei fünf Akteuren ist es beim Debüt geblieben

Das bitterste aller Nati-Debüts erlebte sicherlich Alvyn Sanches: Im März zog er sich bei seinem ersten Länderspiel gegen Nordirland einen Kreuzbandriss zu. Trotz seiner Verletzung wechselte der 22-Jährige im Sommer zum BSC Young Boys. Wenn der brillante Techniker in der Bundesstadt behutsam wieder aufgebaut wird, dürfte Sanches noch eine grosse Zukunft im Nationalteam haben.

Der eine oder andere Spieler dürfte aber auch unter Yakin zum "One-Hit-Wonder" geworden sein. Speziell ist da an Lugano-Captain Mattia Bottani zu denken, der im Alter von 31 Jahren in der Nations League gegen Portugal im Juni 2022 eingesetzt wurde. Auch Kastriot Imeri, der mittlerweile per Leihe in Thun spielt, und FCSG-Eigengewächs Christian Witzig sind derzeit weit weg von einer erneuten Nomination fürs Nationalteam.

Ein ganz spezieller Fall ist jener von Albian Hajdari. Im März erhielt er 45 Minuten Einsatzzeit im Freundschaftsspiel gegen Luxemburg. Damit ist der 22-Jährige aber noch nicht an die Schweiz gebunden worden. Nun hat sich der Abwehrspieler für den Kosovo entschieden. Der neue Bundesliga-Legionär geht damit den gleichen Weg wie Mittelfeldspieler Leon Avdullahu. Nicht nur bei der TSG Hoffenheim sind die beiden fortan Teamkollegen. Während Hajdari zumindest einmal das Schweizer Nationaltrikot getragen hat, stand Avdullahu nie im Nati-Aufgebot.

Ein Quartett ist zu den Leistungsträgern zu zählen

Einfachheitshalber wechseln wir zur gegenteiligen Kategorie. Vier Spieler sind unter Yakin zu unumstrittenen Leistungsträgern gereift. Unter den 27 Spielern findet sich nur ein Torhüter. Gregor Kobel rückte zwar bereits im Juni 2017, also noch unter Vladimir Petkovic, erstmals ins Nationalteam. Seinen ersten Einsatz bestritt er allerdings erst nach der EM 2021. Im Länderspiel gegen Griechenland stand der spätere Nachfolger von Yann Sommer als Nummer eins der Schweiz erstmals zwischen den Pfosten.

Im Jahr 2022 debütierten drei weitere Akteure, die zu den Leistungsträgern zu zählen sind. So richtig ins Rampenlicht hat sich Dan Ndoye an der EURO 2024 gespielt. Mittlerweile in der Premier League ist der Flügelspieler ein wichtiges Puzzleteil im Schweizer Angriffsspiel. Auch Fabian Rieder ist zu einer Stammkraft gereift. Seine Polyvalenz macht es dem Trainer einfach, einen Platz für den 23-Jährigen zu finden. Mit 27 Länderspieleinsätzen und elf Toren wäre auch Zeki Amdouni ein wichtiger Spieler in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026. Ein Kreuzbandriss wird weitere Nati-Einsätze des 24-Jährigen in diesem Jahr aber verhindern.

Stehen aktuell auf der Kaderliste

Neben Kobel, Ndoye und Rieder werden sechs weitere Debütanten unter Murat Yakin ab Montag beim Zusammenzug dabei sein. In den letzten eineinhalb Jahren wurden fleissig Abwehrspieler gecastet. Miro Muheim, der beim HSV längst zum Führungsspieler gereift ist, hat sich auf diesem Weg ins Nationalteam gespielt. Immer wieder wurde der Linksverteidiger von den Fans gefordert, nun entwickelt sich der 27-Jährige zur etablierten Alternative zu Routinier Ricardo Rodriguez. Und auch zwei weitere Bundesliga-Verteidiger gehören erneut zum Kader. Aurele Amenda von Eintracht Frankfurt und Isaac Schmidt, Leihspieler beim SV Werder Bremen, stehen erneut im Team. Beide haben bislang vier Länderspiele vorzuweisen.

Durch die Verletzung von Zeki Amdouni ist die Schweiz auf der Stürmerposition immer wieder auf der Suche nach Alternativen zu Breel Embolo. Nachdem er zuletzt bei zwei Zusammenzügen nicht mit von der Partie gewesen ist, kehrt Andi Zeqiri ins Nationalteam zurück. In 16 Einsätzen ist ihm bislang ein Tor gelungen. Seit seinem Debüt im März 2024 stand Vincent Sierro immer im Aufgebot. Das hat sich auch mit dem Wechsel nach Saudi-Arabien nicht geändert. 13 Einsätze, davon vier in der Startelf, hat er zu Buche stehen. Sierro erhält aber immer mehr Konkurrenz im Mittelfeld, beispielsweise auch durch Johan Manzambi. Im Sturm hat der Youngster die Fanherzen erobert. Der 19-Jährige bringt Schwung ins Spiel, in den beiden ersten WM-Qualifikationsspielen tat er dies als Joker. Der Spieler des SC Freiburg dürfte noch viel Freude bereiten.

Einige Debütanten haben wohl keine Zukunft im Team

Von Verletzungen ausgebremst

Damit verbleiben zwölf Debütanten, die keiner der drei Kategorien zuzuweisen waren. Nur die wenigsten von ihnen werden wohl langfristig eine Rolle im Nationalteam erhalten. Unbestritten wird Ardon Jashari dazugehören. Nach seinem steilen Aufstieg beim Club Brügge hätte der Mittelfeldspieler schon in der WM-Qualifikation zunehmend Verantwortung erhalten sollen. Ein Wadenbeinbruch hat Jashari aber arg ausgebremst. Auch Leonidas Stergiou wurde von einer Verletzung zurückgeworfen. Nach einem Syndesmosebandriss hat der 23-Jährige zuletzt erstmals in dieser Saison wieder gespielt, vorerst aber nur für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Auch bis zum November-Zusammenzug dürfte es für Stergiou eng werden.

Wohl ohne Zukunft im Nationalteam

Die Suche nach Optionen in der Abwehr wurde bereits erwähnt. Es scheinen sich die jungen Akteure durchgesetzt zu haben. Im Frühjahr überraschte der Nationaltrainer mit Stefan Gartenmann und Lucas Blondel. Beide liessen sich für erste Einsätze für die Schweiz den roten Pass mit dem weissen Kreuz ausstellen. Der gebürtige Däne Gartenmann wäre eine Alternative für die Innenverteidigung. Blondel wiederum fühlt sich auf der rechten Abwehrseite am wohlsten. Beide werden es kaum mehr ins Nationalteam schaffen. In eine ähnliche Kategorie fällt wohl auch Gregory Wüthrich. In der Nations League kam er im September 2024 zu zwei Pflichtspieleinsätzen. Mittlerweile stehen aber jüngere Spieler über dem YB-Routinier in der Hierarchie des Nationalteams.

Wohl auch zwei weitere Spieler haben keine guten Chancen auf weitere Einsätze im Nationalteam. Uran Bislimi lief 2023 zweimal für die Schweiz auf. Auch im darauf folgenden Jahr stand er noch in zwei Länderspielphasen im Aufgebot, die Konkurrenz im Mittelfeld ist allerdings schlichtweg zu gross. Dereck Kutesa spielte derweil dreimal für die Nati, auch in seinem Fall gibt es aber kaum Aussichten auf weitere Einsätze. Der Linksaussen müsste bei AEK Athen schon ordentlich für Furore sorgen.

Fünf weitere Alternativen für Yakin

Die offenen Namen auf der Liste werden weniger. Da ist beispielsweise Ulisses Garcia, der elf Einsätze für die Schweiz bestritten hat. Der Linksverteidiger von Olympique Marseille wurde durch Miro Muheim aus dem Nationalteam verdrängt, trotzdem bleibt der 29-Jährige eine Alternative auf seiner Position. Die junge Konkurrenz verschlechtert auch die Einsatzchancen von Cedric Zesiger. Der robuste Innenverteidiger war aber noch im März und im Juni mit dem Nationalteam unterwegs.

Sogar zum Auftakt der WM-Qualifikation stand Joel Monteiro im Aufgebot. Der 26-Jährige kam aber nicht zum Einsatz, jetzt wurde ihm mit Andi Zeqiri ein anderer Offensivspieler vorgezogen. Es braucht mehr solche starken Auftritte, wie in der Europa League in Bukarest, damit der YB-Spieler im November wieder dabei ist. Seit Saisonbeginn fehlt derweil Kwadwo Duah bei Ludogorets Razgrad verletzt. Auch er wäre eine Alternative für die Position des Mittelstürmers. Filip Ugrinic muss sich nach seinem Wechsel zu Valencia vorerst im Club wieder zur Stammkraft hocharbeiten, bevor er mit dem Nationalteam liebäugeln kann.

So hat sich der Nationaltrainer Murat Yakin durch viele Debütanten in den letzten Jahren mittlerweile eine breite Auswahl an Optionen im Kader zusammengestellt. Von "One-Hit-Wonder" bis zu verlässlichen Stammspielern ist definitiv alles mit dabei.