Kickers Offenbach steckt in der Krise. Die 3:4-Niederlage im Krisengipfel gegen Drittliga-Absteiger Sandhausen, bei der man eine 3:1-Pausenführung aus der Hand gab, markierte einen neuen Tiefpunkt für den OFC. Nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge steht der Traditionsverein auf Rang 12 - nur drei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. Die Meisterschaft dürfte für den vor der Saison als Titelaspiranten gehandelten Klub angesichts von 16 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Freiberg wohl bereits jetzt ins Reich der Märchen gehören.
Die sportliche Talfahrt hat nun erste Konsequenzen. Wie der OFC am Montagnachmittag mitteilte, wurde Christian Hock in einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Geschäftsführer Sport freigestellt.
Schon in den letzten Wochen war die Kritik an Hock und dessen riskanter Kaderplanung zunehmend lauter geworden. Nun zogen die Verantwortlichen am Bieberer Berg die Reißleine. Der Verein dankt Hock "ausdrücklich für seinen Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit" und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute. Die kaufmännische Geschäftsführung verantwortet weiterhin Florian Holzbrecher.
Zweimaliger Aufstiegscoach Boysen übernimmt fürs Erste
Die sportliche Verantwortung geht interimsweise an Hans-Jürgen Boysen über. Der frühere OFC-Trainer führte die Kickers bereits zweimal zum Aufstieg und soll mit seiner Erfahrung und "großen Nähe zum OFC" kurzfristig für Stabilität sorgen.
In seiner Mitteilung verurteilt der Verein auch die persönlichen Anfeindungen, denen Christian Hock zuletzt ausgesetzt war. "Der OFC steht für Respekt und Zusammenhalt - Werte, die gerade in schwierigen Zeiten gelten müssen", heißt es in der Stellungnahme.
Cheftrainer Kristjan Glibo darf im Amt bleiben, steht jedoch zweifellos unter Druck. Bereits am morgigen Dienstag geht es für den OFC in der englischen Woche weiter: Die SG Barockstadt ist zu Gast am Bieberer Berg.