Nach der knappen 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln verlor die Mannschaft von Mattia Croci-Torti auch ihr zweites Testspiel in dieser Winterpause. Zweimal gelang es dem FC Lugano gegen Viktoria Pilsen, einen Rückstand auszugleichen. In der 51. Minute traf Kevin Behrens zum 1:1, in der 86. Minute war Claudio Cassano erfolgreich. Die Partie wurde aber über dreimal 45 Minuten ausgetragen. Im letzten Drittel machten die Tschechen den Unterschied aus und so stand am Ende eine 2:4-Niederlage auf der Anzeigetafel.
Für viel mehr Aufsehen als das Resultat sorgten die Geschehnisse in der 72. Spielminute. Kevin Behrens war eigentlich gerade dabei, im Pressing die gegnerische Abwehrkette anzulaufen, als der Deutsche plötzlich abdrehte. Ungebremst rannte er auf seinen Sturmkollegen Georgios Koutsias los und schubste diesen zu Boden. Auch verbal attackierte der aufgebrachte 34-Jährige den Teamkollegen. Behrens bezeichnete Koutsias lautstark, und dadurch auch über den Livestream für alle gut zu hören, als "kleine Missgeburt" und befahl ihm, leise zu sein. Was der Auslöser für diesen Aussetzer aufseiten von Behrens war, bleibt unklar.
Durch den Unparteiischen auf dem Rasen wurde die Aktion nicht sanktioniert. Der FC Lugano verurteilte den Vorfall in einer kurzen Stellungnahme aufs Schärfste. Die Angelegenheit werde intern behandelt und der Verein werde über eine angemessene Disziplinarmassnahme entscheiden. Für den Teamgeist der eigentlich formstarken Tessiner spricht die Aktion auf jeden Fall nicht. Mit sieben Punkten Rückstand hätte der Tabellendritte intakte Chancen auf den Meistertitel, dazu müssten aber wohl alle an einem Strang ziehen.