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BVB-Abwehr stabilisiert: Kovacs erfolgreiche Schnitt-Arbeit

kicker

Das M-Wort nimmt Niko Kovac zwar nicht in den Mund, aber der Trainer von Borussia Dortmund weiß natürlich, dass der Erfolg einer Mannschaft maßgeblich damit zusammenhängt, wie gut die Defensive funktioniert. Und auch ohne, dass der BVB die allerhöchsten Ziele für diese Saison öffentlich ausgesprochen hat, ist klar: Die Verteidigungsarbeit soll endlich wieder auf das Niveau einer Spitzenmannschaft klettern. Ein Anfang dorthin ist in dieser Saison bereits gemacht.

Mit drei Gegentoren nach vier Spieltagen steht die Kovac-Elf aktuell bei einem Schnitt von weniger als einem Gegentor pro Spiel. Wobei berücksichtigt werden muss, dass der BVB alle drei Gegentreffer beim 3:3 beim FC St. Pauli kassierte, in den anderen drei bisherigen Liga-Spielen also zu null spielte. Es ist eine klare Verbesserung zur Vorsaison, in der die Borussia insgesamt 51 Gegentore in 34 Spielen einstecken musste - und damit deutlich zu viel.

"Das war zu viel für eine Spitzenmannschaft", sagt auch Kovac, der die Abwehrleistungen des BVB seit seiner Amtsübernahme im Februar zu verantworten hat und sie seitdem kontinuierlich verbessern konnte. "Aktuell", bilanziert er, "bewegen wir uns auf einem ordentlichen Niveau." Dies gelang durch verschiedene taktische Maßnahmen und der Umstellung auf eine Dreierkette, aber auch durch Veränderungen am Mindset seiner Spieler.

"Es ist ein ganzheitlicher Prozess"

"Es ist ein ganzheitlicher Prozess", sagt der BVB-Trainer, der sein Team im Training regelmäßig in sogenannte "Unit Groups" aufsplittet, um mit den einzelnen Blöcken intensiver an einem Thema arbeiten zu können. "Wir versuchen dabei, alle dafür zu sensibilisieren, dass Fußball zwei Richtungen hat." Nicht nur die Abwehr sei entscheidend, die Defensive beginne vorne. "Deshalb versuche ich unseren Stürmer immer einzuimpfen, dass wir hinten weniger Probleme bekommen, wenn wir es schaffen, die Bälle bereits vorne abzufangen."

Mit den Fortschritten in diesem Prozess ist Kovac derzeit zufrieden. Sowohl Maximilian Beier, der unermüdlich die gegnerischen Abwehrspieler anläuft, als auch Karim Adeyemi machen ihre Sache gegen den Ball derzeit sehr ordentlich und gehen die Aufgabe mit der nötigen Gewissenhaftigkeit an. Auch Serhou Guirassy erfüllt seinen Teil, wenn auch weniger sprintintensiv als die tiefer positionierten Beier und Adeyemi.

Schlotterbeck steht erneut in der Startelf

Das 1:0 gegen Wolfsburg am vergangenen Spieltag gefiel Kovac auch deshalb, weil sich Adeyemi mit dem entscheidenden Treffer für seine Defensivarbeit belohnte - und zugleich das Gegenargument für die weitverbreitete These lieferte, dass man als Stürmer nicht mehr genug Körner vor dem Tor habe, wenn man sich an der Arbeit gegen den Ball beteiligen müsse. "Man kann sich als Stürmer auch Selbstvertrauen über Zweikämpfe holen", sagt Kovac dazu, der ganz allgemein über seine Spieler sagt: "Die Jungs machen das derzeit gut."

Die nächste Probe wartet bereits am Samstag in Mainz auf den BVB. Bei den Rheinhessen erwartet Kovac ein "intensives Spiel" gegen einen "ernst zu nehmenden und schwierig zu bespielenden Gegner". Zugleich wünscht er sich von seiner eigenen Mannschaft, "dass wir unseren Lauf und das Selbstvertrauen auch umsetzen".

Personell kann er dabei erneut auf Rückkehrer Nico Schlotterbeck setzen, der nach seinem Comeback gegen Wolfsburg auch in Mainz starten wird. Möglicherweise kehrt auch der zuletzt langzeitverletzte Niklas Süle als Alternative für die Innenverteidigung auf die Bank zurück.