Der Ausbruch des Kriegs in der Ukraine und die in der Folge verhängten Sanktionen gegen Russland sorgten für komplizierte Situationen für alle Vereine, die noch laufende Vereinbarungen mit russischen Teams hatten. Zu diesen Clubs gehört auch der FC Basel, was aus den Recherchen von Follow the Money und der Basler Zeitung hervorgeht.
Die Basler verpflichtete am 31. Januar 2022 den russischen Stürmer Fedor Chalov von ZSKA Moskau leihweise. Der damals vierfache russische Nationalspieler absolvierte 16 Einsätze für den FCB, dabei gelangen ihm vier Tore. Es war sportlich zu wenig überzeugend, als dass der die Basler sich um eine längerfristige Übernahme des Stürmers bemüht hätten. Die grössere Herausforderung für die Bebbi sollte allerdings die Begleichung der Leihgebühr von 450'000 Euro werden.
Die eigentlichen Schwierigkeiten begannen mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine am 24. Februar 2022. Der FCB sah sich plötzlich mit den Schweizer Sanktionen gegen Russland konfrontiert. Die erste Tranche der Leihgebühr in Höhe von 250'000 Euro wurde noch vor Kriegsbeginn überwiesen. Die zweite Zahlung von 200'000 Euro, fällig am 30. Juni 2022, konnte aufgrund der Sanktionen nicht direkt an ZSKA Moskau geleistet werden, denn der Club gehört der russischen Staatsbank VEB.
Es drohte eine Transfersperre
Der FCB bezahlte die ausstehende Summe, wie für die Lizenzanforderungen der UEFA verlangt, auf ein Treuhandkonto ein. Das Geld wäre dann nach dem Auslaufen der Sanktionen gegen Russland an ZSKA Moskau überwiesen worden. Der sechsmalige russische Meister beharrte auf der Durchführung der ausstehenden Zahlung und klagte diese bei der FIFA ein. Der Weltverband sprach sich gleich in mehreren Urteilen zugunsten der russischen Teams aus. Auch der FC Basel sah sich so gezwungen, die ausstehende Summe via dem Ausland an den Stammverein Chalovs zu überweisen.
Der Weltverband drohte anderenfalls mit einer 18-monatigen Transfersperre, eine Einschränkung, die für die auf Transfereinnahmen angewiesene Basler existenzbedrohend gewesen wäre. Der FC Basel liess gegenüber Follow the Money und der Basler Zeitung den Vorfall unkommentiert. Erfolgreich gewehrt hat sich West Ham United gegen den Druck der FIFA, vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS erhielt der Premier-League-Club Aufschub für ausstehende Zahlungen nach Russland. Dass ein Schweizer Club mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln sich keinen Rechtsstreit mit der FIFA leisten kann, dürfte derweil auf der Hand liegen.