Die Berner zeigten von Beginn an eine fahrige und fehleranfällige Leistung. Der erste grosse Fehler unterlief dem 16-jährigen Olivier Mambwa, was zum ersten Tor für Lausanne führte. Der kanadische Stürmer Bair nutzte diese Chance und begann seine beeindruckende Show, die mit drei Toren endete. Diakité und Butler-Oyedeji erhöhten auf 5:0, bevor YB durch Bedia den einzigen Torschuss des Spiels verzeichnete.
YB-Kapitän Loris Benito kommentierte die Niederlage gegenüber dem Blick: "Das war absolut inakzeptabel, das Resultat geht völlig in Ordnung". Er fügte hinzu: "In der Nati-Pause wird dieses 0:5 die ganze Zeit präsent sein. Das tut weh. Der Trainer hat bereits gesagt, dass es Konsequenzen haben wird. Dass wir mehr werden arbeiten müssen, mehr trainieren. Ich glaube nicht, dass da ein Tag frei sein wird."
Entgegen Benitos Erwartungen gab Trainer Giorgio Contini bekannt, dass die Spieler am Montag freihaben werden. Er begründete dies mit einer Trainer-Weiterbildung, die an diesem Tag in der ganzen Schweiz stattfindet.
Nach dieser desaströsen Leistung stellt sich natürlich die Frage nach der Zukunft des Trainers. Christoph Spycher, der Sportchef von YB, stellte sich jedoch klar hinter Contini. Auf die Frage, ob Contini der richtige Mann sei, um das Team von diesen extremen Leistungsschwankungen zu befreien, antwortete Spycher beim Blick: "Wir wollen mit Giorgio da herauskommen." Er bestätigte auch, dass sie ihrem Coach zutrauen, Konstanz in die Leistungen zu bringen.
Spycher erkannte zwar taktische Mängel und ein schlechtes Zweikampfverhalten, lastete dies aber nicht direkt dem Trainer an. Er betonte: "Man hätte alle elf Spieler auswechseln können." Laut Spycher sei an diesem Tag einfach alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte, besonders überraschend angesichts des starken Auftritts in Bukarest nur drei Tage zuvor.
Trotz dieser schweren Niederlage liegt YB nur zwei Punkte hinter dem Tabellenführer Thun. Die Aufarbeitung des Debakels wird in Form von Analysen und Gesprächen mit dem Trainerteam und den Spielern stattfinden.
Die extremen Leistungsschwankungen von YB bleiben ein Rätsel. Von einem 1:4 gegen Basel und Panathinaikos Athen bis hin zu überzeugenden Siegen wie dem 2:0 gegen FCS Bukarest zeigt das Team eine Inkonsistenz, die schwer zu erklären ist.