Aus Köln berichtet Susanne Müller
Den Gegner aus Norwegen, der im Rückspiel am Freitag (20.35 Uhr, LIVE! bei kicker) einige ebenso nam- wie schmerzhafte Ausfälle zu beklagen hat, will Bundestrainer Christian Wück trotz des deutlichen 4:0-Sieges im Hinspiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Wir wissen, dass die individuelle Qualität der Norwegerinnen trotz dieser Ausfälle hoch sein wird. Und wir wissen, auf was wir uns einstellen müssen", kündigt Wück an, der seine Mannschaft auf ein gegnerisches 4-3-3- und ein 5-3-2-System eingestellt hat.
Beide Systeme hatten die Norwegerinnen bereits im Hinspiel gezeigt. Man habe der Mannschaft "Lösungsvorschläge gegeben" und hoffe, dass Norwegen "auch mit dem Personal, das sie zur Verfügung haben, mit diesen zwei Systemen gegen uns spielen werden. Aber das Spiel wird auch über die individuellen Zweikämpfe entschieden und über die individuellen Verhaltensweisen auf den einzelnen Positionen. Und da sehe ich uns definitiv gewappnet."
„Es wird ein Maßstab werden, ob wir schon die große Nation sind, die viele in uns sehen.“ (Christian Wück über die direkte WM-Qualifikation)
Der letzte schwache Auftritt der deutschen Elf Mitte April beim 0:0 in Österreich ist längst abgehakt und wird auch von Wück mit einigem Abstand nicht mehr ganz so kritisch gesehen. "Natürlich war das Spiel ärgerlich für uns, aber ich glaube, sowas ist ziemlich reinigend für die Entwicklung einer Mannschaft. Uns war schon bei der Auslosung klar, dass wir im 5. Spiel der Gruppenphase die WM-Quali klar machen können. Und genau so ist es gekommen. Trotz dieses Unentschiedens sind wir Erster in der Gruppe. Wir haben alles selbst in der Hand, wir haben ein Heimspiel und wissen, was in diesem Stadion mit diesen Zuschauern möglich ist", gibt sich Wück optimistisch, um mit Blick auf eine mögliche direkte Qualifikation anzufügen: "Natürlich ist das unser Ziel und natürlich steckt es in der Mannschaft drin, das Ganze hinzubekommen. Aber es wird wieder so ein Maßstab werden, ob wir schon die große Nation sind, die viele in uns sehen, oder ob wir vielleicht noch ein bisschen Zeit brauchen."
Zugleich versucht Wück aber auch, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen, sollte die direkte Qualifikation als Gruppenerster nicht gelingen. Immerhin hat Deutschland aktuell nur einen Punkt mehr als Norwegen. "Wir könnten die Phasen im Oktober, November, Dezember nochmal ein bisschen anders nutzen. Aber trotzdem wäre es kein großer Beinbruch, wenn wir es (die direkte Qualifikation, Anm. d. Red.) aus irgendwelchen Gründen nicht schaffen sollten." Als Tabellenzweiter müsste Deutschland in die beiden Play-Off-Runden mit jeweils einem Hin- und Rückspiel (vier Entscheidungsspiele in Summe).
Entwarnung bei Berger
Noch kein grünes Licht, aber zumindest leichte Entwarnung gab Wück derweil mit Blick auf die Bauchverletzung von Torhüterin Ann-Katrin Berger, die bislang nur sehr dosiert trainieren konnte. "Wir gehen alle davon aus, dass sie spielen wird. Es war ein mit Michael Fuchs, unserem Torwarttrainer, abgestimmtes Torwarttraining. Wir haben es jeden Tag steigern können und sie hat jedes Mal ein positives Signal gegeben. Im Abschlusstraining wird sie zu 100 Prozent dabei sein und wir gehen davon aus, dass das kein Problem werden wird." Das Gleiche sollte im besten Fall auch für einen Sieg am Freitag gelten.