Mit dem ersten Sieg nach einem Monat hofft Red Bull Salzburg wieder einmal auf Konstanz. Richtige Freude kam nach dem 2:0 beim kriselnden Schlusslicht Blau-Weiß Linz am Samstag nicht auf, immerhin wurde der Arbeitserfolg aber als positives Zeichen vor dem Europa-League-Auftritt beim SC Freiburg gesehen. "Das war ein erster Step", meinte Kapitän Mads Bidstrup, der von einem "unglaublich wichtigen" Dreier sprach. Bei Blau-Weiß wird dagegen auf den entscheidenden neuen Impuls von der Seitenlinie gehofft.
"Den Willen, zu gewinnen", sah Thomas Letsch an der Linzer Donaulände. "Dafür machen wir den ganzen Blödsinn, damit wir gewinnen", so Salzburgs Chefcoach in seiner Analyse unmittelbar nach Schlusspfiff. Oft hatte Letsch in den vergangenen Wochen zu wenig Mut und Nachdruck bei den Auftritten seiner Schützlinge geortet. Gegen einen auf Intensität setzenden Letzten war er zumindest diesbezüglich mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden.
Salzburgs Akku noch voll
Die Gesamtsituation lässt Letsch weiter nicht frohlocken. "Wir haben zu wenig Punkte und können nicht zufrieden sein", meinte er. Immerhin: Die Youngster-Innenverteidigung mit Joane Gadou und Jannik Schuster hielt die "Null". Richtige Torgefahr konnte Blau-Weiß nie ausstrahlen. Salzburg konnte im Unterschied zu den Oberösterreichern auch von der Bank nachlegen. Clement Bischoff, Sota Kitano und Jacob Rasmussen kamen zur Pause bzw. im Lauf der zweiten Halbzeit ins Spiel. Ein Vorteil, wie Letsch festhielt. "Der Akku ist noch voll. Natürlich ist es ein Vorteil, dass wir so eine Bank haben."
In Freiburg soll wieder die richtige Mischung gefunden werden, ehe Sonntag ein Heimspiel gegen den WAC ansteht. Die Freiburger kassierten ihrerseits am Samstag eine unerwartete Niederlage. Beim FC Heidenheim setzte es nach einem Gegentor in der 94. Minute ein 1:2. Teamspieler Philipp Lienhart musste in der Pause angeschlagen vom Feld, der Ex-Salzburger Junior Adamu verharrte auf der Bank. Stefan Lainer erwartete am Donnerstag ein anderes Spiel als jenes in Linz. "Wir müssen das Selbstvertrauen mitnehmen. Defensiv sind wir stabil gestanden", meinte der ehemalige Deutschland-Legionär.
Blau-Weiß vor finaler Runde in Trainersuche
Bei Blau-Weiß gab es zum siebenten Mal in Folge hängende Köpfe. Interimscoach Andreas Gahleitner sah "Energie und Power" beim Team, offensiv war das in der Vorsaison noch in der Meistergruppe spielende Schlusslicht aber kaum vorhanden. Um Salzburgs Angriffe zu neutralisieren, war Blau-Weiß nicht stabil genug. Gahleitner merkte nach Schlusspfiff an, dass der Weg aus der Krise nur über die Defensive gehen kann. "Das ist die Basis, dass man wieder erfolgreich sein kann", so der Ex-Assistent von Mitja Mörec.
Gahleitner wird auch in der letzten Runde vor der Winterpause daheim gegen den ebenfalls in den Seilen hängenden SK Rapid an der Seitenlinie stehen. Der neue Chefcoach soll im neuen Jahr dann die Wende schaffen. Sportdirektor Christoph Schösswendter berichtete auf Sky: "Wir sind schon sehr weit, sind jetzt bei drei Trainern, wo es nächste Woche in die finale Runde gehen wird. Wo es am Ende darum gehen wird, wo wir die größte Überzeugung haben zu unserer Situation passend." Bis Weihnachten soll alles entschieden sein. Davor gelte es gegen Rapid "noch einmal alles rauszuhauen".