Der FC Rot-Weiß Erfurt hat mit seinem dritten Platz in der vergangenen Saison fast schon so etwas wie eine Euphorie im Umfeld ausgelöst, was an einer Zahl gut abzulesen ist. Vor zwei Wochen startete der Regionalligist den Verkauf der Dauerkarten. Inzwischen sind schon mehr als 1.000 Tickets abgesetzt, obwohl noch nicht einmal die Vorbereitung der Mannschaft auf das neue Spieljahr begonnen hat.
"Das zeigt, wie groß das Interesse in der Stadt und der Region ist und welche Strahlkraft der FC Rot-Weiß hat", sagt Geschäftsführer Franz Gerber. Sein Sohn Fabian, den er vor vier Jahren - noch in der Oberliga - als Trainer engagiert hat, wird am kommenden Montag seine Spieler zum Trainingsauftakt zusammenrufen.
Kaum personelle Veränderungen
Während er nach dem Abschied von Co-Trainer Thomas Kost mit Nils Weiler einen neuen Stellvertreter bekommen hat, bleibt das Gros des Kaders erhalten. Vor einem Jahr musste Gerber junior nach dem Weggang von 16 Spielern die Mannschaft nahezu komplett neu aufbauen. Nun stehen mit Robin Fabinski (VfL Osnabrück), Maxime Langner (Chemie Leipzig) und Andy Trübenbach, der zu Ligarivale ZFC Meuselwitz zurückkehrt, bislang nur drei Abgänge aus dem Kader der vergangenen Saison fest.
Mit Artur Golubytshi (20/Schonnebeck) und Sejdo Durakow (18/Bayern München U19) holte Erfurt zwei junge Spieler, die sich beim Viertligisten weiterentwickeln sollen. Aus dem eigenen Nachwuchs wurde Raphael Jacky mit einem Profivertrag ausgestattet. Aber der 18-Jährige fällt nach einem Kreuzbandriss vorerst aus.
Stabile Finanzlage
Geschäftsführer Gerber hofft derweil auf weitere Sponsoren. Fest steht, dass er den gleichen Etat wie in der zurückliegenden Saison zur Verfügung hat. Das Budget für den Spielerkader von 950.000 Euro - ohne Nebenkosten wie die Stadionmiete - könnte aber durchaus sogar höher ausfallen. "Das kommt darauf an, ob wir bis Ende Juli noch weitere Sponsoren für ein Engagement bei uns gewinnen können. Die Mehreinnahmen würden wir in die Qualität der Mannschaft investieren", sagt Gerber.
Zusätzliches Geld will der Erfurt-Boss aus verschiedenen Quellen generieren. So soll die LED-Werbebande bei den Heimspielen möglichst dauerhaft aufgestellt werden. Sie kam zuletzt beim Thüringenderby sowie im TV-Livespiel gegen Plauen zum Einsatz. Außerdem wird noch ein Trikotsponsor gesucht. Im vergangenen Spieljahr verloste der Klub den Platz auf der Brust, den sich mehrere Unternehmen teilten, und erzielte auf diese Weise etwa 80.000 Euro Einnahmen.
„Wir haben uns ganz bewusst für eine moderate Erhöhung entschieden.“ (Franz Gerber)
Zudem kündigte der Klub an, die Ticketpreise zum neuen Spieljahr zu erhöhen. So müssen Fans pro Karte - je nach Kategorie - zwischen ein und zwei Euro mehr bezahlen. "Wir haben uns ganz bewusst für eine moderate Erhöhung entschieden", sagt Gerber. In der vergangenen Saison stellten die Zuschauer eine wichtige Einnahmequelle dar. Mit 107.000 Zuschauern zu den 17 Heimspielen und einem Schnitt von 6.300 Besuchern kamen so viele Fans wie seit der Saison 2010/11 nicht mehr ins Steigerwaldstadion. Der Run auf die Dauerkarten lässt darauf schließen, dass die Unterstützung in der kommenden Serie mindestens genauso groß sein wird.