Nachdem zum Hinrundenabschluss ein Zähler aus zwei Partien zur Herbstmeisterschaft reichte, verlor Energie Cottbus nach dem 1:1 zum Rückrundenauftakt in Saarbrücken die Tabellenführung an Verl. Im Ludwigsparkstadion taten sich die Lausitzer schwer und hatten den Punkgewinn mehr dem Saarbrücker Chancenwucher zu verdanken, als der eigenen Leistung.
Vier Chancen erspielten sich die Saarländer gleich in der ersten Viertelstunde. "Viel zu ängstlich. Da war kein Spieltempo drin, da war nicht die Überzeugung sich anzubieten", analysierte FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz die Anfangspahse am Mikrofon von Magenta Sport.
Wollitz: "Viele Phasen, wo wir es spieltechnisch nicht gut gemacht haben"
Der Trainer sah generell eine über weite Strecken spielerisch maue Leistung seines Teams, auch weil die taktischen Vorteile nicht genutzt wurden: "Wir hatten viele Phasen, wo wir es spieltechnisch nicht gut gemacht haben: viel zu viele einfache Ballverluste, viel zu viel vertikal. Die Außen waren von uns immer doppelt und immer frei, weil wir im Mittelfeld vier auf drei gespielt haben, aber wir haben nie die gegenüberliegende Halbfeldseite gesehen."
Und in der Tat nutzten die Außenspieler Jannis Boziaris und Moritz Hannemann ihre Freiheiten gegenüber dem Dreiermittelfeld der Hausherren unzureichend. Bis Hannemann kurz vor der Pause einlief und eine Flanke von Tolcay Cigerci aus fünf Metern zum 1:0 in rechte Eck setzte.
Wollitz ärgerte sich, dass dieser Plan nicht öfter aufging und sein Team überwiegend defensiv in einem teils lichterloh brennenden Strafraum gefordert war: "Wir haben kurz hinter der Mittellinie die Bälle verloren. Dann können wir die Halbfelder im eigenen Drittel nicht mehr zulaufen und deswegen ist Saarbrücken häufig zum Abschluss gekommen."
15 von 17 Herbstmeistern stiegen auf
Und so war es auch nach dem Seitenwechsel, als Florian Pick wuchtig den Ausgleich besorgte. "Da kriegen wir es nicht geschlossen in der Phase nach der Halbzeit. Da sind wir alle gefragt, Mittelfeldspieler und Offensivspieler auch, dass wir da besser die Räume schließen, damit sowas nicht passiert", monierte Torschütze Hannemann.
Der Coach schlug mit seinem Fazit in eine ähnliche Kerbe: "Nach der Halbzeit so die Räume aufzugeben, obwohl ich es in der Pause noch einmal angesprochen habe, das ist ein glücklicher Punkt. Damit können wir mehr als zufrieden sein." So folgten auf Saarbrückens Abschluss an den Pfosten in der Anfangsphase nach der Pause neben einigen weiteren Möglichkeiten noch zwei weitere Alumiumtreffer. Glück also für den FCE, der bei einem Duisburger Sieg morgen noch auf den dritten Platz abrutschten könnte.
Eine Statistik untermauert aber die weiter gute Ausgangslage im Rennen um den Aufstieg: 15 der 17 bisherigen Herbstmeister stiegen am Ende der jeweiligen Spielzeit auch auf. So liegen die Chancen auf eine Cottbuser Rückkehr ins Unterhaus also bei 88,2 Prozent. Ihre Aufstiegschancen können die Lausitzer am kommenden Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) weiter erhöhen, wenn das abgeschlagene Schlusslicht aus Schweinfurt zu Gast ist.