Fehlercode: %{errorCode}

"Der Kneeslide war das Beste, oder?": Bei 1860 ist der Humor zurück

kicker

Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen die Duisburger war für Markus Kauczinski bereits klar, welche Knöpfe er bei seinem neuen Team drücken muss. Über Leidenschaft und Zusammenhalt sollte zurückgefunden werden zu alter Stärke, und genau das setzten die Münchener mustergültig um. "Vom Kampf und von der Einstellung her hat die Mannschaft ein Riesenspiel gemacht, und zum Ende war der Sieg dann, glaube ich, auch verdient", resümierte Kauczinski direkt im Anschluss an die Partie.

Dietmar Hirsch, Coach der Meidericher, sah das Ganze etwas anders und sagte nach dem Schlusspfiff im Grünwalder Stadion, dass ein Punkt für den MSV Duisburg allemal drin gewesen wäre, da die Verunsicherung beim Gastgeber durchaus spürbar gewesen sei. "Sie haben uns selten unter Druck gesetzt, sind wenig angelaufen, und in der zweiten Halbzeit haben wir die komplette Kontrolle, ohne zielstrebig nach vorne zu spielen", so der leicht angesäuerte Zebras-Coach.

Keeper Dähne rettet Löwen mehrmals

Den Giesingern wird diese Sichtweise nach dem ersten Sieg seit über einem Monat wohl egal sein. Denn ob der Erfolg durch Dominanz oder spielerische Finesse zurückkommt, stand für Kauczinski schon vor dem Anstoß nicht im Mittelpunkt. Das Taktische, sagte der 55-Jährige, sei momentan nicht das Entscheidende, vielmehr gehe es um Stabilität und Kampfgeist. Beides zeigten die Löwen besonders im Defensivverbund.

Der neu in die Formation gerückte Raphael Schifferl wusste zusammen mit Siemen Voet und Sean Dulic in der Verteidigung speziell durch Einsatz und Willen zu überzeugen. Großen Anteil am Sieg hatte auch der zwischen die Pfosten zurückgekehrte Stammtorwart Thomas Dähne. Mit guten Aktionen hielt er den TSV ein ums andere Mal im Spiel und verhinderte mit einer glänzenden Doppelparade den möglichen 2:2-Ausgleich durch den Duisburger Joshua Bitter.

Moral und Glück bringen 1860 zurück in die Erfolgsspur

Dementsprechend emotional reagierte der Keeper nach dem Befreiungsschlag: "Einfach unbeschreiblich gerade im Moment. Wir wussten, wir müssen jetzt mal liefern, da die letzten Wochen echt nicht gut von uns waren, und deswegen war das heute das absolut richtige Zeichen." Der zweite herausragende Löwen-Spieler unter dem Flutlicht auf Giesings Höhen heißt Doppeltorschütze Sigurd Haugen. Der Norweger erzielte kurz vor der Pause den ersten Treffer des Spiels und ließ mit dem 2:1 in der 78. Minute das Stadion an der Grünwalder Straße beben.

Die beiden Tore des vor der Saison von Hansa Rostock gekommenen Stürmers kamen allerdings mit einer kleinen Portion Glück und gütiger Mithilfe der MSV-Abwehr zustande. Beim 1:0 stand Haugen nach einem verunglückten Fernschussversuch von Tunay Deniz im Sechzehner goldrichtig und fälschte ins rechte Eck ab. Beim zweiten Treffer versagten dem Duisburger Tobias Fleckstein die Nerven, sodass er nur noch ins leere Tor einschieben musste.

„Der Kneeslide war das Beste daran, oder?“ (Sigurd Haugen)

Haugen sah das ähnlich und meinte, dass er beim zweiten Torerfolg durchaus Glück gehabt habe und fragte bezüglich seines Torjubels: "Der Kneeslide war das Beste daran, oder?" Zum Erfolg scheint also auch schon der Humor wieder zurückzukehren an die Grünwalder Straße. Ob die Löwen die Euphorie auch mit in die nächsten Partien tragen können, wird sich zeigen. Kommenden Samstag (14 Uhr) wartet in Mannheim mit dem SV Waldhof schon die nächste schwierige Aufgabe.