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Der Stolz überwiegt: Freiburger bei Heimkehr gefeiert

kicker

Der Finalgegner erwies sich schließlich als mindestens eine Klasse zu groß. Ohne jede Chance blieb der SC Freiburg am Mittwochabend in Istanbul gegen Aston Villa im Europa-League-Finale, wenig überraschend schlichen die Spieler der Breisgauer unmittelbar nach Abpfiff und der Medaillenübergabe auch völlig enttäuscht vom Platz.

Doch dieses eine schlechte Spiel soll das Erreichte in der historischen Saison nicht schmälern. Aktuell sei die Enttäuschung noch groß, meinte Christian Günter einen Tag nach der Rückkehr aus Istanbul auf dem Freiburger Messegelände, wo die Spieler von Tausenden Fans gefeiert wurden. Doch mit etwas Abstand werde man sicherlich schon bald voller Stolz zurückblicken können.

Auch bei Trainer Julian Schuster überwog nach der Ankunft in der Heimat noch die Enttäuschung. "Wenn wir die Leistung unserer Fans gebracht hätten, hätten wir jetzt den Pokal dabei. Das haben wir leider nicht geschafft", sagte der 41-Jährige. Man müsse der Qualität der Engländer aber auch Respekt zollen. Insgesamt sei es über die Saison hinweg eine "intensive Zeit" gewesen, die "sehr viel Energie gekostet" habe, fuhr er fort. Er freue sich auf die spielfreie Zeit, in der der Fußball zumindest für einige Tage mal "zur Nebensache" werden könne - er zugleich aber bestimmt an die Geschehnisse rund um dieses Endspiel noch oft zurückschauen wird.

Ein "einmaliges Erlebnis" sei das Endspiel in der türkischen Hauptstadt gewesen, die "Stimmung elektrisierend", lobt Günter die mitgereisten Fans. Wenn er daran denke, bekomme er jetzt noch eine "Gänsehaut". Rund 15.000 Fans, die nicht mitreisen konnten, verfolgten die Partie beim Public Viewing auf dem Messegelände.

"Wir haben die Sonne aufgehen sehen am Bosporus"

Der SC sei "ein ganz besonderer Verein", betonte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, der den Tross nach der Landung zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt in Empfang nahm. "Natürlich ist der aktuelle Moment von Bitterkeit getrübt", so Horn mit Blick auf den verpassten Titel. Schon bald werde aber sicher allen bewusst, "was diese Reise durch Europa mit dieser Stadt, diesem Verein und Fußball-Deutschland gemacht hat".

Noch in Istanbul konnten die Freiburger Spieler zumindest sachte die historische Saison zelebrieren. "Wir haben die Sonne aufgehen sehen am Bosporus", deutete Günter eine ausgiebige Feier in der Nacht an. Für den Routinier persönlich sei es bis 6 Uhr am frühen Morgen gegangen.