Oliver Glasner sagte in der Stunde des Triumphes, dass die Emotionen des Last-Minute-Sieges von Crystal Palace gegen Liverpool gezeigt hätten, "warum wir den Fußball lieben". Mit dem denkwürdigen 2:1-Heimerfolg am Samstagnachmittag rückten die Eagles bis auf drei Punkte an den Tabellenführer der Premier League heran. "Es sind die Emotionen", lächelte der österreichische Trainer in seiner emotionalen Pressekonferenz nach dem Match. „Ich habe den Spielern das letzte Mal gesagt, als wir im Elfmeterschießen gegen Liverpool gewonnen haben: Ich bin jetzt über 50, sie sollten ein bisschen auf mein Herz achten und es mir etwas leichter machen, ein bisschen früher entspannen zu können."
"Andererseits - genau deshalb lieben wir den Fußball. Wenn man so etwas ganz am Ende hat, vor unseren Fans, vor unserer Holmesdale-Tribüne, das war einfach großartig. Ich wollte zu den Spielern laufen, aber nach fünf Metern habe ich aufgehört, weil ich mich daran erinnert habe, dass ich schon einmal eine Gelbe Karte dafür bekommen habe und dann etwas für die Mannschaft zahlen musste - und meine Frau wird dann sauer auf mich. Also ist es besser so!", zeigte sich Glasner vor den Journalisten glücklich und redselig.
"Sehr stolz auf die Mannschaft"
Glasner erklärte weiters, dass die erste Halbzeit, in der Palace gegen Liverpool dominierte und verdient durch Ismaila Sarr in Führung ging, "die beste Halbzeit seit unserer Ankunft (seiner und des Trainerteams/Anm.)" gewesen sei. „Es war nur das Ergebnis nicht optimal - nur mit einem Tor zu führen, da hätten wir mehr machen können. Wenn du gegen den Meister spielst, weißt du, dass sie immer zurückschlagen können. Besonders wenn man ihre letzten Spiele gesehen hat, da haben sie immer spät getroffen", so Glasner. „Ehrlich gesagt, in der zweiten Halbzeit war der Druck enorm. Wir hatten in einigen Situationen Glück, und wir hatten unseren Keeper Dean Henderson ein- oder zweimal."
"Was mich wirklich stolz macht: Wir haben in der 90. Minute den Ausgleich kassiert. Sehr oft kippt dann die Dynamik, und man verliert so ein Spiel", schilderte Glasner die entscheidenden Momente im Finsh. "Aber wir haben die Köpfe oben behalten, nach vorne gespielt und das Momentum wieder auf unsere Seite gezogen. Wir haben den Siegestreffer erzielt. Das macht mich sehr stolz auf die Mannschaft. Wenn ich sehe, wie Will Hughes das erste Kopfballduell gewinnt, Jeff Lerma das zweite, und Eddie Nketiah das Tor macht… drei Spieler, die eingewechselt wurden. Deshalb war es heute so eine Mannschaftsleistung. Ich bin wirklich stolz und begeistert von der Leistung."
"Sind immer noch im September"
Obwohl das Ergebnis für neue Rekorde sorgte - Palace ist nun das letzte ungeschlagene Team in dieser Premier-League-Saison - richtete Glasner sofort den Blick auf das Auswärtsspiel am Donnerstag bei Dynamo Kiew in der UEFA Conference League. "Wir sind immer noch im September, also ändert sich nichts", merkte er an. „Letztes Jahr waren wir vielleicht die einzige Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt der Premier League noch nicht gewonnen hatte. Am Ende hatten wir einen Punkterekord und haben den FA Cup gewonnen."
"Deshalb bleiben wir immer demütig. Wir nehmen diese Positivität und diese positiven Gefühle und Emotionen mit. Sie helfen uns, schneller zu regenerieren, und sie helfen uns in der täglichen Arbeit", betonte Glasner. „Wir sprechen immer über unser Spiel und haben viele positive Szenen, die wir den Spielern zeigen können - besonders aus der ersten Halbzeit und in Bezug auf die Mentalität. Aber wir haben auch Dinge, die wir noch verbessern können. Ja, es ist großartig zu gewinnen. Es ist großartig, gegen den Meister zu gewinnen. Aber in fünf Tagen spielen wir gegen Kiew. Ich denke, der Sieg hilft uns, mental zu regenerieren. Die Beine werden heute und morgen behandelt. Montag haben wir frei, und am Dienstag werden wir anfangen und die Mannschaft pushen, um gegen Kiew zu gewinnen."