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Deutschlands Gruppengegner: Ein doppeltes Novum, Sommermärchen und Enke-Gedenken

kicker

Als am Freitagabend in Washington die Loskugeln endlich gezogen wurden - der Ziehung war schließlich eine bisweilen skurrile FIFA-Show vorausgegangen -, bekamen die bislang feststehenden WM-Teilnehmer schnell Gewissheit, gegen wen es denn in der Gruppenphase gehen würde - und wann.

Deutschland startet seinen Auftakt in Gruppe E am 14. Juni, weitere Spiele folgen am 20. und 25. Juni - allein diese Termine könnte man schon als gutes Omen für das DFB-Team werten. An einem 14. Juni bestritt Deutschland in der Vergangenheit vier WM-Spiele und feierte dabei drei Siege, darunter das denkwürdige 1:0 gegen Polen 2006. Die gleiche Bilanz zeigt sich für den 20. Juni, zu dem ebenfalls vier WM-Spiele zählen, von denen drei gewonnen wurden, etwa das 4:1 gegen Chile 1982. Und an einem 25. Juni gab es sogar vier WM-Spiele, die allesamt siegreich endeten.

2009 mit Kruse im Sturm zum Sieg gegen Ecuador

Auch die bisherige Bilanz gegen die drei Gruppengegner liest sich gut, wenngleich angemerkt werden muss, dass die gemeinsame Historie mit Curacao, dem Auftaktgegner, der Elfenbeinküste und Ecuador höchst überschaubar ist. Kräftemessen auf Pflichtspiel-Ebene gab es bislang nur mit den Südamerikanern. Bei der Heim-WM 2006 bestritt Deutschland sein letztes Gruppenspiel gegen Ecuador, war zuvor aber bereits für das Achtelfinale dank der vorangegangenen Siege gegen Costa Rica (4:2) und Polen (1:0) qualifiziert.

Bei heißen Temperaturen in Berlin erzielte Miroslav Klose vor der Halbzeit zwei seiner insgesamt 16 WM-Tore; Lukas Podolski legte früh in der zweiten Hälfte nach und markierte den 3:0-Endstand, durch den Deutschland als Gruppensieger weiterzog und schließlich das "Sommermärchen" gegen Schweden fortschrieb. Ecuador hingegen - das gegen die Gastgeber die bis heute höchste WM-Niederlage kassiert hatte -, das damals mit in Deutschland und Europa überwiegend unbekannten Akteuren angetreten war (der noch junge Antonio Valencia sollte drei Jahre später zu Manchester United wechseln) unterlag im Achtelfinale England (0:1).

Nur ein weiteres deutsches Duell mit Ecuador steht in den Geschichtsbüchern: Am 29. Mai 2013 trafen beide Nationalmannschaften im Zuge der US-Reise des DFB-Teams in Boca Raton aufeinander. Schon zur Pause stand es 4:1 für die deutsche B-Elf mit Max Kruse, Roman Neustädter, Sidney Sam und Heiko Westermann in der Startelf. Podolski hatte bereits nach neun Sekunden das zweitschnellste Tor der DFB-Geschichte erzielt (Endstand 4:2).

Nicht nur diese beiden Siege, die grundsätzliche WM-Bilanz gegen Mannschaften aus dem südamerikanischen Verband darf Hoffnung machen: In den letzten sechs WM-Spielen gegen solche Gegner setzte sich die DFB-Elf jeweils durch, einmal erst nach Elfmeterschießen. Ein spannendes Duell könnte es angesichts der Defensivstärke Ecuadors aber werden. Die Tricolores haben schließlich nur fünf Gegentore in 18 Quali-Spielen kassiert und stellen damit in Südamerika die beste Abwehr.

Ein Duell mit der Elfenbeinküste, dessen Ergebnis wenig zählte

Das eint sie mit Deutschlands zweitem Gruppengegner Elfenbeinküste. Die Nationalmannschaft der Afrikaner, die sich in Anlehnung an das Wappentier ihres Landes als Elefanten bezeichnen, haben in zehn Spielen sogar gar keinen Gegentreffer kassiert.

Mit Fußball-Deutschland verbindet die Elfenbeinküste vor allem ihre erste WM-Teilnahme 2006, als die Ivorer angeführt von Didier Drogba und Yaya Touré sogar für den einen oder anderen zum erweiterten Kreis der Geheimfavoriten gezählt hatten. In der schweren Gruppe mit Argentinien, den Niederlanden und Serbien schied die Elfenbeinküste nach einem dramatischen 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand gegen Serbien am letzten Spieltag als Dritter aus.

Wohl kein Freundschaftsspiel in Stuttgart

Eines ihrer Gruppenspiele hatte die Elfenbeinküste auch in Stuttgart ausgetragen (das 1:2 gegen die Niederlande) - dort wäre es im März 2026 zum Aufeinandertreffen mit Deutschland in einem Testspiel gekommen. Beide dürften sich nun aber andere Gegner suchen, um sich vor der WM nicht zu sehr in die Karten schauen zu lassen.

So kommt es dann erst am 20. Juni zum zweiten Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und den Elefanten. Das erste hatte sich in einem Freundschaftsspiel im November 2009 in Gelsenkirchen zugetragen und endete 2:2. Ergebnis und Spielverlauf spielten dabei allerdings eine untergeordnete Rolle. Die Partie stand ganz im Zeichen der Trauer um Robert Enke, der sich acht Tage zuvor das Leben genommen hatte.

Im Juni nun kann es theoretisch zum Aufeinandertreffen mit den aus der Bundesliga bekannten Jean-Philippe Gbamin (früher Mainz, jetzt Metz), Sebastien Haller (Frankfurt, Dortmund; jetzt Utrecht), Bazoumana Touré (Hoffenheim) und Yan Diomande (Leipzig) kommen.

Auftakt gegen Curacao sorgt für doppeltes Novum

Auch beim Auftaktduell mit WM-Neuling Curacao könnte ein aus der Bundesliga bekannter Name beim Gegner auftauchen: Jürgen Locadia spielte einst an der Seite von Oliver Baumann in Hoffenheim und später auch in Bochum. Bekannt ist auch Nationaltrainer Dick Advocaat, der in seiner abwechslungsreichen Karriere auch mal für 18 Spiele Trainer von Borussia Mönchengladbach war, allerdings mit mäßigem Erfolg in der Saison 2004/2005.

Ansonsten ist das Duell mit Curacao, dessen Bewohner die niederländische Staatsbürgerschaft haben, in doppelter Hinsicht ein Novum aus deutscher Sicht. Nicht nur gegen Curacao gab es noch kein Duell, überhaupt wird der WM-Auftakt das erste Länderspiel gegen eine karibische Insel sein.