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DFB-Formcheck: Starkes BVB-Quartett, Andrichs Tief, Burkardt unter Weltstars

kicker

Wer ist acht Monate vor der WM 2026 wie gut drauf? Aufgeteilt nach den sieben taktischen Positionen der kicker-Rangliste checkt der kicker die aktuelle Form der deutschen Nationalspieler und jener, die es erstmals oder wieder werden wollen. Die Daten beziehen sich dabei auf alle Pflichtspiele seit den Länderspielen im September. Grün signalisiert "voll in Form", Rot steht für "aktuell nicht in Form" und Gelb bedeutet "geht so". Aktuell verletzt fehlende Profis bzw. Akteure, die nach langer Verletzungspause nicht zu bewerten sind, sind gesondert markiert.

Nachnominierter Atubolu mit Bundesliga-Rekord

DFB-Stammkeeper Oliver Baumann musste zu Wochenbeginn aufgrund von Übelkeit pausieren. Daher wurde Noah Atubolu nachnominiert. Zwar unterlief dem Freiburger in der Europa League beim 1:1 in Bologna ein Patzer, doch in den übrigen Partien überzeugte er mit herausragenden Auftritten. Beim 3:0-Sieg in Bremen am 20. September stellte der 23-Jährige sogar einen neuen Bundesliga-Rekord auf, als er den fünften Elfmeter in Folge parierte. Mit insgesamt 18 Paraden im Bewertungszeitraum trug Atubolu maßgeblich dazu bei, dass der SC Freiburg im September und Oktober in sechs Pflichtspielen ungeschlagen blieb.

Schlotterbeck meldet sich stark zurück - Koch kämpft mit Formkrise

Nach fast sechsmonatiger Verletzungspause feierte Nico Schlotterbeck Mitte September sein Comeback - und knüpfte sofort an alte Leistungen an. Mit konsequentem Verteidigen nach vorne, kompromissloser Zweikampfführung und klugem Stellungsspiel wurde er schnell wieder zum verlässlichen Rückhalt des BVB. Ganz anders die Situation bei einem weiteren Abwehrchef eines Champions-League-Teilnehmers: Robin Koch erlebt mit Eintracht Frankfurt derzeit schwierige Wochen. In den letzten sechs Pflichtspielen kassierte die Eintracht satte 20 Gegentore - und auch Koch war daran nicht immer schuldlos. Zwar glänzte er offensiv beim spektakulären 6:4-Sieg in Mönchengladbach mit einem Doppelpack zum zwischenzeitlichen 1:0 und 6:0, doch seine Treffer können die aktuelle Formschwäche in der Defensive nicht kaschieren.

Mittelstädt antwortet sportlich - Baku und Brown überzeugen mit Tempo

Überraschend wurde Stuttgarts Maximilian Mittelstädt nicht für die aktuellen Länderspiele nominiert. Der Linksverteidiger reagierte jedoch sofort auf dem Platz: Im ersten Spiel nach der Nicht-Berücksichtigung zeigte er eine herausragende Leistung und bereitete mit seinem entscheidenden Assist gegen Heidenheim den Siegtreffer vor - eine Vorstellung, die ihm prompt einen Platz in der "Elf des Tages" einbrachte. Nach fast fünf Jahren feiert auch Ridle Baku seine Rückkehr in den Kreis der Nationalmannschaft. Als einziger nomineller Rechtsverteidiger im Aufgebot hat er gute Chancen auf einen Startelfeinsatz gegen Luxemburg. Der Leipziger stand bislang in allen Pflichtspielen der Saison in der Anfangsformation und überzeugte mit soliden Leistungen. Mit einer Topspeed von 34,56 km/h zählt Baku zu den schnellsten deutschen Außenverteidigern - Debütant Nathaniel Brown übertrifft diesen Wert sogar leicht mit beeindruckenden 34,65 km/h.

Pavlovic feiert Traumstart - Andrichs Form erleidet Rückschläge

Aleksandar Pavlovic hat seine Verletzungsprobleme überwunden und steht nun als einer von drei Bayern-Spielern im aktuellen Aufgebot auf seiner Position. Bei seinem Startelf-Debüt in der Saison 2025/26 traf das ballsichere Eigengewächs direkt gegen den Hamburger SV - bemerkenswert, da es bislang seine einzige Torschussbeteiligung in der Bundesliga ist. Weniger erfreulich verläuft die Saison für Robert Andrich. Der Kapitän von Bayer Leverkusen hat derzeit mit Formschwankungen zu kämpfen und konnte selbst in erfolgreichen Spielen seines Teams kaum überzeugen. Beim 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt sah er kurz nach der Pause Gelb-Rot und schwächte damit seine Mannschaft. Auch beim 2:2 in Kopenhagen lief es unglücklich: Andrich wurde kurz vor Schluss ausgewechselt - erst danach gelang Bayer in der Nachspielzeit noch der Ausgleichstreffer.

Wirtz sucht nach Form - Brandt und Nmecha überzeugen beim BVB

Seit seinem Debüt für den FC Liverpool im Community Shield wartet Florian Wirtz noch auf seinen zweiten Scorerpunkt für die Reds. Immerhin traf er zuletzt im DFB-Trikot beim 3:1-Sieg gegen Nordirland. Die Hoffnung bleibt, dass bei ihm erneut in der Nationalmannschaft der Knoten platzt und er zu seiner überragenden Form aus Leverkusener Zeiten zurückfindet. Deutlich besser läuft es derzeit für zwei Dortmunder: Felix Nmecha und Julian Brandt präsentieren sich in starker Verfassung. Brandt, der beim BVB zuletzt mehrfach nur von der Bank kam, nutzte seine Chancen eindrucksvoll. In der Champions League traf er beim 4:1 gegen Athletic Bilbao als Joker, und bei seinem einzigen Bundesliga-Startelfeinsatz im September war er mit zwei Vorlagen maßgeblich am 2:0-Erfolg in Mainz beteiligt.

Adeyemi in Topform - Gnabry trifft konstant

Beim erwähnten 2:0-Sieg in Mainz glänzte Karim Adeyemi nicht nur als Torschütze, sondern wurde auch zum Spieler des Spiels gewählt. Der Dortmunder Flügelstürmer präsentiert sich in herausragender Form: Drei Tore und drei Assists stehen für ihn im September und Oktober zu Buche. Lediglich beim 1:1 gegen Leipzig blieb er zuletzt in der Bundesliga ohne direkte Torbeteiligung. Auch Serge Gnabry zeigt sich treffsicher und knüpft an seine starke Frühform an. In den vergangenen sechs Wochen erzielte der Offensivspieler drei Tore und lieferte eine Vorlage - darunter den wichtigen Führungstreffer zum 1:0 für das DFB-Team gegen Nordirland. Weniger erfreulich verläuft die aktuelle Phase für Leroy Sané beim türkischen Meister Galatasaray. In der Champions League gegen Liverpool blieb er 90 Minuten auf der Bank, im Stadtderby gegen Besiktas kam er erst in der 86. Minute zum Einsatz.

Burkardt erster Verfolger von Mbappé und Kane

Während mit Kai Havertz, Tim Kleindienst und Deniz Undav drei etablierte Nationalspieler verletzungsbedingt fehlen, haben sich zwei Neulinge inzwischen eindrucksvoll bei ihren neuen Klubs etabliert: Jonathan Burkardt und Nick Woltemade. Burkardt, der im Sommer von Mainz nach Frankfurt wechselte, blieb in seinen ersten drei Pflichtspielen für die Eintracht zwar ohne Scorerpunkt, drehte danach jedoch richtig auf. In den folgenden fünf Partien erzielte er fünf Treffer und bereitete zwei weitere vor. Besonders in der Champions League glänzte der Stürmer: Mit drei Toren und einem Assist liegt er in der Torschützen- und Scorerliste nur hinter den Weltstars Kylian Mbappé und Harry Kane. Auch Woltemade findet bei Newcastle United immer besser in Fahrt. Der Angreifer feierte kürzlich seinen ersten Treffer in der Königsklasse und war in der Premier League für drei der letzten vier Tore der Magpies verantwortlich.

Christoph Huber