DFB-Elf startet ungeschlagen in die EM
Von der U-21-EM in der Slowakei berichten Tim Lüddecke und Michael Pfeifer
An diesem Donnerstagabend hat die deutsche U 21 zwei Ziele: Ein Auftaktsieg gegen Slowenien soll für einen gelungenen Turnierstart sorgen, zudem soll auch der Fehlstart ins Turnier vor zwei Jahren endgültig getilgt und vergessen gemacht werden. Für Trainer Antonio Di Salvo ist das damalige 1:1 gegen Israel trotz Überzahl und mit gleich zwei verschossenen Strafstößen ebenso abgehakt und verarbeitet wie das vorzeitige Aus nach der Gruppenphase. "Das interessiert mich wirklich null", versichert der 45-Jährige, "das ist jetzt eine andere Mannschaft und ein anderes Turnier. Wir haben eine tolle und starke Mannschaft, wir wollen dieses Spiel gewinnen, ein anderes Ziel gibt es nicht. Man spürt, dass jetzt ein anderer Modus im Kopf ist, bei allen. Die Vorfreude und die Anspannung sind da, das muss auch so sein."
„Man muss jede Aktion im Spiel so angehen, als ob es die letzte wäre.“ (Antinio Di Salvo)
Die deutsche Mannschaft geht mit großem Selbstvertrauen in diese EM, schließlich sind Di Salvos Mannen seit dem EM-Aus 2023 in 15 Länderspielen ungeschlagen und gingen zwölfmal als Sieger vom Platz, zuletzt auch im März in einem Test gegen Spanien (3:1). "Das ist ein Zeichen unserer Stärke und dass die Mannschaft an sich glauben kann, sie hat Qualität, das wissen wir alle", betont Di Salvo, "trotzdem wissen wir, dass wir jedes Spiel voll fokussiert angehen müssen." Das ist sicher eine Lehre, die Di Salvo gezogen hat aus den unerfreulichen Erfahrungen vor zwei Jahren in Georgien. "Man muss jede Aktion im Spiel so angehen, als ob es die letzte wäre, jede Aktion ist gerade die wichtigste im Spiel, darauf habe ich die Mannschaft vorbereitet."
In welcher Besetzung er sie ins Rennen schicken wird, ist beinahe klar. "Die meisten Spieler habe ich schon im Kopf, eine Personalie werde ich mir noch offen lassen, das entscheidet auch ein bisschen der Bauch", verrät Di Salvo, "es geht um Spieler, die auf Augenhöhe sind, was besser zu Slowenien passt, welcher Spieler hat gerade das Momentum und bei wem es am meisten kribbelt." Große Überraschungen sind demnach nicht zu erwarten, demnach dürften vor Freiburgs Torhüter Noah Atubolu die Frankfurter Außenverteidiger Nnamdi Collins (rechts) und Nathaniel Brown (links) und dazwischen Atubolus Teamkollege Max Rosenfelder neben Bragas Bright Arrey-Mbi die Viererkette bilden.
Davor besetzen Kapitän Eric Martel (Köln) und Gladbachs Rocco Reitz das Defensivzentrum, in der Offensivabteilung dürften rechts Brajan Gruda (Brighton), links der Mainzer Paul Nebel, auf der zehn Nick Woltemade und davor Hannovers Nicolo Tresoldi auflaufen. Rückt Woltemade wie zuletzt im A-Team als Stoßstürmer in die Spitze, könnte auch Gruda auf die Zehn und Frankfurts Ansgar Knauff auf den rechten Flügel rücken.
Große Breite im deutschen Kader
Dabei blieben aber namhafte Akteure wie etwa Freiburgs Merlin Röhl, Heidenheims Paul Wanner oder Kölns Jan Thielmann oder der Mainzer Nelson Weiper. Das betont die Breite im deutschen Kader, der auch in der Defensive mit Tim Oermann (Bochum), Casper Jander (Nürnberg), Jamil Siebert (Düsseldorf), Elias Baum (Elversberg) oder Lukas Ullrich (Gladbach) auch noch einiges zu bieten hat.
Der Gegner ist dagegen wenig berechenbar. "Slowenien hat eine gute Mannschaft, sie haben sich als Gruppenerster qualifiziert vor Frankreich und Dänemark, das sagt schon alles", erklärt Di Salvo, "sie haben die Gruppe gewonnen mit den wenigsten geschossenen Toren, aber was sie auszeichnet, ist dieser unbedingte Wille, das Tor zu verteidigen. Sie nutzen auch alle Mittel, um das Spiel langsam zu machen und eklig zu sein. Deswegen stellen wir uns auf ein Spiel ein, das hart wird. So richtig einschätzen können wir es nicht, weil sie zum März den Trainer gewechselt haben, mal sehen, in welcher Grundformation sie spielen werden."