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Die Nürnbergerin, die ihr Toreziel um das Sechsfache übertraf

kicker

Ohne eine gewisse Grundschnelligkeit geht es als Stürmerin in der immer athletischer werdenden Bundesliga der Frauen kaum noch. Nastassja Lein sticht in dieser Hinsicht noch einmal heraus: Nach der Hinrunde gehört sie zu den Top 7 der schnellsten Spielerinnen. Die Nürnbergerin antizipiert Ballgewinne, nimmt in Umschaltmomenten Geschwindigkeit auf und ihren Gegenspielerinnen mehrere Meter ab. Vor dem Tor behält sie Ruhe und Übersicht, vollstreckt eiskalt oder hat den Blick für die besser postierte Mitspielerin.

Bereits sieben Tore und fünf Vorlagen konnte Lein in dieser Saison auf ihr Konto verbuchen, war damit an zwölf der 19 Nürnberger Tore direkt beteiligt. Doch trotz des Rampenlichts, das sie nicht sucht, gibt sie sich bescheiden: "Es ist schön, dass unser Spiel so ausgelegt ist, dass ich meine Stärke ausspielen kann. Mit Sanja Homann und Jacky Baumgärtel haben wir Tempo. Es freut mich, dass unser Umschaltspiel funktioniert."

Ihr persönliches Saisonziel hat sie schon um das Sechsfache übertroffen. "Wenn man sieben Treffer hat, darf es gerne zweistellig werden. Vor der Saison hatte ich mir vorgenommen, ein Tor zu schießen. Das hat geklappt", sagt sie lachend. "Jetzt hoffe ich, auch noch ein paar Assists zu sammeln."

Ihre Entwicklung

Die gebürtige Bambergerin Lein war 2016 zum Club gewechselt und lief dort bereits in der Regionalliga auf. Seitdem spielte sie auf unterschiedlichen Positionen: als Rechtsverteidigerin, im zentralen Mittelfeld, auf der Zehn und als Sturmspitze, ehe es für sie mit ihrem starken rechten Fuß auf den linken Flügel ging: "Das kommt meinen Laufwegen entgegen, ich ziehe gerne ins Zentrum."

Aufgrund eines Syndesmoserisses verpasste die 24-Jährige vor zwei Jahren die Hinrunde. Folglich kam sie über den Status einer Ergänzungsspielerin nicht hinaus. Ohne große Erwartungen startete Lein in die aktuelle Saison: "Ich hatte mir vorgenommen, mehr Spaß zu haben. Nach den ersten Spielen habe ich gemerkt, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann." Das Training zahlt sich aus: Vor allem gegen den Ball hat sich ihr Spiel stark verbessert.

"Außerdem mag ich es, zu gamblen. Ich bin immer auf dem Sprung. Wenn es klappt, ist man vor dem Tor." So wie beim 3:2-Sieg bei Carl Zeiss Jena, als sie in Erwartung des Passes durchstartete und zum wichtigen 2:1 traf. Längst ist "Nassi", wie sie genannt wird, unverzichtbar. Die Angreiferin stand in den ersten zwölf Partien dieser Saison jede Minute auf dem Platz, bis eine Erkältung sie ausbremste. "Nastassja hat sich in den vergangenen Monaten zu einer der Leistungsträgerinnen entwickelt. Bereits in der 2. Liga zeigte sie ihre Qualitäten, die sie jetzt auch in der höheren Spielklasse unter Beweis stellt" schwärmt Coach Thomas Oostendorp.

"Das bisherige Highlight meiner Karriere"

Und es gibt Begegnungen, die bleiben noch Jahre im Gedächtnis. Der emotionale 5:3-Sieg von Nürnberg gegen Europapokal-Teilnehmer Eintracht Frankfurt Mitte Dezember hat das Zeug zu einer solchen Partie: das vorläufige Highlight einer ohnehin erfolgreichen Nürnberger Saison mit einem beruhigenden Polster auf die Abstiegszone. Die pfeilschnelle Flügelspielerin Lein wurde zur Matchwinnerin - mit drei Treffern und einer Vorlage. Als "das bisherige Highlight in meiner Karriere" ordnet die 24-Jährige den Sieg gegen die Eintracht ein, bei dem sie ihre Stärken eindrucksvoll demonstrierte.

Leins Zukunftsplanung

Genau die weiß auch der DFB an Lein zu schätzen. Zuletzt war sie für die U-23-Nationalmannschaft als eine der älteren Kandidatinnen immerhin schon auf Abruf nominiert worden.

Trotz des Interesses anderer Vereine kann der Club weiterhin mit seiner Torjägerin planen. Erst kürzlich hat sie ihren Vertrag verlängert und wird im Sommer ihre elfte Saison für den FCN starten: "Ich bin in der Region verwurzelt, habe hier mein persönliches Umfeld und fühle mich beim FCN sehr wohl. Ein Wechsel ist aktuell kein Thema."